Bachelorarbeit, 2018
40 Seiten, Note: 2.0
1. Einleitung
2. Der typische Verlauf einer spekulativen Blase
2.1. Das verlorene Jahrzehnt in Japan
2.2. Die Subprime Krise in den USA
3. Strukturelle Faktoren von Wirtschaftsblasen
3.1. Auslöser von Blasen – Verschiebungen
3.2 Vergrößernde Elemente
3.2.1 Finanzielle Liberalisierung, Kreditwachstum, Qualität von Schulden
3.2.2 Die Rolle der Medien, Feedback Loops und Ansteckung
3.2.3 Rating Agenturen
4. Marktpsychologie
4.1 Selbstvertrauen
4.2 Geschichten
4.3 Vergrößerungsmechanismen
4.3.1 Öffentliche Aufmerksamkeit für die Märkte und Herdenhaltung
4.3.2 Finanzielles Kurzzeitgedächtnis
5. Wirtschaftspolitische Auswirkungen
5.1 Politische Maßnahmen einer Zentralbank
5.1.2 Reduzierte Zinssätze und das Kreditziel
5.1.3 Andere mögliche Zentralbankmaßnahmen
5.2 Politische Strategien der Regierung
5.2.1 Die Tobin-Steuer
5.2.2 Ruhestand und Sparmaßnahmen
5.3 Der Kreditgeber der letzten Instanz
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehungsursachen und die Dynamik von Wirtschaftsblasen, wobei ein besonderer Fokus auf dem Zusammenspiel von strukturellen Faktoren und marktpsychologischen Prozessen liegt. Es wird analysiert, wie diese Faktoren Märkte in extreme Zustände treiben und welche wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur Vorbeugung oder Dämpfung solcher Krisen effektiv eingesetzt werden können.
3.1 Auslöser von Blasen – Verschiebungen
Nach Minsky (1982) beginnt jede Krise, nachdem Verschiebungen stattgefunden haben (vgl. Kindleberger/Aliber 2005). „Eine Verschiebung ist ein externes Ereignis oder ein Schock, der Horizonte, Erwartungen, erwartete Chancen und Verhalten ändert […]“ (Barbour 1963 zit. n. Kindleberger/Aliber 2005, S. 54) – im negativen oder positiven Sinne. So war beispielsweise der Krieg eine wiederkehrende Verschiebung in der Vergangenheit. Sieben bis zehn Jahre nach dem Ende eines Krieges schien auch die Reihe der Krisen ein wiederkehrendes Muster aufzuweisen.
Kindleberger und Aliber (2005) gehen davon aus, dass die verstrichene Zeit lang genug gewesen sein muss, um vorherige zu optimistische Erwartungen auf ein realistisches Niveau zu bringen. Alle weitreichenden politischen, sozialen und kulturellen Veränderungen – wie beispielsweise der Wechsel von staatlich überwachten Plänen zu privatisierten Pensionsplänen in den USA – werden als exogene Schocks betrachtet, ebenso wie Währungsdepressionen. Die IT-Revolution der 1990er Jahre gilt ebenfalls als große Verschiebung. Das Scheitern von Banken und Finanzinstitutionen in Verbindung mit daraus resultierenden Problemen für das gesamte System, wie im Falle des Zusammenbruchs der US-Bank Lehman Brothers (2008) wird ebenfalls als Verschiebung betrachtet.
Shiller (2005) verfeinert die Definition, indem er mögliche zukünftige Verschiebungen, wie das große Versagen neuer Technologien, eine Ölkrise, Kriege oder Kommunikationssatellitenprobleme hinzufügt. Es scheint jedoch unmöglich, sich nur auf exogene Ereignisse zu konzentrieren. Die Märkte sind zunehmend miteinander verbunden, daher besteht die Annahme, dass Verschiebungen entweder vollständig exogen, semi-exogen oder sogar innerhalb des Systems ausgelöst werden können.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das wiederkehrende Phänomen von Wirtschaftsblasen im Kontext technologischer Entwicklungen und finanzieller Liberalisierung, wobei die Relevanz der Marktpsychologie hervorgehoben wird.
2. Der typische Verlauf einer spekulativen Blase: Dieses Kapitel liefert eine historische Einordnung anhand der japanischen Immobilienblase der 1990er Jahre sowie der Subprime-Krise in den USA.
3. Strukturelle Faktoren von Wirtschaftsblasen: Hier werden die strukturellen Auslöser (Verschiebungen) sowie verstärkende Elemente wie Kreditwachstum, Medienberichterstattung und die Macht von Rating-Agenturen detailliert untersucht.
4. Marktpsychologie: Der Fokus liegt auf den verhaltensökonomischen Aspekten, wie dem prozyklischen Selbstvertrauen von Anlegern, der Bedeutung von Narrativen und dem Einfluss kollektiver Aufmerksamkeit.
5. Wirtschaftspolitische Auswirkungen: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene staatliche und geldpolitische Interventionsstrategien, darunter Zinspolitik, Einlagensicherung und steuerliche Instrumente wie die Tobin-Steuer.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont, dass trotz der Komplexität psychologischer Faktoren strukturelle Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, um die Stabilität des Finanzsystems zu wahren.
Wirtschaftsblase, Marktpsychologie, Finanzkrise, Kreditausweitung, Zentralbank, Immobilienmarkt, Spekulation, Feedback Loops, Rating-Agenturen, Tobin-Steuer, Herdenverhalten, Wirtschaftsgeschichte, Geldpolitik, Ansteckungseffekte, Kapitalmarkt.
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Dynamik von spekulativen Wirtschaftsblasen und den Möglichkeiten, diese durch gezielte politische Maßnahmen zu beeinflussen.
Die zentralen Themen sind das Zusammenspiel von strukturellen wirtschaftlichen Faktoren und der menschlichen Psychologie im Kontext globaler Finanzmärkte.
Ziel ist es, die Umstände und psychologischen Komponenten zu identifizieren, die Märkte immer wieder in Richtung von Extremen treiben, und darauf basierend wirksame politische Stabilisierungsstrategien abzuleiten.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse, die historische Fallbeispiele (Japan, USA) mit verhaltensökonomischen Theorien (z.B. Akerlof, Shiller, Minsky) kombiniert.
Der Hauptteil analysiert die Mechanismen hinter Blasen – von externen Schocks und Kreditwachstum bis hin zu psychologischen Verstärkern wie Medienberichten und dem finanziellen Kurzzeitgedächtnis.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Wirtschaftsblase, Marktpsychologie, Finanzkrise, Spekulation, Zentralbankpolitik und Verhaltensökonomik.
Laut Autor verstärken Rating-Agenturen Blasen durch ihre prozyklische Bewertungspraxis und ihren enormen Einfluss auf Anlageentscheidungen, wobei sie oft nur eine subjektive Meinung darstellen, für die sie jedoch selten haftbar gemacht werden.
Das „New Normal“ beschreibt den pessimistischen gesellschaftlichen Narrativ nach der Krise, der davon ausgeht, dass sich die wirtschaftliche Lage, insbesondere die Arbeitslosenquote, auch bei steigendem BIP nicht mehr vollständig erholen wird.
Sie gilt als effektiv zur Dämpfung kurzfristiger, spekulativer Transaktionen, ist jedoch umstritten, da sie global eingeführt werden müsste, um Ausweichbewegungen in andere Finanzzentren zu verhindern.
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