Examensarbeit, 2006
116 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Begriffsklärung
2.1 Rechenschwierigkeiten
2.2 Rechenschwäche
2.2.1 Diskrepanzdefinitionen
2.2.2 Phänomenologische Definitionen
2.2.3 Kommentar
2.3 Zusammenfassung
3. Entwicklungen im Grundschulalter
3.1 Die Besonderheiten des mathematischen Lernprozesses
3.2 Entwicklung des mathematischen Denkens
3.2.1 Die Stufen der Verinnerlichung
3.2.1.1 Stufe 1: Das konkrete Handeln mit Gegenständen
3.2.1.2 Stufe 2: Die bildliche Darstellung mit graphischen Zeichen und Markierungshilfen
3.2.1.3 Stufe 3: Darstellung und Umsetzung mathematischer Operationen mit Hilfe von Zahlen und Ziffern
3.2.1.4 Stufe 4: Automatisierung und Anwendung
3.2.1.5 Zusammenfassung
3.2.2 Die Bedeutung der Zählfähigkeit
3.2.3 Die Bedeutung von Abstraktion und Vorstellung
3.2.4 Die Bedeutung von Konzentration und Gedächtnis
3.3 Abschließender Kommentar
4. Zum Auftreten von Rechenschwierigkeiten
4.1 Erste Anzeichen
4.2 Typische Fehler und Probleme in Kasse 1
4.2.1 Basale Teilleistungsstörungen
4.2.2 Schwierigkeiten im Klassifizieren
4.2.3 Probleme bei den Begriffen gleich viel, mehr und weniger
4.2.4 Zählfehler
4.2.5 Unzureichendes Operationsverständnis
4.2.6 Schwierigkeiten mit zwei- und mehrstelligen Zahlen
4.2.7 Zusammenfassende Bemerkung
4.3 Typische Fehler und Probleme in Klasse 2
4.3.1 Zahlendreher
4.3.2 Schwierigkeiten bei der Zehnerüberschreitung
4.3.3 Kippfehler
4.3.4 Fehler im Mächtigkeitsvergleich zweistelliger Zahlen
4.3.5 Schwierigkeiten bei der Orientierung im Zahlenraum
4.3.6 Schwierigkeiten bei der Multiplikation
4.3.7 Probleme bei Sachaufgaben
4.3.8 Zunehmendes Auftreten von psychischen Folgestörungen
4.3.9 Zusammenfassende Bemerkung
4.4 Typische Fehler und Probleme in Klasse 3
4.4.1 Verstärkte Orientierungslosigkeit im Zahlenraum
4.4.2 Rechenfehler bei der Addition und Subtraktion
4.4.3 Schwierigkeiten beim Runden
4.4.4 Auffälligkeiten bei der schriftlichen Addition und Subtraktion
4.4.5 Schwierigkeiten bei der schriftlichen Multiplikation
4.4.6 Auffälligkeiten beim schriftlichen Dividieren
4.4.7 Mangelndes Verständnis bezüglich der Maßeinheiten und der Uhr
4.4.8 Zuspitzung der Probleme bei Sachaufgaben
4.4.9 Verschlechterung der psychischen Lage
4.5 Typische Fehler und Probleme in Klasse 4
4.5.1 Keine Bewältigung der Zahlenraumerweiterung
4.5.2 Probleme beim Kopfrechnen
4.5.3 Defizite beim schriftlichen Dividieren mit zweistelligem Divisor
4.5.4 Ansteigende Probleme bei Sachaufgaben
4.5.5 Die psychische Lage
4.6 Veranschaulichungsmittel und ihr Gebrauch von rechenschwachen Kindern
4.7. Fallbeispiele
4.7.1 Sven
4.7.2 Monika
4.7.3 Alexander
4.7.4. Rafaela
4.8 Abschließender Kommentar
5. Diagnostik
5.1 Geeignete Tests
5.1.1 Der Piaget- Test zum Kardinalverständnis
5.1.2 Dosen im Kasten
5.1.3 Fehleranalyse
6. Förderung
6.1 Inhaltsübergreifende Fördermöglichkeiten
6.1.1 Förderung der visuellen Fähigkeiten
6.1.2 Training des Gedächtnisses
6.1.3 Förderung von Konzentration und Aufmerksamkeit
6.2 Fördermöglichkeiten in den mathematischen Inhaltsbereichen
6.2.1 Zahlen, Zahlraumvorstellungen, Zählen
6.2.2 Addition und Subtraktion
6.2.3 Multiplikation und Division
6.2.4 Schriftliche Rechenverfahren
6.4 Förderung bei Monika
7. Fazit
Die Arbeit untersucht das Auftreten von Rechenschwierigkeiten in der Grundschule mit dem Ziel, Lehrpersonen praxisnahe Unterstützung bei der Früherkennung und der Einleitung geeigneter Fördermaßnahmen zu bieten. Dabei steht weniger die klinische Diagnose im Vordergrund als vielmehr die Identifikation von individuellen Lernschwierigkeiten, um Kindern eine effektive Unterstützung im mathematischen Lernprozess zu ermöglichen.
4.2.3 Probleme bei den Begriffen gleich viel, mehr und weniger
Das Kind muss verstehen, dass eine Anzahl gleich bleibt, wenn nichts hinzugegeben oder weggenommen wird (vgl. ebd.). In einer bestimmten Phase der Entwicklung ist ein Kind davon überzeugt, dass eine Menge mehr ist, wenn sie nach mehr aussieht. Dieses Phänomen wird im Folgenden veranschaulicht (vgl. a.a.O., 25):
Dem Kind werden zwei Reihen mit parallel angeordneten Objekten dargeboten. Abbildung 3
Das Kind wird feststellen, dass auf beiden Seiten gleich viele Objekte liegen. Dann wird vor den Augen des Kindes der Abstand der Objekte in einer Reihe vergrößert, so dass diese Reihe länger ist, aber noch immer die gleiche Anzahl von Objekten besitzt.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, Rechenschwierigkeiten in der Grundschule zu verstehen und Lehrern Strategien zur Erkennung und Förderung an die Hand zu geben.
2. Begriffsklärung: Dieses Kapitel klärt die Begriffe Rechenschwierigkeiten und Rechenschwäche und beleuchtet verschiedene wissenschaftliche Definitionsansätze, wie Diskrepanz- und phänomenologische Definitionen.
3. Entwicklungen im Grundschulalter: Es werden die Grundlagen des mathematischen Lernprozesses, wie Stufen der Verinnerlichung und die Bedeutung von Zählfähigkeit, Abstraktion und Konzentration, dargestellt.
4. Zum Auftreten von Rechenschwierigkeiten: Dieses zentrale Kapitel analysiert systematisch typische Fehlerbilder und Probleme über alle vier Klassenstufen hinweg, inklusive Fallbeispielen und einer kritischen Betrachtung von Veranschaulichungsmitteln.
5. Diagnostik: Der Fokus liegt auf der praktischen Diagnostik durch die Lehrperson mittels hypothesengeleitetem Beobachten und spezifischen Tests.
6. Förderung: Hier werden konkrete Fördermöglichkeiten für inhaltsübergreifende Fähigkeiten und spezifische mathematische Bereiche aufgezeigt, abgerundet durch die Fallbeispiel-Förderung von Monika.
7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine individuelle Förderung wichtiger ist als eine formale Diagnosestellung und betont die Notwendigkeit der Früherkennung.
Rechenschwierigkeiten, Rechenschwäche, Dyskalkulie, Grundschule, Mathematikunterricht, Diagnostik, Förderung, Fehleranalyse, Zählstrategien, Veranschaulichungsmittel, Stellenwertverständnis, Lernprozess, Mathematiklernen, Teilleistungsschwäche, Frühförderung.
Die Arbeit befasst sich mit der Identifikation und Förderung von Kindern mit Rechenschwierigkeiten im Mathematikunterricht der Grundschule.
Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung von Rechenstörungen, die Analyse der kognitiven Entwicklung beim Mathematiklernen, die Beschreibung typischer Fehlermuster in den Klassen 1 bis 4 sowie praktische Ansätze zur Diagnose und Förderung.
Das Ziel ist es, Lehrkräften aufzuzeigen, wie sie Rechenschwierigkeiten frühzeitig erkennen und durch individuell angepasste Fördermaßnahmen dem betroffenen Kind beim Mathematiklernen helfen können.
Die Arbeit empfiehlt primär das Verfahren des hypothesengeleiteten Beobachtens, bei dem die Lehrperson durch gezielte Aufgabenstellungen und anschließende Analyse der Vorgehensweise des Kindes Hypothesen über dessen mathematisches Verständnis prüft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der mathematischen Entwicklung, die detaillierte Klassifizierung von typischen Fehlern und Problemen je Klassenstufe sowie die Vorstellung spezifischer Diagnose- und Fördermethoden.
Wichtige Begriffe sind Rechenschwierigkeiten, Dyskalkulie, mathematischer Lernprozess, Fehleranalyse, Veranschaulichungsmittel und individuelle Förderung.
Die Autorin argumentiert, dass für den pädagogischen Alltag im Unterricht das Wohlergehen des Kindes und die gezielte Hilfe bei Defiziten wichtiger ist als die klinische Einordnung, ob eine Dyskalkulie vorliegt oder nicht.
Die Arbeit zeigt auf, dass viele Kinder Veranschaulichungsmittel nicht ihrem Zweck entsprechend nutzen, sondern sie als mechanische Hilfsmittel (z.B. Fingerersatz) verwenden oder aufgrund ihrer Gestaltung sogar eher verwirrt werden, weshalb deren Einsatz kritisch reflektiert werden muss.
Das zählende Rechnen verhindert den Aufbau eines tragfähigen Zahlbegriffs und führt bei komplexeren Aufgaben, wie dem Zehnerübergang oder dem schriftlichen Rechnen, zu massiven Verständnisproblemen und Zeitverlust.
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