Bachelorarbeit, 2020
62 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Migration
1.1 Begriffsbestimmungen
1.2 Fluchtursachen
2. Das Schulsystem
2.1 Das deutsche Bildungssystem
2.2 Die Funktionen der Schule
2.3 Die Rolle der Lehrkraft innerhalb der Schule
2.4 Schulische Unterstützungs- und Beratungssysteme
2.5 Schulische Rechte der Flüchtlinge
3. Beziehung, Bindung und Bildung - Abgrenzungen und Zusammenhänge
3.1 Beziehung
3.2 Bindung
3.3 Bildung
3.4 Beziehung und Bindung als Voraussetzung für Bildungsprozesse
4. Trauma und Trauer
4.1 Begriffsbestimmungen
4.2 Abgrenzung von Trauer
4.3 Trauma – Ursachen, Symptome und Folgen
5. Die Zielgruppe: Minderjährige Flüchtlinge
5.1 Lebenswelt der Flüchtlinge
5.2 Lebenswelt unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge
5.3 Persönliche Ressourcen von jungen Flüchtlingen
5.4 Die schulische Realität zwischen Bildung und Abschiebung
6. Beziehungsarbeit
6.1 Vertrauen als Grundlage für Beziehungsarbeit in der Schule
6.2 Die Bedeutung der beziehungsgebenden Person in der Schule
6.3 Zur Relevanz von Beziehungsarbeit
6.4 Umsetzung der Beziehungsarbeit im System Schule
6.4.1 Bowlbys Ansatz für Beziehungsunsichere Menschen
6.4.2 Schule als sicherer Ort und die Bedeutung der Sozialisations- und Personalisationsfunktion
6.4.3 Ansätze zur Resilienzförderung
6.4.4 Rogers Therapieprinzipien
6.4.5 Individualität und kulturelle Unterschiede berücksichtigen
6.4.6 Grenzen der Beziehungsarbeit in der Schule
6.5 Zusammenfassende Betrachtung
7. Analyse einer Lehrerinnen - Schüler/-innen -Beziehung
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und konkrete Umsetzung gelingender Beziehungsarbeit mit minderjährigen Flüchtlingen im schulischen Kontext, da diese aufgrund von Traumata und Fluchterfahrungen einen besonderen Unterstützungsbedarf für ihre soziale, emotionale und persönliche Entwicklung aufweisen.
6.4.1 Bowlbys Ansatz für Beziehungsunsichere Menschen
Um eine gute Grundlage für neue, positivere Bindungserfahrungen im Leben der jungen Menschen zu schaffen, ist es von besonders großer Relevanz, dass die Jugendlichen ihre bisher erfahrenen schadhaften Bindungserfahrungen reflektieren und hinterfragen lernen, um diese gegebenenfalls zu korrigieren (Weiss, 2016). In diesem Sinne formulierte John Bowlby 1995 fünf Hauptaufgaben für die Arbeit mit Menschen, die schadhafte Bindungserfahrungen gemacht haben.
- „Die Pädadog/-in muss als sichere Basis verfügbar sein.
- Er/sie muss die Mädchen und Jungen zu mentaler Exploration, zum Reden über unbewusste Voreingenommenheiten, Übertragungen alter Bindungsinhalte ermutigen.
- Die Mädchen und Jungen können die Beziehung zu den Pädagog/-innen überprüfen und aktuelle Wahrnehmungen und Gefühle mit Erfahrungen mit den Eltern und anderen Bezugspersonen von früher vergleichen.
- Möglicherweise wird dann die Erkenntnis erleichtert, dass die alten Bindungsmodelle für die Gestaltung des zukünftigen Lebens unangemessen sind bzw. sein werden“ (Bowlby, 1995, S. 129).
Für die Ausgestaltung dieser Hinweise ist es obligatorisch, dass der Jugendliche immer wieder von der Lehrkraft zu kritischem Hinterfragen vergangener sowie gegenwärtiger Beziehungsmodelle angeregt wird. Fragen dieser Art fördern die Fähigkeit der Geflüchteten, Beziehungen und Sachverhalte zu reflektieren und sie im besten Fall ins Positive zu transformieren. Auf diese Weise führt das kritische und durch einen Pädagogen begleitete Hinterfragen von vergangenen Beziehungsmodellen dazu, dass Bedingungen geschaffen werden, die positivere Beziehungen in der Zukunft befördern (Weiss, 2016).
Einleitung: Begründung der Themenwahl, Herleitung der Forschungsfrage und Erläuterung des qualitativen methodischen Vorgehens anhand eines Praxisberichts.
1. Migration: Definition der Begriffe Flucht und Migration sowie Vorstellung der zentralen Fluchtursachen.
2. Das Schulsystem: Überblick über das deutsche Schulwesen, die Funktionen der Schule und die Rolle der Lehrkraft sowie die schulrechtliche Situation von Flüchtlingen.
3. Beziehung, Bindung und Bildung - Abgrenzungen und Zusammenhänge: Theoretische Fundierung der drei Kernbegriffe und ihre Wechselwirkung als Voraussetzung für erfolgreiche Lernprozesse.
4. Trauma und Trauer: Erläuterung der Traumathematik, Abgrenzung zur Trauer sowie Darstellung von Symptomen und Folgen.
5. Die Zielgruppe: Minderjährige Flüchtlinge: Analyse der Lebenswelten, der persönlichen Ressourcen und der schulischen Realität von minderjährigen Flüchtlingen.
6. Beziehungsarbeit: Zentrale Bedeutung von Vertrauen, der Rolle der Bezugsperson und konkrete Konzepte zur praktischen Umsetzung in der Schule.
7. Analyse einer Lehrerinnen - Schüler/-innen -Beziehung: Qualitative Reflexion und Analyse eines konkreten Praxisbeispiels aus einem DaZ-Klassen-Praktikum.
8. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf notwendige politische sowie erziehungswissenschaftliche Maßnahmen.
Beziehungsarbeit, minderjährige Flüchtlinge, Schule, Bindungstheorie, Trauma, Resilienz, interkulturelle Kompetenz, Vertrauen, Sonderpädagogik, emotionale-soziale Entwicklung, DaZ-Klasse, Lehrerrolle, soziale Integration, Partizipation, Schulpflicht.
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung von Beziehungsarbeit mit minderjährigen Flüchtlingen im schulischen Kontext, um deren Integration und Entwicklung zu unterstützen.
Die zentralen Felder umfassen Migration, Bindungstheorie, Traumapädagogik, das deutsche Schulsystem und die spezifischen Anforderungen an Lehrkräfte im Umgang mit geflüchteten jungen Menschen.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Welche Relevanz hat gelingende Beziehungsarbeit mit minderjährigen Flüchtlingen im System Schule, wie gelingt diese und wie kann sie konkret strukturell und persönlich umgesetzt werden?“
Die Autorin verwendet eine qualitative Literaturrecherche in Kombination mit einer reflexiven Analyse eigener Beobachtungen aus einem Schulpraktikum.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Bindung, Trauma und Schulsystem sowie in eine praxisorientierte Erörterung von Konzepten zur Beziehungsgestaltung und Resilienzförderung.
Wichtige Begriffe sind Beziehungsarbeit, Trauma, Bindung, Vertrauen, Resilienzförderung und die Lehrerrolle als Beratungsinstanz.
Zeit ist im System Schule ein knappes Gut; die Arbeit betont, dass intensiver Austausch oft durch straffe Organisation begrenzt wird, was die Notwendigkeit von festen Strukturen und Ritualen erhöht.
Die DaZ-Klasse dient als Fallbeispiel, um zu untersuchen, wie eine Lehrkraft durch spezielle Zuwendung (z.B. Kosenamen, Körperkontakt) einen sicheren Ort schaffen kann, der trotz anfänglicher Sprachbarrieren Vertrauen aufbaut.
Ja, die Arbeit stellt fest, dass bei schwersten Traumatisierungen die Schule therapeutische Unterstützung nicht ersetzen kann und Lehrkräfte ihre eigenen Grenzen sowie die notwendige professionelle Distanz wahren müssen.
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