Bachelorarbeit, 2016
72 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Handballtaktik
2.1.1. Sperren-Absetzen
2.1.2. Tempogegenstoß
2.1.3. Übergeben-Übernehmen
2.1.4. Rückzugsverhalten
2.2. Mentale Repräsentationen
3. Forschungsfrage und Hypothese
4. Material und Methode
4.1. Beschreibung der Teilnehmer
4.2. Methode
4.2.1. Strukturdimensionale Analyse mentaler Repräsentationen
4.3. Prozedere
4.3.1. Evaluation
4.3.2. Untersuchungsablauf
4.3.3. Randomisierung der Taktiktafeln
4.4. Datenanalyse
5. Ergebnisse
5.1. Experten-Amateure-Vergleich
6. Diskussion
6.1. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht Unterschiede in der kognitiven Repräsentation mannschaftsspezifischer Taktik im Handball zwischen Experten (3. Liga) und Amateuren (Kreisliga), um Erkenntnisse über die Struktur taktischen Wissens im Langzeitgedächtnis zu gewinnen.
2.1. Handballtaktik
Der Begriff „Taktik“ stammt aus dem Griechischen („taktike“) und bezeichnet die militärische Anordnung und Aufstellung von Truppen. Im Allgemeinen wird Taktik mit der Konfrontation zweier Wettkämpfer verbunden, insbesondere zwischen zwei Sportlern oder zwei Mannschaften. Durch die Taktik versucht ein Sportler beziehungsweise eine Mannschaft seine individuellen, leistungsbezogenen und situativen Vorteile gewinnbringend einzusetzen (vgl. Weigel, 2014, S. 22). Roth (2003, S. 577) definiert die Taktik als ein „allgemein kluges und planmäßiges Verhalten […], welches dem geschickten Ausnützen einer Situation dient.“ In den Mannschaftsspielen muss das Augenmerk auf die volle Ausnutzung der individuellen und kollektiven Handlungsweisen unter Beachtung des Partner und Gegnerverhaltens gelegt werden.
Mentale Prozesse und seine Auswirkungen auf das Entscheidungsverhalten haben eine hohe Bedeutung für die Leistung in Sportspielen. Der Spieler handelt in taktischer Weise nach seiner Wahrnehmungsfähigkeit der Spielsituation, sodass kognitive Fähigkeiten in einem engen Zusammenhang mit taktikspezifischen Entscheidungen im Sportspiel stehen (vgl. Weigel, 2014, S. 22). Weitere spieltaktische Grundfähigkeiten für den Handball sind das Reaktionsvermögen, das Raum-, Zeit- und Formationsgefühl sowie das Anpassungsvermögen (vgl. Martini, 1980, S. 117).
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der taktischen Anforderungen im modernen Handball ein und begründet das Forschungsinteresse an der Untersuchung kognitiver Repräsentationsstrukturen.
2. Theoretischer Hintergrund: Es werden die Grundlagen der Handballtaktik sowie das Konzept der mentalen Repräsentationen als kognitive Entwürfe zur Handlungssteuerung erläutert.
3. Forschungsfrage und Hypothese: Hier wird die zentrale Fragestellung der Arbeit formuliert, welche den Vergleich der kognitiven Repräsentationsstruktur zwischen einer Expertengruppe und einer Amateurgruppe thematisiert.
4. Material und Methode: Dieses Kapitel beschreibt das Studiendesign, die Teilnehmerauswahl, die Evaluationsmethode der Stimuli sowie das prozedurale Vorgehen inklusive der Datenanalyse mittels SDA-M.
5. Ergebnisse: Die Ergebnisse der Clusteranalysen werden dargelegt und zeigen Unterschiede in der organisierten Struktur der Repräsentationen zwischen den beiden Leistungsgruppen auf.
6. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Studienergebnisse, ordnet diese wissenschaftlich ein, diskutiert Limitationen und bietet einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Handball, Taktik, kognitive Repräsentation, Expertise, Langzeitgedächtnis, SDA-M, Spielsituation, Handlungssteuerung, Sportpsychologie, Strukturdimensionale Analyse, Tempogegenstoß, Abwehrverhalten.
Die Arbeit befasst sich mit der kognitiven Organisation von taktischem Wissen im Handball und untersucht, wie erfahrene Spieler im Vergleich zu Amateuren taktische Situationen gedanklich strukturieren.
Die zentralen Themen sind handballspezifische Taktiken wie Sperren-Absetzen und Tempogegenstoß, das Konzept der mentalen Repräsentationen sowie die Analyse der Expertise durch die strukturdimensionale Analyse (SDA-M).
Das Ziel ist es, Unterschiede in der funktionalen Organisation des taktischen Wissens im Langzeitgedächtnis zwischen Handballern aus der 3. Liga (Experten) und der Kreisliga (Amateure) aufzudecken.
Verwendet wird die strukturdimensionale Analyse mentaler Repräsentationen (SDA-M), die mittels hierarchischer Clusteranalyse die Ähnlichkeitsbeziehungen zwischen verschiedenen handballtaktischen Stimuli quantifiziert.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung zu Taktik und Kognition, die detaillierte Beschreibung der Feldstudie inklusive der Validierung durch Trainer sowie die Auswertung der erhobenen Daten.
Wichtige Begriffe sind Expertiseforschung, kognitive Repräsentation, handballtaktische Situationen, Langzeitgedächtnis, Invarianzanalyse und Leistungsindikatoren im Sport.
Um die Hypothese zu stützen, dass höhere Leistungsniveaus mit einer funktional organisierteren und hierarchisch strukturierteren kognitiven Repräsentation von Spielsituationen korrelieren.
Die Ergebnisse liefern wertvolle Hinweise für Trainer, da sie aufzeigen, dass taktische Ausbildung gezielt zur Verbesserung der kognitiven Strukturen und damit zur Handlungssteuerung beitragen kann.
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