Magisterarbeit, 2006
197 Seiten, Note: 1,3
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
A EINLEITUNG
1. Thematische Einführung
B THEORETISCHER RAHMEN
2. Die politische Funktion der Medien und ihre Einschränkungen
2.1 Die normative Perspektive auf die politische Funktion der Medien
2.2 Einschränkung durch die Beschaffenheit der Medien
2.3 Einschränkung durch veränderte Rahmenbedingungen
2.4 Verschärfte Einschränkungen in Kriegs- und Krisensituationen
2.5 Zusammenfassung und Ableitung einer Mindestanforderung an die Medien
C KONTEXT
3. Interpretation des Ereignishorizonts und ihre Berichterstattung
3.1 Zentrale Ereignisse nach den Anschlägen vom 11. September 2001
3.2 Interpretation der Ereignisse durch die US-Regierung
3.2.1 Die historischen und gesellschaftlichen Referenzen
3.2.2 Das Eigen- und Fremdbild im US-amerikanischen Diskurs
3.2.3 Zusammenfassung
3.3 Bedingungen der Berichterstattung nach dem 11. September 2001
3.3.1 Die Maßnahmen der direkten Zensur
3.3.2 Die Maßnahmen der indirekten Zensur
3.3.3 „Ralley-around-the-flag“-Effekt und die Symbiose von Krieg und Medien
3.3.4 Zusammenfassung
3.4 Zusammenfassung
D METHODIK
4. Methodischer Überblick
4.1 Die Verbindung von Argumentations- und Inhaltsanalyse
4.2 Die Darstellung des Analysegegenstands
4.2.1 Analysegegenstand der Vorstudie: Die Bundestagsprotokolle
4.2.2 Analysegegenstand der Hauptstudie: Die Kommentare
4.3 Zusammenfassung
E ERGEBNISSE DER VORSTUDIE
5. Kriegsdebatte im Deutschen Bundestag
5.1 Das Argument der „Verteidigung“
5.1.1 Die Verteidigung der Zivilisation
5.1.2 Die politische Verantwortung ohne Alternativen
5.1.3 Die Selbstverteidigung
5.1.4 Zusammenfassung
5.2 Das Argument der „Bündnis- und Solidaritätsverpflichtung“
5.2.1 Die Nato-Bündnispflicht innerhalb eines gemeinsamen Vorgehens
5.2.2 Die historische Verpflichtung Deutschlands
5.2.3 Zusammenfassung
5.3 Das Argument der „neuen Sicherheitslage“
5.3.1 Die neue Rolle Deutschlands
5.3.2 Der Wandel in der deutschen Sicherheitsstrategie
5.3.3 Zusammenfassung
5.4 Das Argument der „Befreiung Afghanistans“
5.4.1 Die politische und humanitäre Befreiung Afghanistans
5.4.2 Zusammenfassung
5.5 Argumente gegen ein militärisches Vorgehen in Afghanistan
5.5.1 Die Forderung nach einem politischen Vorgehen
5.5.2 Die Kritik an Kriegsfolgen
5.5.3 Zusammenfassung
5.6 Zwischenergebnis nach der Vorstudie
F HINTERGRUND
6. Deutschlands Interessen an einem Militärbeitrag in Afghanistan
6.1 Deutschlands Wirtschaftsinteresse in Afghanistan
6.2 Deutschlands geopolitisches Interesse in Zentralasien
6.3 Der Afghanistan-Einsatz als Katalysator im sicherheitspolitischen Wandel
6.3.1 Der „antimilitärische Konsens“ bis 1990
6.3.2 Die strategische Erweiterung des Begriffs der Landesverteidigung
6.3.3 Das Ende der Landesverteidigung und die Verteidigung der Interessen
6.4 Zusammenfassung
G ERGEBNISSE DER HAUPTSTUDIE
7. Die Haltung der deutschen Presse zum Afghanistan-Krieg
7.1 Das rechtskonservative Medium: Die Welt
7.1.1 Die Verteidigung gegen Feinde im In- und Ausland
7.1.2 Die Natürlichkeit des Militärischen als politische Verantwortung
7.1.3 Die Normalisierung der weltpolitischen Rolle Deutschlands
7.1.4 Der konventionelle Krieg als Mittel zur Befreiung
7.1.5 Zusammenfassung und Ableitung einer politischen Einordnung
7.2. Das linksliberale Medium: Frankfurter Rundschau
7.2.1 Die flüchtige Kritik am Realisieren politischer Verantwortung
7.2.2 Der Militäreinsatz zur Umsetzung einer gerechten Weltordnung
7.2.3 Das Beenden der Flüchtlingskatastrophe durch Erzwingen von Frieden
7.2.4 Die Kritik an der Durchführung des Militäreinsatzes
7.2.5 Zusammenfassung und Ableitung einer politischen Einordnung
7.3. Ergebnisse nach der Hauptstudie
H FAZIT
8. Zusammenfassung der Ergebnisse
I LITERATURVERZEICHNIS
9. Quellen und Fachliteratur
9.1 Quellen
9.1.1 Amtliche Drucksachen
9.1.2 Reden
9.1.3 Kommentare der Zeitung Die Welt
9.1.4 Kommentare der Zeitung Frankfurter Rundschau
9.2 Fachliteratur
Die Arbeit untersucht die Haltung der deutschen überregionalen Presse zum Afghanistankrieg 2001 anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse der Kommentare der Zeitungen Frankfurter Rundschau und Die Welt, um zu klären, wie der mediale Diskurs über Krieg und Frieden gestaltet wurde und ob die Zeitungen ihrer politischen Funktion der kritischen Meinungsbildung gerecht wurden.
Die politische Funktion der Medien und ihre Einschränkungen
Im folgenden Abschnitt wird das normative Konzept von Öffentlichkeit vorgestellt. Dieses sieht für die Medien die politische Aufgabe vor, die Voraussetzungen für die aktive Ausübung von Meinungsbildung zu schaffen. Die politische Funktion wird allerdings durch verschiedene Faktoren eingeschränkt: Die Beschaffenheit der Medien, veränderte Rahmenbedingungen sowie Kriegs- und Krisensituationen wirken einer Ausführung der eigentlichen Aufgabe entgegen. Der Frage, welche Grundvoraussetzung gegeben sein muss, damit Medien dennoch ihre politische Funktion erfüllen könnten, wird abschließend nachgegangen.
Die Medien erfüllen in der Gesellschaft verschiedene Funktionen. Neben der sozialen und ökonomischen wird die politische als die traditionelle Funktion verstanden, die in Informationsvermittlung, Meinungsbildung, Kontrolle und Kritik unterteilt werden kann. Die politische Funktion der Medien besteht darin, den einzelnen Mitgliedern der Gesellschaft durch Vermittlung von Information die Möglichkeit zu bieten, informiert und aufgeklärt aktiv an den politischen Entscheidungsprozessen mitzuwirken. Die Bedeutsamkeit der Informationsobliegenheit wird durch ihre schriftliche Fixierung in Landespressegesetzen, Staatsverträgen und Mediengesetzen gestützt. Bei dieser Ansichtsweise über den Auftrag der Medien spielt HABERMAS' normative Konzeption von Öffentlichkeit eine zentrale Rolle, die neben LUHMANNs systemtheoretischem Verständnis eine der zwei grundsätzlichen Konzeptionen von Öffentlichkeit in der deutschen Tradition darstellt.
A EINLEITUNG: Führt in das Thema der Berichterstattung über den Afghanistankrieg ein und beschreibt die Forschungsfragen sowie die theoretische Verortung der Arbeit.
B THEORETISCHER RAHMEN: Analysiert das normative Konzept von Öffentlichkeit und die Faktoren, die die politische Funktion der Medien in Kriegszeiten einschränken.
C KONTEXT: Fasst die Ereignisse seit dem 11. September 2001 zusammen und erläutert die Interpretationsmuster der US-Regierung sowie die Bedingungen der Kriegsberichterstattung.
D METHODIK: Stellt den methodischen Ansatz vor, der Argumentationsanalyse und historische Inhaltsanalyse verbindet, um die Vor- und Hauptstudie durchzuführen.
E ERGEBNISSE DER VORSTUDIE: Präsentiert die Analyse der Bundestagsdebatten und die identifizierten Argumentationsmuster der politischen Parteien.
F HINTERGRUND: Untersucht die langfristigen wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen Deutschlands an einem Militärbeitrag in Afghanistan.
G ERGEBNISSE DER HAUPTSTUDIE: Wertet die Haltung der Zeitungen Die Welt und Frankfurter Rundschau aus und vergleicht diese mit den Ergebnissen der Vorstudie.
H FAZIT: Verortet die Ergebnisse im theoretischen Rahmen und zieht ein Resümee zur politischen Funktion der Medien während des Afghanistankrieges.
Afghanistan, Krieg, Medien, Inhaltsanalyse, Frankfurter Rundschau, Die Welt, Sicherheitspolitik, Öffentlichkeit, Kriegsberichterstattung, Zensur, Framing, Agenda-Setting, Solidarität, Deutsche Außenpolitik
Die Arbeit untersucht die Haltung der deutschen überregionalen Presse (Frankfurter Rundschau und Die Welt) gegenüber dem Afghanistankrieg 2001.
Die zentralen Themen sind die Rolle der Medien in Konfliktsituationen, die Rechtfertigung von Kriegseinsätzen und die Darstellung politischer Argumente im Diskurs.
Ziel ist es herauszufinden, ob die Medien ihrer Rolle als kritische Kontrollinstanz nachkamen oder ob sie den kriegsunterstützenden Diskurs unkritisch übernahmen.
Es wird eine Kombination aus qualitativer Argumentationsanalyse und historischer Inhaltsanalyse genutzt, um sowohl Bundestagsdebatten als auch journalistische Kommentare auszuwerten.
Der Hauptteil analysiert die Debatten im Deutschen Bundestag, die Hintergründe deutscher Interessen in Afghanistan und die spezifische Auswertung der Pressekommentare.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Kriegsberichterstattung, Framing, Agenda-Setting, Sicherheitsarchitektur und politische Funktion der Medien.
Der Begriff markiert den Versuch der Politik, den 11. September 2001 als historischen Wendepunkt zu definieren, um militärische Auslandseinsätze legitim zu rechtfertigen.
Während Die Welt den offiziellen Regierungskurs stark stützte, war die Frankfurter Rundschau in ihrer Argumentation differenzierter, übte jedoch letztlich ebenfalls keine grundlegende Kritik am militärischen Einsatz an sich.
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