Diplomarbeit, 2004
90 Seiten, Note: 1,0
1. Die aktuelle Lebenssituation von Familien in Deutschland
1.1. Ökonomie
1.2. Rollenkomplexität
1.3. Multilokalität
1.4. Alltagszeit
1.5. Flexibilität
1.6. Kinderbetreuungsangebot
2. Anforderungen an katholische Kindertageseinrichtungen im 21. Jahrhundert
2.1. Marktorientierung
2.2. Kundenorientierung
2.3. Rückgang der Kirchensteuer
2.4. Finanzierungsmodelle
2.5. Pisa und Bayerischer Erziehungs- und Bildungsplan
2.6. Profil und Glaubensbezeugung
3. Die Position der katholischen Kirche in Deutschland
3.1. Weichenstellung des Konzils
3.2. Mitverantwortung für das Leben der Menschen und die Zukunft der Gesellschaft (Die Deutschen Bischöfe)
3.3. Innovation aus Tradition (KTK: Bundesverband katholischer Tageseinrichtungen für Kinder)
3.4. Ein klares Profil (KTK – Bayern)
3.5. Wo kleines Gross werden kann (Der Bischof von Augsburg)
4. Die Situation kirchlicher Träger von Kindertagesstätten
4.1. Kirche im Umbau
4.2. Drei Gespräche mit Priestern als Träger katholischer Kindertagesstätten
4.2.1. ‚Mitspracherecht ohne Verantwortung’
4.2.2. ‚Trägerschaft im Vorübergehen’
4.2.3. ‚Trägerschaft als Auftrag’
5. Die theologische Präferenztheorie für eine Trägerschaft
5.1. Primat der Diakonie
5.2. Auftrag der katholischen Tageseinrichtungen
5.2.1. „Caritas Dei“: Grundlage einer theologische Präferenztheorie
5.2.1.1. Communio und Charismen
5.2.1.2. Abbild und Vergänglichkeit
5.2.1.3. Freiheit, Gerechtigkeit, Mitschöpferschaft
5.2.1.4. Spiritualität und Barmherzigkeit
5.2.1.5. Solidarität und Subsidiarität
5.2.1.6. Leid und Not, Gut und Böse
5.2.1.7. Sünde und Beziehungswirklichkeit
5.2.1.8. Leben teilen
5.2.1.9. Adressaten
6. Theologische Kriterien für die Bestimmung der Qualität katholischer Träger von Kindertageseinrichtungen
6.1. Trägerschaft als Dienstleistungsfunktion
6.2. Trägerschaft als partizipative Wahrnehmung von Leitungsfunktionen
6.3. Trägerschaft als anwaltliches Handeln
7. Innovationsschub durch Qualitätsentwicklungsprozesse
7.1. Leitbildformulierung im Rahmen des QM - Projekt (Caritasverband Augsburg)
7.1.1. Leitbild
7.1.2. Handbuch
7.2. Selbstevaluation (IFP Handbuch)
7.2.1. Elternbefragung
7.2.2. Auswertung
7.3. KTK- Gütesiegel
7.3.1. Qualitätsdimensionen
7.3.2. Qualitätsanforderungen
7.3.3. Nachweismöglichkeiten
7.3.4. Bewertungsfläche
8. Reflexion und Rückbesinnung
8.1. Der Kindergarten: „Auge der Pfarrei“
8.2. Die Tageseinrichtung: „Geschenk für die Familie“
Die Diplomarbeit untersucht die gegenwärtige Situation und Zukunft der katholischen Trägerschaft von Kindertageseinrichtungen vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen und kirchlicher Umbruchprozesse. Ziel ist es, pastoraltheologische Begründungen und Qualitätskriterien für den Verbleib der Kirche in diesem Arbeitsfeld zu entwickeln, um die Trägerschaft als "innovatives Management" und aktiven Teil der Gemeindepastoral zu etablieren.
Die Trägerschaft einer Kindertagesstätte durch die katholische Kirche: Von der unerträglichen Pflichtaufgabe zum innovativen Management
Kindergärten sind eine gesellschaftlich akzeptierte Selbstverständlichkeit. Kirchlich und gesellschaftlich anerkannt ist heute, dass Kinder in unserer Gesellschaft in einem geteilten Sozialisationsfeld, als privat-familiales und öffentlich-institutionelles aufwachsen. Unter den Tageseinrichtungen nehmen die unter konfessioneller Trägerschaft geführten Tagesstätten eine bedeutende Stellung ein:
„So befanden sich Ende 2002 64% aller Kindertageseinrichtungen in freier Trägerschaft…Von den insgesamt 23 610 Einrichtung in freier Trägerschaft waren 38 % in Trägerschaft des Deutschen Caritasverbands und anderer katholischer Träger (vor allem katholischer Kirchengemeinden).1
Trotz der gesellschaftlich anerkannten Position und der Akzeptanz der Familien wird binnenkirchlich sehr wohl die Frage nach der Bedeutung der konfessionell geführten Kindertagesstätte gestellt. Relevante Diskussionspunkte sind dabei: Ist das katholische Profil überhaupt noch gefragt? Und wie kann ein katholisches Profil in einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft umgesetzt werden? Können es sich die Diözesen und Kirchenstiftungen in Zukunft finanziell leisten, als Träger von Kindergärten aufzutreten? Mit diesen Fragen wurde ich in meiner Tätigkeit als Gemeindereferent in einer Pfarreiengemeinschaft (PG) konfrontiert.
Auf Grund der hohen Belastung durch die Leitungs- und Seelsorgeaufgaben in vier Pfarreien erwog der verantwortliche Priester der PG, die Trägerschaft der zwei kirchlichen Kindergärten abzugeben. Neben den finanziellen Belastungen für die Kirchenstiftung (bei zurückgehenden Kirchensteuereinnahmen und Spendengeldern) war ein wichtiger Grund für diese Überlegungen des derzeitigen Umbaus, in welchem sich die Kirche befindet, und welcher einen Großteil der pastoralen Kräfte zu binden droht. Die darauf hin folgenden Diskussionen drehten sich immer wieder um die gleiche Punkte:
1. Die aktuelle Lebenssituation von Familien in Deutschland: Analyse ökonomischer und gesellschaftlicher Faktoren wie Multilokalität und Zeitdruck, die den Druck auf Familien erhöhen.
2. Anforderungen an katholische Kindertageseinrichtungen im 21. Jahrhundert: Untersuchung der Notwendigkeit einer Profilschärfung und Marktorientierung angesichts veränderter Rahmenbedingungen.
3. Die Position der katholischen Kirche in Deutschland: Darstellung offizieller kirchenpolitischer Positionen und Konzilsbeschlüsse zur Rolle kirchlicher Kitas.
4. Die Situation kirchlicher Träger von Kindertagesstätten: Empirische Einblicke in den Priesteralltag und die Herausforderungen der Trägerschaft in Pfarreiengemeinschaften.
5. Die theologische Präferenztheorie für eine Trägerschaft: Entwurf einer pastoraltheologischen Basis zur theologischen Fundierung der Trägerschaft.
6. Theologische Kriterien für die Bestimmung der Qualität katholischer Träger von Kindertageseinrichtungen: Definition von Qualitätsmerkmalen wie Dienstleistung und Partizipation.
7. Innovationsschub durch Qualitätsentwicklungsprozesse: Vorstellung konkreter Verfahren wie Leitbildformulierung, Selbstevaluation und KTK-Gütesiegel.
8. Reflexion und Rückbesinnung: Zusammenfassende Betrachtung der Trägerschaft als pastorales Kerngeschäft und "Geschenk" für Familien.
Katholische Kindertageseinrichtungen, Trägerschaft, Pfarreiengemeinschaft, Pastoraltheologie, Caritas Dei, Qualitätsmanagement, Familienorientierung, Gemeindepastoral, Diakonie, Bildung, Erziehung, Kindorientierung, Glaubensbezeugung, Kirchenstiftung, Trägerqualität.
Die Arbeit analysiert die Trägerschaft von Kindertagesstätten durch die katholische Kirche und hinterfragt, wie diese Aufgabe in Zeiten des kirchlichen Umbruchs und finanzieller Engpässe als diakonischer Auftrag bewahrt und innovativ gestaltet werden kann.
Die Arbeit verbindet gesellschaftssoziologische Analysen zur Situation von Familien mit theologischen Überlegungen zur Trägerschaft sowie praxisorientierten Ansätzen aus dem Qualitätsmanagement in Kitas.
Das Ziel ist es, Argumente und Diskussionsgrundlagen zu liefern, um den Verbleib der Kirche in der Trägerschaft von Kindergärten als unverzichtbaren Bestandteil der Gemeindepastoral zu legitimieren und mit theologischen Kriterien zu qualifizieren.
Der Autor nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse (theologische und kirchenpolitische Dokumente) und qualitativer Forschung durch Experten-Gespräche mit Priestern sowie Selbstevaluationen in verschiedenen Kindertagesstätten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Situationsanalyse, den Entwurf einer theologischen "Präferenztheorie" auf Basis der Liebe Gottes (caritas Dei) und die Vorstellung konkreter Qualitätsinstrumente für die Trägerarbeit.
Die zentralen Begriffe sind: Katholische Kindertageseinrichtungen, Trägerschaft, Pastoraltheologie, Caritas Dei, Qualitätsmanagement und Gemeindepastoral.
Sie dient als theologisches Fundament, um das Handeln in Kindertagesstätten nicht als bloßes Dienstleistungsangebot zu begreifen, sondern als Ausdruck der Liebe Gottes, die sich im Dienst am Menschen (Diakonie) konkretisiert.
Der Autor zeigt Verständnis für den hohen Zeitdruck, plädiert jedoch für einen Perspektivwechsel: Anstatt die Trägerschaft als Last abzustoßen, sollte sie durch partizipative Managementstrukturen und eine Einbindung der Pfarrgemeinde als bereicherndes pastorales Feld begriffen werden.
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