Diplomarbeit, 2008
71 Seiten
1. Einleitung
2. Verschiedene Definitionen von Soziotherapie
2.1 Allgemeine Definitionen von Soziotherapie bei Wikipedia und deren Abgrenzung voneinander
2.1.1 Sozialtherapie
2.1.2 Soziotherapie
2.1.3 Abgrenzung der beiden Begriffe Soziotherapie und Sozialtherapie voneinander
2.2 Definition bei Pflege-Wiki
2.3 Definition des Begriffes Soziotherapie nach Psychrembel
2.4 Definition des Begriffes Soziotherapie nach Brunnhuber, Frauenknecht und Lieb
2.5 Definition des Begriffes Soziotherapie nach Tölle und Windgassen
2.6 Definitionen des Begriffes Soziotherapie nach Reumschüssel-Wienert, Knoll und Frieboes
2.7 Definition des Begriffes Soziotherapie nach Dörner und Plog
3. Soziotherapie nach SGB V
3.1 ambulante Soziotherapie
3.1.1 Der Begriff ambulante Soziotherapie nach dem SGB V
3.1.2 Ergänzungen zu den Paragraphen des SGB V durch die Soziotherapie-Richtlinien
3.1.2.1 Diagnosen nach dem ICD-10
3.1.2.2 Fähigkeitsstörungen, die als Voraussetzung zur Gewährung von Soziotherapie gelten
3.1.2.3 Beurteilung der Beeinträchtigung des Funktionsniveaus des Patienten anhand der GAF-Skala
3.1.2.4 Inhalte und durchzuführende Maßnahmen, die Soziotherapie nach § 37a SGB V enthält
3.1.2.5 Krankenhausbehandlungsbedürftigkeit
3.1.3 Genehmigungsverfahren für ambulante Soziotherapie
3.1.4 Ergänzungen und Auffassungen zur Soziotherapie nach § 37a SGB V von verschiedenen Autoren
3.1.4.1 Inhalte der ambulanten Soziotherapie nach Bach und Reuster
3.1.4.2 Möglichkeiten der Koordination von Krankenhausbehandlung und ambulanter Versorgung nach Frieboes
3.2 Soziotherapie in der stationären Behandlung
4. Schizophrenie
4.1 Diagnose
4.2 Differentialdiagnose
4.3 Epidemiologie
4.4 Formen der Schizophrenie
4.4.1 Der paranoide Typus
4.4.2 Der hebephrene Typus
4.4.3 Der katatone Typus
4.4.4 Der einfache Typus
4.4.5 Der schizoaffektive Typus
4.5 Krankheitsverlauf
4.5.1 Allgemeine Aussagen über den Krankheitsverlauf
4.5.2 chronisch schwerstkranke Patienten
4.6 Komorbidität
4.7 Erklärungsansätze für Schizophrenie
4.7.1 biologische Faktoren
4.7.1.1 Genetik
4.7.1.2 Neuropathologie
4.7.1.3 Biochemie
4.7.2 psychologische Ursachen
4.7.2.1 Kindheit und Familienmilieu
4.7.2.2 Die Entwicklung spezieller Persönlichkeitstypen während des Aufwachsens des Betroffenen
4.7.2.3 Die manifeste Krankheit
4.7.3 psychosoziokulturelle Ursachen
4.8 Behandlung
4.8.1 stationäre Behandlung
4.8.2 psychopharmakologische Behandlung
4.8.3 psychotherapeutische Maßnahmen
4.8.4 Milieutherapie
4.8.5 ambulante Betreuung
4.8.6 teilstationäre Behandlung
4.8.7 allgemeine Vorhersagbarkeit der Behandlungsergebnisse
5. Soziotherapie bei der Behandlung von Patienten mit Schizophrenie
5.1 Beispiele für die Anwendung von Soziotherapie bzw. soziotherapeutischer Maßnahmen bei der Behandlung von Schizophrenie in der Literatur und Praxis
5.2 Unterschiedlich Ansätze bei der Anwendung von Soziotherapie bei schizophrenen Patienten
5.3 Grundsätzliche Ziele der Soziotherapie bei schizophrenen Patienten
5.4 Aspekte der Soziotherapie und der allgemeinen sozialen Arbeit, die vor allem bei der Arbeit mit schizophrenen Patienten hilfreich sind
5.4.1 soziotherapeutische Hilfen
5.4.2 Angehörigenarbeit
5.4.3 soziale Gruppenarbeit
5.4.3.1 psychoedukative Gruppenarbeit
5.4.3.2 soziotherapeutische Gruppenarbeit
5.4.4 Gemeinwesen-, Gremien- und Öffentlichkeitsarbeit
6. Fragen der Finanzierung und Kritische Betrachtungen
6.1 stationäre Behandlung versus ambulante Behandlung in Bezugnahme auf die Kosten
6.2 Kritische Betrachtung der Soziotherapie
7. Resümee
8. Literaturliste
Diese Arbeit befasst sich mit der gesetzlichen Verankerung und der praktischen Anwendung der Soziotherapie bei chronisch psychisch erkrankten Menschen, wobei die Schizophrenie als zentrales Fallbeispiel dient. Das Ziel ist es, die Entwicklung der Soziotherapie von einem stationären Konzept hin zu einer ambulanten Leistung der gesetzlichen Krankenkassen nach § 37a SGB V zu analysieren, ihre Wirksamkeit zu hinterfragen und die notwendigen Voraussetzungen sowie die Kritikpunkte dieses Versorgungssystems aufzuzeigen.
4.4.1 Der paranoide Typus
Dieser Typus ist der, der am weitesten verbreitet ist. Der Großteil der Fälle dieser Variante der Schizophrenie tritt in der Pubertät des Patienten auf. Es kann aber auch geschehen, dass sich eine paranoide schizophrene Psychose erst mit 40 oder 50 Jahren das erste mal manifestiert. Im Normalfall kann gesagt werden, dass Patienten, die am paranoiden Typus der Schizophrenie erkrankt sind, die intelligentesten schizophrenen Patienten sind.
Typisch für diese Verlaufsform ist ein misstrauisches Verhalten des Patienten, der auch dazu neigt, Dinge und Ereignisse in einer für ihn selbst herabsetzenden Art und Weise fehlzudeuten. Dies bedeutet z.B., dass er eine geringe Meinung von sich selbst besitzt und deshalb jede Äußerung und Haltung der Menschen aus seiner direkten Umgebung als Bestätigung dafür sieht, dass sie ähnlich über ihn denken, wie er über sich selbst. Das er über sich selbst so denkt, will er sich jedoch nicht eingestehen und projiziert es deshalb auf die Menschen in seinem Umfeld z.B. Arbeitskollegen oder Familienangehörige.
Arieti nennt zur Veranschaulichung das Beispiel eines Patienten, der glaubt, dass seine Arbeitskollegen von ihm denken, er wäre homosexuell und ihn deshalb, wenn sie über ihn reden nur als „sie“ bezeichnen. Dieser Glaube ist nach einer Weile sogar so tief in ihm verwurzelt, dass er glaubt, dies sogar akustisch wahrzunehmen. Irgendwann entwickelt sich der Wahn des Patienten dann in die Richtung, dass er wirklich alles in seiner Umgebung auf seine wahnhafte Vermutung bezieht. Dieses, für eine paranoide Schizophrenie typische, Verhalten wird auch als Bedeutungsausbreitung bezeichnet. Er fühlt sich dann in vielen Fällen als das Opfer von Verschwörungen und Komplotten gegen ihn. Der Patient neigt dazu, Verschwörer überall zu vermuten und die Anzeichen ihrer Anwesenheit erkennt er nun in jeder alltäglichen Trivialität.
1. Einleitung: Beschreibt den historischen Kontext der psychiatrischen Versorgung in Deutschland und die schrittweise Etablierung der Soziotherapie als gesetzliche Kassenleistung.
2. Verschiedene Definitionen von Soziotherapie: Untersucht die begriffliche Unschärfe und synonyme Verwendung von Soziotherapie und Sozialtherapie durch verschiedene Fachautoren und Quellen.
3. Soziotherapie nach SGB V: Analysiert den rechtlichen Rahmen, die spezifischen Voraussetzungen für die ambulante Soziotherapie sowie das Genehmigungsverfahren durch Krankenkassen.
4. Schizophrenie: Erläutert das Krankheitsbild der Schizophrenie, ihre Formen, Verläufe sowie verschiedene Erklärungsansätze und Behandlungsmethoden.
5. Soziotherapie bei der Behandlung von Patienten mit Schizophrenie: Konzentriert sich auf konkrete methodische Ansätze wie Gruppenarbeit und Angehörigenarbeit bei schizophrenen Patienten.
6. Fragen der Finanzierung und Kritische Betrachtungen: Diskutiert die Kostenverhältnisse zwischen stationärer und ambulanter Behandlung sowie systembedingte Mängel in der Versorgung.
7. Resümee: Zieht eine Bilanz über den Status quo der Soziotherapie als notwendiges, aber noch ausbaufähiges Instrument der sozialpsychiatrischen Arbeit.
8. Literaturliste: Listet die verwendeten Fachquellen und Internetverweise auf.
Soziotherapie, Schizophrenie, SGB V, Sozialarbeit, Psychiatrie, Psychotische Erkrankungen, ambulante Versorgung, Rehabilitation, Milieutherapie, Gesundheitssystem, Krankenkassen, Soziale Funktionsstörungen, Psychosoziale Intervention, Versorgungsforschung, Psychiatrie-Enquête
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Soziotherapie als wichtigem Pfeiler der psychiatrischen Versorgung und ihrer spezifischen Anwendung bei chronisch schizophrenen Erkrankungen im Rahmen des deutschen Sozialgesetzbuches.
Die Arbeit beleuchtet die Definition des Begriffs Soziotherapie, die rechtlichen Voraussetzungen nach § 37a SGB V, das Krankheitsbild der Schizophrenie sowie die praktische Ausgestaltung soziotherapeutischer Interventionen.
Das Ziel ist die Analyse der soziotherapeutischen Rahmenbedingungen, die Bewertung ihrer Wirksamkeit bei der Vermeidung von stationären Klinikaufenthalten und die Aufdeckung kritischer Defizite im aktuellen Versorgungssystem.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis einer umfangreichen Literaturanalyse, die Fachliteratur, psychiatrische Richtlinien, Gesetzestexte und empirische Studien integriert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit den rechtlichen Anforderungen an die ambulante Soziotherapie, eine medizinisch-psychologische Einordnung der Schizophrenie sowie eine Darstellung konkreter soziotherapeutischer Interventionsformen.
Wichtige Begriffe sind Soziotherapie, Schizophrenie, Sozialgesetzbuch V (SGB V), Sozialpsychiatrie, Rehabilitation und Compliance.
Die Begriffe Soziotherapie und Sozialtherapie wurden in der Vergangenheit oft synonym verwendet, und es mangelt an einer einheitlichen wissenschaftlichen Fundierung, was zu unterschiedlichen Auslegungen in der Praxis führt.
Der Autor bewertet die Soziotherapie zwar als wertvollen Schritt in die richtige Richtung, kritisiert jedoch die unzureichende flächendeckende Versorgung, die hohen Ablehnungsquoten durch Krankenkassen und die fehlende gesetzliche Festschreibung eines einheitlichen Berufsbildes für Soziotherapeuten.
Die GAF-Skala (Global Assessment of Functioning) dient als entscheidendes Instrument zur Beurteilung des Funktionsniveaus des Patienten; sie ist Voraussetzung dafür, ob ein Patient Anspruch auf die Genehmigung einer ambulanten Soziotherapie hat.
Die sogenannte Drehtürpsychiatrie beschreibt das Phänomen häufiger Rückfälle und wiederholter stationärer Aufenthalte; ambulante Soziotherapie soll dies durch stabilisierende Maßnahmen und die Koordination der Nachsorge abmildern.
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