Masterarbeit, 2020
147 Seiten, Note: 1,5
1 Redistribution in Zeiten von Hyper-Konsum und Ressourcenverschwendung
2 Systematisierung des kollaborativen Konsums
2.1 Unterscheidung nach der Art der Organisation: profitorientiert versus gemeinnützig
2.2 Unterscheidung nach der Herkunft der Ressource: Unternehmensbesitz versus Privatbesitz
2.3 Unterscheidung nach der Art des Konsums: Eigentumsübertragung versus zugangsbasierter Konsum
3 Einordnung von kollaborativem Konsumverhalten
3.1 Systematisierung von Teilen
3.2 Spezielle Formen des Teilens bei kollaborativem Konsum
4 Der Collaborative Space: Beziehung aus kollaborativem Konsum und Teilen
4.1 Zugangsbasierte Konsumbereiche: eine Begriffsbestimmung
4.2 Redistributive Konsumbereiche: Definition und Abgrenzung der untersuchten Plattformen
5 Einflussfaktoren des Nutzungsverhaltens
5.1 Traits motivierten Nutzungsverhaltens
5.2 Motive des individuellen Nutzungsverhaltens
5.3 Extended Self: Identitätsbildender und -reflektierender Konsum
6 Empirische Forschung
6.1 Qualitatives Forschungsdesign
6.2 Erhebungsmethode
6.3 Datengewinnung
6.3.1 Datenerhebung
6.3.2 Datenerfassung
6.4 Datenauswertung
6.5 Inhaltsanalytische Gütekriterien nach Mayring (2015)
7 Ergebnisanalyse der Einflussfaktoren in den redistributiven Bereichen
7.1 Redistribution als Sharing-Aktivität
7.2 Traits in den redistributiven Bereichen
7.3 Gegenüberstellung motivationaler Einflussfaktoren
7.3.1 Motive in profitorientierten redistributiven Bereichen
7.3.2 Motive in gemeinnützigen redistributiven Bereichen
7.4 Die Rolle des Extended Self
8 Diskussion der Hauptergebnisse
8.1 Erweiterte Distributionsformen im kollaborativen Konsum: Teilen, Sharing, Commodity Exchange und Gift-Giving
8.2 Einfluss der Persönlichkeit in den redistributiven Bereichen kollaborativen Konsums
8.3 Integration der untersuchten Einflussfaktoren
8.4 Abstraktion der Einflussfaktoren
8.5 Limitationen und Forschungsausblick
9 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einflussfaktoren auf das Nutzungsverhalten innerhalb des kollaborativen Konsums, mit speziellem Fokus auf die redistributiven Bereiche. Ziel ist es, durch eine qualitative Analyse aufzuzeigen, wie persönliche Merkmale (Traits), individuelle Motive und das Konzept des "Extended Self" die Entscheidung für oder gegen spezifische Plattformen wie "eBay Kleinanzeigen" (profitorientiert) oder "Free Your Stuff" (gemeinnützig) beeinflussen.
3.1 Systematisierung von Teilen
"[Sharing is] the most universal form of human economic behavior, distinct from and more fundamental than reciprocity. [...] Sharing has probably been the most basic form of economic distribution in hominid societies for several hundred thousand years." (Price 1975, S. 5ff.)
Jeder Mensch hat in seinem Leben schon einmal etwas geteilt – sei es etwas Materielles, wie einen Geburtstagskuchen und das Zuhause, oder etwas Immaterielles, wie Aufmerksamkeit und Wissen. Belk (2007, S. 127) definiert Teilen als „die Handlung und der Prozess, dessen, was uns gehört, andere zu verteilen, um es zu verwenden, sowie die Handlung und der Prozess, etwas von anderen zu empfangen, um es zu verwenden.“ Anhand der folgenden drei Merkmale grenzt Teilen von den beiden anderen Distributionsarten ab, Warenaustausch (Commodity Exchange) und Verschenken (Gift-Giving) (vgl. Belk 2010, S 715ff.). Dazu zählen einerseits die Wahrnehmung des gemeinsamen Eigentums, und andererseits die prosozialen Absichten der Teilnehmer, wie das Interesse an sozialen Kontakten, die charakteristisch für das Teilen sind.
1 Redistribution in Zeiten von Hyper-Konsum und Ressourcenverschwendung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Ressourcenknappheit ein und stellt den kollaborativen Konsum als hoffnungsvollen Lösungsansatz für gesellschaftliche Probleme dar.
2 Systematisierung des kollaborativen Konsums: Hier werden theoretische Grundlagen geschaffen, um den kollaborativen Konsum anhand von drei bipolaren Dimensionen (Organisation, Herkunft, Art des Konsums) zu systematisieren.
3 Einordnung von kollaborativem Konsumverhalten: Dieses Kapitel definiert und grenzt den Begriff "Teilen" scharf von anderen Konsumformen ab und nutzt prototypische Ansätze, um menschliches Verhalten im Austausch besser zu verstehen.
4 Der Collaborative Space: Beziehung aus kollaborativem Konsum und Teilen: Hier wird der theoretische Rahmen durch das multidimensionale Schaubild von Hoffmann und Akbar (2018) aufgespannt, welches als Grundlage für die Einordnung der Plattformen dient.
5 Einflussfaktoren des Nutzungsverhaltens: Dieses Kapitel widmet sich der Theorie zu Persönlichkeitsmerkmalen (Traits), Motiven und dem Konzept des Extended Self als fundamentale Treiber des Konsumverhaltens.
6 Empirische Forschung: Es wird das methodische Vorgehen beschrieben, insbesondere die Anwendung von 12 problemzentrierten Leitfadeninterviews und deren Auswertung mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring.
7 Ergebnisanalyse der Einflussfaktoren in den redistributiven Bereichen: Die Ergebnisse aus der Interviewauswertung werden systematisch dargestellt und mit den theoretischen Konzepten verknüpft.
8 Diskussion der Hauptergebnisse: In diesem Kapitel werden die Befunde interpretiert und in ein abstrahiertes Modell integriert, um die Einflussfaktoren auf das Nutzungsverhalten übergreifend zu erklären.
9 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und reflektiert über die Forschungsarbeit sowie zukünftige Ansätze für weitere Studien.
Collaborative Consumption, Kollaborativer Konsum, Redistribution, Sharing, eBay Kleinanzeigen, Free Your Stuff, Extended Self, Big-Five, Persönlichkeitsmerkmale, Konsummotive, Qualitative Inhaltsanalyse, Leitfadeninterviews, Nutzenstiftung, Nachhaltigkeit, Konsumverhalten
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren das Nutzungsverhalten von Personen beeinflussen, wenn sie sich zwischen verschiedenen kollaborativen Konsumplattformen – wie dem profitorientierten "eBay Kleinanzeigen" und dem gemeinnützigen "Free Your Stuff" – entscheiden.
Die zentralen Themen sind der kollaborative Konsum (speziell im Bereich der Redistribution), die Psychologie der Konsumenten (Traits und Motive) sowie die Bedeutung von Eigentum für die Identität (Extended Self).
Das Ziel ist es, mehr Klarheit in den bislang wenig erforschten "Collaborative Space" zu bringen und zu identifizieren, ob und wie Persönlichkeitsmerkmale und individuelle Motive die Wahl und Nutzung dieser Plattformen steuern.
Die Arbeit nutzt ein qualitatives Forschungsdesign, bestehend aus 12 problemzentrierten Leitfadeninterviews, ergänzt durch quantitative Elemente eines Big-Five-Persönlichkeitstests, und wertet diese nach der qualitativen Inhaltsanalyse von Mayring aus.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe und Einflussfaktoren, die Beschreibung der empirischen Methodik sowie die detaillierte Analyse der Interviewdaten und deren anschließende Diskussion im Kontext der Forschungsfragen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Collaborative Consumption, Redistribution, Extended Self, Big-Five, Konsummotive und qualitative Inhaltsanalyse.
Es dient dazu, zu verstehen, warum Menschen ihre Besitztümer als Teil ihrer selbst betrachten und wie diese emotionale Verbindung (oder Distanz) die Bereitschaft beeinflusst, Gegenstände zu teilen, zu verkaufen oder zu verschenken.
Ja, die Studie zeigt, dass sich die Nutzer zwar in ihren Grund-Traits ähneln, ihre Motivation jedoch stark variiert: Während bei eBay Kleinanzeigen oft ökonomische Motive im Vordergrund stehen, dominieren bei Free Your Stuff ökologische und altruistische Beweggründe.
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