Examensarbeit, 2007
131 Seiten, Note: 1,00
1 Einleitung: Fragestellungen
2 Die Sage: Definitionen, Kategorisierungen, Wandel
2.1 Definitionen des Sagenbegriffs
2.2 Kategorisierungen
2.3 Realitätsanspruch und Glaube
2.4 Die „moderne“ Sage
2.4.1 Die Suche nach einer Definition
2.4.2 Die „moderne“ Sage – ein neuer Sagentypus?
2.5 Aspekte der Sagenforschung
2.5.1 Strömungen und Tendenzen in der Sagenforschung
2.5.2 Die „moderne“ Sage in der Forschung
3 Methodische Aspekte
3.1 Das Internet als volkskundliches Forschungsfeld
3.2 Verbreitungswege „moderner“ Sagen im Internet
3.2.1 E-Mail
3.2.2 Foren
4 Bestandsaufnahme
4.1 Außerirdisches
4.1.1 Von Aliens entführt
4.1.2 Haunebu, Schauberger und die Flugscheiben
4.1.3 UFOs bei Google Earth
4.2 Unheimliches
4.2.1 Unheimliche Orte – neu aufgelegt im Internet
4.2.2 Unbekannter Zeitreisender?
4.2.3 Gruselfoto via E-Mail
4.2.4 Die Hexe von Blair
4.3 (Neue) Sagenwesen
4.3.1 Das „Rattenmädchen“
4.3.2 Meerjungfrau gefunden
4.3.3 Monsterspinnen im Irak
4.3.4 Riesendrache fotografiert?
4.3.5 Orbs
4.3.6 Bonsai Kitten
4.4 Vergiftetes
4.4.1 Vorsicht vor Swiffer-Tüchern
4.4.2 Wurmeier im Döner
4.4.3 Rattenurin auf Getränkedosen
4.4.4 Kakerlakeneier im Briefumschlag
4.5 Verschwörungen
4.5.1 Strichcodes und die Zahl 666
4.5.2 Chemtrails
4.5.3 AIDS-Sagen im Internet
4.5.4 Verschwörungstheorien rund um den 11. September
4.6 Sagen rund ums Internet
4.6.1 Microsoft verschenkt Geld für weitergeleitete Mails
4.6.2 Handy zu verschenken
5 Ergebnisse
5.1 Zentrale Elemente von Sagen im Internet
5.1.1 Vernetztheit, Internationalität und rasche Verbreitung
5.1.2 Begegnungen mit dem Unheimlichen und dem Tod
5.1.3 Konzerne und ihr Bild in „modernen“ Sagen
5.1.4 Die Angst vor Vergiftung als zentrales Motiv
5.1.5 „Moderne“ Sagen und Verschwörungen
5.1.6 Komik – charakteristisch für „moderne“ Sagen?
5.2 Funktionen „moderner“ Sagen
5.2.1 Erzählen – menschliches Grundbedürfnis
5.2.2 Bewältigung von Angst
5.2.3 Erklärung
5.2.4 Unterhaltung
5.2.5 Warnung
5.2.6 Sagen und ihre Moral - Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und Bestätigung von Vorurteilen
5.2.7 Sonstiges
5.3 Internetsagen in Diskussionsforen: Überlegungen zu Struktur und Kontext
5.3.1 Vorüberlegungen
5.3.2 Beispiel 1: Von Aliens entführt
5.3.3 Beispiel 2: Geisterhaus Dortmund-Syburg
5.3.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen über E-Mail und durch Foren verbreiteter Sagen
6 Schluss: Der Wandel der „modernen“ Sage durch das Internet – Entstehung eines neuen Sagentypus?
7 Quellen- und Literaturverzeichnis
7.1 Veröffentlichungen im Internet
7.2 Gedruckte Veröffentlichungen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wesen moderner Sagen im Internet und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob es sich bei diesen Phänomenen um einen neuen Sagentypus handelt. Dabei wird analysiert, welche Merkmale, Funktionen und Strukturen charakteristisch für Internet-Sagen sind und wie sich die digitale Kommunikation auf traditionelle Erzählformen auswirkt.
Die „moderne“ Sage
Am Anfang muss eine begriffliche Klärung der „modernen“ Sage stehen. Was kann als „moderne“ Sage bezeichnet werden, was nicht? Die Suche nach einer eindeutigen Definition gestaltet sich schwierig – Begriffe wie „moderne Sage“, „sagenhafte Geschichte“ oder die englischen Ausdrücke urban legend, urban myth und contemporary legend lassen sich nur schwer voneinander abgrenzen und sind Bezeichnungen für gleiche oder ähnliche Phänomene. Überholt ist mittlerweile zumindest der Begriff der urban legend und dessen Fokus auf den städtischen Bereich. Obwohl die wissenschaftliche Forschung „moderne“ Sagen erstmals im städtischen Umfeld nachgewiesen hat, hat sich das Phänomen längst entgrenzt.
Brednich fasst die „moderne“ Sage als mündliche Alltagsgeschichten auf, die sich auf aktuelle, lokalisierbare Ereignisse beziehen:
„Sie nehmen ihren Ausgang von Situationen des Alltags, werden vornehmlich mündlich vermittelt, und sie werden von den Erzählern geglaubt und mit Angabe der Zeugen und entsprechender Überzeugung so weitergegeben, dass sie auch von den Zuhörern für wahr erachtet werden müssen.“
Ob das der darin postulierte Wahrheitsgehalt sinnvolles Kriterium sein kann, wurde bereits in Punkt 2.3. erläutert.
Der Erzähler beginnt in der Regel mit einer Behauptung über einen zeitgenössischen Sachverhalt, aus dem sich ein Dialog oder eine Debatte ergibt. Auch wenn die Geschichte als Lüge präsentiert wird, so wird sie doch so erzählt, als wäre sie tatsächlich passiert, meist einem nicht näher benannten, entfernten Freund.
1 Einleitung: Fragestellungen: Die Einleitung führt in die Problematik ein, wie sich traditionelle Sagenmotive in die moderne, technisierte Welt übertragen, und definiert das Ziel der Arbeit, das Wesen der Internet-Sage zu entschlüsseln.
2 Die Sage: Definitionen, Kategorisierungen, Wandel: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Grundlage, indem es traditionelle Sagenbegriffe diskutiert und versucht, „moderne“ Sagen sowie deren Abgrenzung und Einordnung in die aktuelle Forschung darzustellen.
3 Methodische Aspekte: Hier wird das Internet als neuer, volkskundlicher Forschungsraum beleuchtet, wobei besonders auf die Dynamik zwischen Mündlichkeit, Schriftlichkeit und dem visuellen Aspekt der digitalen Kommunikation eingegangen wird.
4 Bestandsaufnahme: Das umfangreichste Kapitel kategorisiert und analysiert zahlreiche konkrete Sagenphänomene im Internet, von Alien-Entführungen und Verschwörungstheorien bis hin zu vermeintlichen Vergiftungsgefahren.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse fassen die zentralen Elemente und Funktionen moderner Sagen zusammen und untersuchen, wie soziale Netzwerke und Foren als moderne Erzählgemeinschaften fungieren.
6 Schluss: Der Wandel der „modernen“ Sage durch das Internet – Entstehung eines neuen Sagentypus?: Das Fazit beurteilt, ob es sich bei Internet-Sagen um einen grundlegend neuen Typus handelt oder lediglich um eine technologische Anpassung bewährter Erzählmotive.
7 Quellen- und Literaturverzeichnis: Ein detailliertes Verzeichnis aller für die Untersuchung herangezogenen Online-Quellen und gedruckten wissenschaftlichen Werke.
Moderne Sage, Internet, Folklore, Urban Legend, Verschwörungstheorie, Erzählkultur, Diskussionsforum, Digitale Kommunikation, Alltagsbewusstsein, Mythenbildung, Glaubwürdigkeit, Medienforschung, Sozialpsychologie, Angstbewältigung.
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung moderner Sagen, die im Internet verbreitet werden, und analysiert deren Wesen sowie ihre Einbettung in die heutige Informationsgesellschaft.
Zu den Schwerpunkten zählen die Definition des Sagenbegriffs, die Rolle des Internets als Erzählmedium, die Kategorisierung spezifischer Internetphänomene sowie die psychologischen und sozialen Funktionen des Sagen-Erzählens.
Das Hauptziel besteht darin zu klären, ob es sich bei den im Internet kursierenden Sagen um einen völlig neuen Sagentypus handelt oder ob sie lediglich eine Fortsetzung klassischer Sagenmotive unter veränderten technologischen Bedingungen darstellen.
Die Untersuchung basiert auf einer volkskundlichen Analyse, die sowohl theoretische Literatur als auch eine empirische Bestandsaufnahme von Beiträgen in Internetforen und E-Mail-Verläufen kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine methodische Reflexion über das Internet als Forschungsraum und eine detaillierte Bestandsaufnahme von Sagen, die in Kategorien wie „Außerirdisches“, „Verschwörungen“ und „Vergiftungsgefahren“ unterteilt sind.
Wichtige Begriffe sind moderne Sage, Internet-Folklore, Verschwörungstheorien, digitale Kommunikation, Erzählgemeinschaften und das Phänomen der Angstbewältigung.
Soziale Medien, insbesondere Diskussionsforen, dienen als moderne Erzählgemeinschaften, in denen sich Anonymität und ein spezifisches Interesse am Unheimlichen gegenseitig verstärken und so einen Nährboden für die Sagenbildung schaffen.
Bilder fungieren im Internet oft als vermeintliche Beweismittel. Digitale Bearbeitungstechniken ermöglichen es, das „Unheimliche“ visuell greifbar zu machen, was die Glaubwürdigkeit von Sagen in einer visuell geprägten Medienwelt scheinbar untermauert.
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