Examensarbeit, 2008
228 Seiten, Note: 1,0
1. Gegenstandsfeld und Problemstellung
1.1 Faszination Fußball
1.1.1 Fußball als Massenphänomen
1.1.2 Fußball als „Weltreligion“ der Neuzeit?
1.2 Fußball – „Religion“?
1.2.1 Begriffliche Annäherung zu Fußball als mögliche Religion
1.2.2 Parallelen von Religion und Fußball
2. Vorgehensweise (Quellen und Methoden)
3. Darlegung, Analyse und Interpretation
3.1 Religiöse Momente in der Entwicklung des Fußballsports
3.2 Religiöse Symbolik im Fußballsport
3.2.1 Das Stadion
3.2.2 Der Ball
3.2.3 Der Fuß
3.2.4 Die Elf
3.2.5 Die Farben
3.3 Fußballer und Religion
3.3.1 Gläubigkeit bei Fußballern
3.3.2 Aberglaube im Fußball
3.3.3 Fußball(er) als Wertevermittler
3.4 Fußball-Fans und Religion
3.4.1 Identität
3.4.2 Religiöse Einstellungen der Fans zu Fußball
3.4.3 Rituale und Liturgie
3.4.4 Religiöses Liedgut
3.4.5 Heiligenverehrung
3.4.6 Devotionalien und Reliquien
3.4.7 Fußballgott
3.4.8 Religiöse Metaphorik
3.4.9 Boom in der Präsenz der Thematik „Fußball & Religion“
3.5 Kirche und Fußball
3.5.1 Entwicklung des Verhältnisses von Kirche und Fußball
3.5.2 Geistliche und Fußball
3.5.3 Papst und Fußball
4. Erkenntnisse
4.1 Fußballwelt gespickt mit ungeahnten religiösen Bezügen
4.2 Fußball inszeniert sich als Religion mit kirchlichen Anleihen
4.3 Fußball ist eine (Zusatz/Ersatz-) Religion des Herzens
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Fußball aus volkskundlicher Perspektive und beleuchtet die vielschichtigen Analogien zwischen Fußball und Religion. Das zentrale Ziel ist es, nachzuweisen, dass der moderne Fußballsport weit mehr als bloße Freizeitbeschäftigung ist, sondern in der heutigen säkularisierten Gesellschaft religiöse Funktionen wie Identitätsstiftung, Sinnvermittlung und Gemeinschaftsbildung übernimmt.
1.1.1 Fußball als Massenphänomen
Fußball ist längst mehr als nur Sport – Fußball ist ein Massenphänomen. Kein anderes Ereignis schafft es solche Massen, ja ganze Völker in Verzückung zu versetzen. Kein Politiker, keine Rockband, niemand sonst bringt die Menschen so zum Feiern, Beben und Singen wie der Fußball.
Es ist auch keineswegs ein Kriterium anderer Sportarten, die Erdenbewohner so in Feierlaune zu versetzen. Vergleicht man Fußball mit anderen Sportarten, so ist festzustellen, dass Fußball grundsätzlich einfach >>anders<< ist. Leichtathletik und Trendsportarten wie Golfen sind zu individuell; Tennis wirkt mit seinem monotonen Hin und Her kühl und digital. Viele Mannschaftssportarten wie Handball oder Basketball erfreuen sich vergleichsweise nur sehr geringer Beliebtheit und andere Teamsportarten wie Eishockey und Football finden oft nur regional eine große Anhängerschaft. Einzig und allein der Fußball ist und bleibt universal.
Nicht einmal olympische Spiele sind imstande, ganze Nationen so zu fesseln wie das Spiel mit dem Lederball. Um Fußball zu spielen, benötigt man im Gegensatz zu den meisten anderen Sportarten auch nicht viel Zubehör. Jeder hat sicher schon einmal beobachten können, wie Schulkinder an der Bushaltestelle mit ihren Schulranzen Tore stellten und sich mit einer Dose als Spielball vergnügten. Und so ist es auch diese Einfachheit der Struktur, die den Fußball weltweit so beliebt macht. Wo die Prioritäten und das Herz der Menschen liegen, wird dann auch klar, wenn man beispielsweise betrachtet, dass der Deutsche Fußball Bund (DFB) circa 12 mal mehr Mitglieder hat als die größte deutsche Partei.
1. Gegenstandsfeld und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die enorme Popularität des Fußballs ein und problematisiert dessen Rolle als modernes Massenphänomen und potenzielle „Weltreligion“.
2. Vorgehensweise (Quellen und Methoden): Hier werden die dokumentarische Herangehensweise sowie die genutzten Sach-, Bild- und Schriftquellen im Kontext der volkskundlichen Forschung erläutert.
3. Darlegung, Analyse und Interpretation: Der Hauptteil zerlegt den Fußball in seine religiösen Bestandteile – von historischen kultischen Ursprüngen über Symbolik, Spieler-Gläubigkeit und Fan-Kultur bis hin zum spannungsvollen Verhältnis zur Institution Kirche.
4. Erkenntnisse: Das Fazit fasst zusammen, dass Fußball als moderne Ersatz- oder Zusatzreligion fungiert, die in einer säkularisierten Welt tief in das Alltagsleben der Menschen integriert ist.
Fußball, Religion, Fan-Kultur, Identität, Volkskunde, Massenphänomen, Rituale, Symbole, Heiligenverehrung, Wertevermittlung, Aberglaube, Säkularisierung, Stadion, Fußballgott, Fußball-Fans
Die Arbeit analysiert die vielfältigen Parallelen und Gemeinsamkeiten zwischen dem Fußballsport und religiösen Phänomenen, um zu verstehen, warum Fußball in der heutigen Zeit eine so immense gesellschaftliche Bedeutung erlangt hat.
Die Untersuchung umfasst die historische Entwicklung des Fußballs, die religiöse Symbolik innerhalb des Stadions, die Gläubigkeit und den Aberglauben bei Spielern, die Identitätsstiftung durch Fan-Gemeinden sowie das Verhältnis zur Kirche.
Das Ziel ist die dokumentarische Bestandsaufnahme, wie der Fußball in einer weitgehend säkularisierten Welt religiöse Bedürfnisse nach Gemeinschaft, Transzendenz und Sinn stiftet.
Der Verfasser nutzt eine dokumentarische, volkskundliche Herangehensweise, basierend auf der Analyse von Sach-, Bild- und Schriftquellen, ergänzt durch persönliche Beobachtungen und Erfahrungen im Fußballumfeld.
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Bereiche: die religiösen Momente in der Entwicklung, die religiöse Symbolik im Sport sowie das komplexe Geflecht aus Fußballern, Fans und dem Verhältnis zur Kirche.
Zentrale Begriffe sind Fußball-Religion, Fan-Gemeinde, Kult, Identitätsstiftung, Ritus, Heiligenverehrung und Ersatzreligion.
Im Gegensatz zu dogmatischen Religionen ist der Fußball ein „Sport“, der keine explizite religiöse Lehre einfordert; er bietet jedoch eine „Gemeinschaft“, die im Alltag Sinn und Zugehörigkeit vermittelt, ohne dabei den Zwang traditioneller Institutionen auszuüben.
Der Begriff dient als religiöse Metapher für unvorhersehbare Ereignisse, Glück oder Schicksal und verdeutlicht, wie Fans und Medien versuchen, komplexe und oft zufällige sportliche Situationen in einem transzendenten Sinne zu deuten.
Das Verhältnis ist ambivalent; während die Kirche lange Zeit skeptisch oder gar ablehnend reagierte, versucht sie heute, durch Engagement und die Besetzung von „Fußball-Orten“ als Seelsorger im modernen Leben wieder Anschluss an die Menschen zu finden.
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