Magisterarbeit, 2008
68 Seiten, Note: 2,3
I. Einleitung
II. Die Entstehung des Handels in der Levante
1. Die Levante
2. Die Handelsmacht Phönizien
3. Handelskontakte zwischen Phöniziern und Griechen
1) Die Phönizier auf Zypern
2) Der Weg der Phönizier in die Ägäis
III. Die Entstehung von Schriften
1. Die Verwendung von Schriften in Griechenland und in der Levante
2. Die Entstehung von Silbenschriften
1) Linear A
2) Linear B
3) Die kyprische Silbenschrift (Linear C)
3. Die Konsonantenschrift
4. Die Entstehung des Griechischen Alphabets
1) Die Matris Lectionis
2) Zweck der Erfindung des griechischen Alphabets
5. Nachhaltige Effekte der Erfindung des Alphabets für die griechische Gesellschaft
IV. Fazit
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht die kulturhistorische Entwicklung der Levante bis zum 8. Jahrhundert v. Chr. sowie den Aufstieg Phöniziens zur führenden Handelsmacht. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf den Handelskontakten zu den Griechen und der daraus resultierenden Adaption des phönizischen Konsonantenalphabets in die griechische Sprache unter Berücksichtigung der Problematik der Vokalvorkommen.
Die Levante
Als Levante wird das Gebiet bezeichnet, das die Küstenregionen von Ägypten über Syrien bis Kleinasien umfasst. Heute liegen dort die Länder Türkei, Syrien, Libanon, Israel, Palästinensische Autonomiegebiete, Jordanien und Ägypten. Diese Regionen gehören zum Gebiet des fruchtbaren Halbmonds, die halbkreisförmig ein Gebiet vom Norden der Arabischen Halbinsel vom Zagrosgebirge im Osten über Mesopotamien nach Kleinasien bis zu den Küsten des Mittelmeeres im Westen umspannt. Dort vollzog im Neolithikum der Mensch den Schritt vom Jäger und Sammler zum sesshaften Bewohner von Siedlungen, in dem er Fertigkeiten in Ackerbau und Viehzucht erwarb und weiterentwickelte. Das Verhältnis zwischen Aussaat und Ernte lag in diesem Gebiet bei 1:30. Die Menschen schlossen sich in kleinen Dörfern zusammen, bauten Getreide an und betrieben hauptsächlich Schafzucht.
Politisch war die Levante im Gegensatz zu Mesopotamien, in dem sich Städte mit ersten staatsbildenden Gefügen entwickelten, in dieser Zeit weniger bedeutend. Mesopotamien dagegen verfügte über keine der wichtigen Rohstoffe wie Holz, Erz und Stein. Diese Rohstoffe bewirkten neben reichen Ernten, dass im mesopotamischen Raum Machtzentren mit einem komplexen sozialen Gefüge entstanden. Uruk war vor 3000 v. Chr. das erste städtische Zentrum im Zweistromland, dass eine Zentrum-Peripherie-Struktur entwickelte, indem es sich Wege entlang der Zuflüsse des Euphrat in die Levante suchte, um diese Rohstoffe beschaffen zu können.
I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der phönizischen Einflüsse auf die griechische Sprache ein, gestützt durch antike Quellen wie Herodot.
II. Die Entstehung des Handels in der Levante: Dieses Kapitel beschreibt die geographischen und politischen Voraussetzungen der Levante sowie den Aufstieg Phöniziens zur bedeutenden Handelsmacht.
III. Die Entstehung von Schriften: Das Kapitel analysiert die verschiedenen Schriftsysteme wie Linear A, Linear B und die Konsonantenschrift, wobei der Fokus auf der Adaption des phönizischen Alphabets durch die Griechen und der Bedeutung der Vokale liegt.
IV. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Rolle des Alphabets für die Entwicklung von Wissenschaft, Kultur und der griechischen Polis-Gesellschaft.
Levante, Phönizier, Griechenland, Alphabet, Konsonantenschrift, Vokale, Handel, Kulturtransfer, Linear A, Linear B, Polis, Schriftlichkeit, Archäologie, Fernhandel, Identitätsbildung.
Die Arbeit analysiert die historischen Handelsbeziehungen zwischen der Levante und Griechenland sowie den Prozess der Adaption des phönizischen Alphabets durch die Griechen.
Zu den zentralen Themen gehören die Entstehung des Fernhandels, die Entwicklung verschiedener Schriftsysteme und die langfristigen gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Kulturtechniken.
Das Ziel ist es, den Weg Phöniziens zur Handelsmacht sowie die Probleme und Lösungen bei der Anpassung der phönizischen Schrift an die indoeuropäische griechische Sprache aufzuzeigen.
Die Arbeit verwendet einen interdisziplinären Ansatz, der historische Analysen mit sprachwissenschaftlichen Untersuchungen verknüpft.
Der Hauptteil befasst sich mit der Levante als Wirtschaftsraum, der Entwicklung von Schriften von den Anfängen bis zum griechischen Alphabet und den Auswirkungen dieser Schrift auf Identität und Wissenschaft.
Wichtige Begriffe sind Levante, Phönizier, griechisches Alphabet, Handelskontakte, Vokalzeichen und Literalität.
Die phönizische Schrift war eine reine Konsonantenschrift, die auf semitischen Sprachstrukturen basierte. Für die griechische Sprache, die Vokale zur Bildung von Silben benötigt, war dies eine Hürde, die durch die Entwicklung von Vokalzeichen überwunden wurde.
Es handelt sich um Konsonantenzeichen, die in aramäischen und anderen semitischen Kontexten teilweise zur Andeutung von Vokalen genutzt wurden und in der Forschung als möglicher Ursprung für die Entwicklung systematischer Vokalzeichen diskutiert werden.
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