Bachelorarbeit, 2017
52 Seiten, Note: 1,2
1. Einleitung
2. Theorieteil
2.1. Erzähltheorie und der Roman
2.1.1. Fokalisierungstheorie
2.2. Beispiele Erzählinstanzen
2.3. Beispiele der Bewusstseinsdarstellung im Roman
2.3.1. Stumme direkte Rede
2.3.2. Innerer Monolog
2.3.3. Erlebte Rede
2.4. Der Film als Medium
2.5. Verwendung von Sprache im Film
2.6. Erzählen innerer Welten mit der Kamera
2.6.1. Einstellungsgröße
2.6.2. Positionierung der Kamera
2.6.3. Kamerabewegung
2.6.4. Kameraoptik
2.6.5. Subjektivierung durch Kameraarbeit
2.7. Mindscreen
2.8. Perspektivierung im Film
2.9. Erzählen innerer Welten vor der Kamera
2.10. Montagefunktion
2.11. Audiovisuelles Erzählen
2.11.1. Die Verwendung von Musik im Film
2.11.2. Die Verwendung von Geräuschen im Film
3. Analyseteil
3.1. Einführung
3.2. Die Erzählperspektive/ Erzählstil im Roman
3.3. Perspektivierung/Aufbau im Film
3.4. „Die magische Anziehung“ am Beispiel von Kameraarbeit und der Verwendung von Flashbacks
3.5. „Das Flüchten aus der Realität“ am Beispiel von Montage, Flashbacks und Ton
3.6. „Die blühende Liebe“ am Beispiel von der Funktion von Sprache und Bildsprache
3.7. „Die ersten Wunden“ am Beispiel von Filmmusik
3.8. „Das Ein- und Auftauchen“ am Beispiel von Kulisse und Symbolik
4. Fazit
5. Quellen
Diese Bachelorarbeit untersucht die narrativen Darstellungsmöglichkeiten innerer Welten (Gedanken, Emotionen, Konflikte) in Literatur und Film. Im Zentrum steht die Analyse des Romans „Der Vorleser“ von Bernard Schlink und dessen filmischer Adaption durch Stephen Daldry, wobei ergründet wird, wie Medien mit ihren spezifischen Zeichensystemen das Unsichtbare für den Rezipienten sichtbar oder hörbar machen.
3.2. Die Erzählperspektive/ Erzählstil im Roman
Er beginnt mit „Als ich fünfzehn war, hatte ich Gelbsucht.“ Der 50-jährige Michael Berg erinnert sich retrospektiv an seine Erlebnisse. Es gibt demnach das erinnernde Ich, Michael Berg mit 50 Jahren, der den Ich-Erzähler darstellt und das erlebende Ich des Michael Berg ab 15 Jahren. Der Ich-Erzähler lässt das erlebende Ich in Form von Figurenrede zu Wort kommen und schildert das Geschehen so, wie das erlebende Ich es zu dem Zeitpunkt wahrgenommen hat. Trotzdem kommentiert der Ich-Erzähler die Erzählung auch aus seiner „jetzigen“ Sichtweise.
Viele der Sätze beginnen mit: Ich erinnere mich. „Ich erinnere mich, daß ihr Körper, ihre Haltungen und Bewegungen manchmal schwerfällig wirkten.“ Durch Formulierungen, wie „Jahre später kam ich darauf, daß[…]“, „So habe ich damals[…]“, „Ich denke an damals zurück und sehe mich vor ihr“, „Wenn ich heute eine Frau von sechsunddreißig sehe[…]“ „Später habe ich mich gefragt, ob[…]“ wird deutlich, dass es sich um eine vergangene Geschichte handelt und das Geschehen in Relation zu der erzählten Gegenwart gesetzt wird. Er erzählt die Vergangenheit jedoch oft aus den Augen des jüngeren Michaels und lässt an einigen Stellen sein Wissen über den Verlauf der weiteren Geschichte weg. Oft ist es jedoch nicht klar definierbar, ob der Erzähler in die Gedanken des jungen Michael springt oder diese Formulierungen seine Gedanken zur erzählten Gegenwart darstellen sollen.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie unterschiedliche mediale Ausdrucksebenen (Sprache vs. audiovisuelle Mittel) innere Welten von Figuren vermitteln können.
2. Theorieteil: Dieses Kapitel erläutert literaturwissenschaftliche Grundlagen der Erzähltheorie (Fokalisierung, Bewusstseinsdarstellung) und überträgt diese auf die Analyse von Filmen (Kamera, Montage, Mindscreen, Ton).
3. Analyseteil: Anhand des Romans „Der Vorleser“ und dessen Verfilmung werden die theoretischen Ansätze auf konkrete Textstellen und Filmszenen angewendet, um die mediale Transformation von Innenwelten zu veranschaulichen.
4. Fazit: Die Zusammenfassung verdeutlicht, dass sowohl Literatur als auch Film über komplexe, wenn auch verschiedene Mittel verfügen, um die Innenperspektive und Emotionen von Figuren für den Rezipienten greifbar zu machen.
Narrative Darstellung, Innere Welten, Romananalyse, Filmanalyse, Der Vorleser, Bernard Schlink, Stephen Daldry, Fokalisierung, Bewusstseinsdarstellung, Kameraführung, Montage, Mindscreen, Subjektivität, Audiovisuelles Erzählen, Literaturverfilmung
Die Arbeit untersucht, wie das Medium Film im Vergleich zur erzählenden Prosa (Literatur) innere, nicht direkt sichtbare Welten von Figuren – wie Gefühle, Gedanken und Konflikte – darstellt.
Die zentralen Felder sind die narrativen Darstellungstechniken im Roman (z. B. Ich-Erzählung) und deren audiovisuelle Entsprechungen im Film (Kameraarbeit, Schnitt, Ton, Licht und Farbe).
Die Arbeit möchte ergründen, welche spezifischen Darstellungsmittel Film und Roman nutzen, um das „Innere“ einer Figur zu vermitteln, und wie sich die literarische Vorlage in die Filmsprache übersetzen lässt.
Es handelt sich um eine vergleichende Medienanalyse, die erzähltheoretische Konzepte (z. B. von Genette und Stanzel) mit filmwissenschaftlichen Theorien kombiniert und auf eine Fallstudie anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Theorieteil zu Erzähltechniken und Medienspezifika sowie einen Analyseteil, in dem spezifische Szenen aus „Der Vorleser“ detailliert untersucht werden.
Zu den Kernbegriffen gehören: Narration, Bewusstseinsdarstellung, Subjektivität, Mindscreen, Fokalisierung, filmische Erzählweisen und die Analyse von Roman und Verfilmung.
Während der Roman stark auf sprachliche Mittel wie den inneren Monolog oder die erlebte Rede setzt, nutzt der Film visuelle und auditive Codierungen wie Kamera-Subjektivität, Montage von Flashbacks und musikalisches Stimmungsdesign.
Der Begriff beschreibt im Roman die subjektive Erinnerungsleistung des Ich-Erzählers; im Film wird diese durch den „Mindscreen“ und eine gezielte visuelle Montage als filmisches Äquivalent für das bewusste Erinnern und Empfinden visualisiert.
Es dient als zentrale Metapher für den Neuanfang und die Reinigung, bei der Michael versucht, durch das physische Handeln (Baden/Untertauchen) auch eine innere Klärung seiner Gefühle gegenüber Hanna zu finden.
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