Bachelorarbeit, 2020
39 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Ganztagsschule
2.1 Begriffsannäherung
2.2 Formen der Ganztagsschule
2.3 Ziele der Ganztagsschule
3 Bildungsgerechtigkeit
3.1 Begriffsannäherung
3.2 Bildungsgerechtigkeit im deutschen Bildungssystem
3.3 Bildungsgerechtigkeit im Hinblick auf Ganztagsschule
4 „Risikokinder“ in der Ganztagsschule
4.1 Zum Begriff „Risikokinder“
4.2 Risikofaktoren
4.2.1 Migrationshintergrund
4.2.2 Armut und soziale Benachteiligung
4.2.3 Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität
4.2.4 Schulaversives Verhalten
4.2.5 Lernbeeinträchtigung
4.2.6 Störungen im Bindungsverhalten
5 Chancen und Grenzen der Ganztagsschule zur Förderung von „Risikokindern“
5.1 Chancen der Ganztagsschule
5.2 Grenzen der Ganztagsschule
6 Fazit
Diese Arbeit untersucht das Potenzial von Ganztagsschulen zur Förderung von sogenannten „Risikokindern“ und analysiert, inwiefern das Ganztagsschulkonzept dazu beitragen kann, Bildungsgerechtigkeit im deutschen Schulsystem zu erhöhen und herkunftsbedingte Benachteiligungen abzubauen.
4.2.3 Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität
Für viele Aktivitäten in unserem Alltag, beispielsweise wenn wir ein Buch lesen oder einem Vortrag zuhören, ist aufmerksames Handeln unentbehrlich. Doch für Kinder mit einer Aufmerksamkeitsstörungen gestalten sich solche alltäglichen Handlungen meist schwierig. Bei diesen Kindern ist eine Aufmerksamkeitsstörung für die beeinträchtigte Aufmerksamkeit verantwortlich. Viele Menschen assoziieren damit Kinder, die ständig in Bewegung sind, sich nicht konzentrieren können, oft in Konflikte verwickelt sind und nicht ruhig sein können.
Was sich jedoch hinter einer Aufmerksamkeitsstörung verbirgt, soll nun geklärt werden. Einer Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung, auch ADHS genannt, macht sich durch Symptome wie Aufmerksamkeitsstörung, Hyperaktivität und Impulsivität bemerkbar. Die diagnostische Einordnung erfolgt dabei anhand der Internationalen Klassifikationssysteme ICD-10 der WHO und DSM-IV (vgl. Frölich et. al. 2014: 9). Die Diagnosesysteme besagen unter anderem, dass die Symptome mindestens sechs Monate andauern, einige Symptome schon vor dem sechsten Lebensjahr aufgetreten sein müssen und diese stärker ausgeprägt als bei Kindern im gleichen Alter und Entwicklungsstand sein müssen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Bildungsgerechtigkeit ein, definiert die zentrale Fragestellung in Bezug auf „Risikokinder“ im Ganztagsschulkontext und erläutert den Aufbau der Arbeit.
2 Ganztagsschule: Das Kapitel erläutert den Begriff und verschiedene Organisationsformen der Ganztagsschule sowie die sozial- und familienpolitischen Ziele ihrer Einführung.
3 Bildungsgerechtigkeit: Hier wird der komplexe Begriff der Bildungsgerechtigkeit definiert und die aktuelle Situation im deutschen Bildungssystem sowie der Bezug zur Ganztagsschule kritisch diskutiert.
4 „Risikokinder“ in der Ganztagsschule: Es erfolgt eine detaillierte Begriffsbestimmung von „Risikokindern“ und eine Analyse verschiedener kindbezogener sowie umgebungsbezogener Risikofaktoren.
5 Chancen und Grenzen der Ganztagsschule zur Förderung von „Risikokindern“: Dieses Kapitel vergleicht die fördernden Potenziale der Ganztagsschule mit den strukturellen und praktischen Grenzen bei der Unterstützung benachteiligter Kinder.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert, dass das Potenzial der Ganztagsschule zur Kompensation von Bildungsbenachteiligung zwar theoretisch gegeben, die Umsetzung jedoch stark von den Rahmenbedingungen abhängig ist.
Bildungsgerechtigkeit, Ganztagsschule, Risikokinder, soziale Benachteiligung, Bildungsungleichheit, Chancengleichheit, individuelle Förderung, Migrationshintergrund, Kinderarmut, Aufmerksamkeitsstörung, ADHS, Schulaversives Verhalten, Lernbeeinträchtigung, Bindungsstörung, multiprofessionelle Teams.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Ganztagsschule als bildungspolitisches Instrument zur Förderung von Bildungsgerechtigkeit, speziell unter Berücksichtigung von Kindern in riskanten Lebenslagen.
Die zentralen Themen sind das Konzept der Ganztagsschule, der theoretische Rahmen der Bildungsgerechtigkeit, die Definition von „Risikokindern“ sowie die Bewertung der pädagogischen Chancen und Grenzen bei der Unterstützung dieser Schüler.
Das Ziel ist es, auf Basis der Definition von Bildungsgerechtigkeit zu klären, ob und inwieweit das Konzept der Ganztagsschule dazu beitragen kann, Kinder in riskanten Lebenslagen angemessen zu fördern und somit Bildungsbenachteiligung abzubauen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung nationaler sowie internationaler Studien (wie PISA oder StEG) zur Ganztagsschulforschung basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Ganztagsschule und Bildungsgerechtigkeit), die Analyse spezifischer Risikofaktoren (Armut, Migration, ADHS, Bindungsstörungen etc.) sowie eine kritische Abwägung der Chancen und Grenzen der Ganztagsbeschulung für diese Zielgruppen.
Bildungsgerechtigkeit, Ganztagsschule, Risikokinder, soziale Benachteiligung, individuelle Förderung und kompensatorische Wirkung sind die prägenden Begriffe.
„Risikokinder“ werden als Kinder bezeichnet, die aufgrund verschiedener risikoerhöhender Faktoren (z. B. niedrigem sozioökonomischem Status oder Bindungsproblemen) einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, deviantes Verhalten zu entwickeln und den schulischen Anforderungen nicht gerecht zu werden.
Nein, die Arbeit unterstreicht kritisch, dass die Ganztagsschule kein „Allheilmittel“ ist; ihr Erfolg hängt maßgeblich von einer durchdachten pädagogischen Konzeptgestaltung und ausreichenden personellen sowie räumlichen Rahmenbedingungen ab.
Da Lehrpersonen in der Praxis auf vielfältige Schullandschaften treffen, ist es essenziell, die spezifischen Chancen und Herausforderungen der Ganztagsschule sowie den Umgang mit heterogenen Lerngruppen bereits im Studium zu reflektieren.
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