Bachelorarbeit, 2007
85 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
1.3 Vorgehensweise und Literatur zum Thema
1.4 Motivation zum Thema
2 Managed Care
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Entstehungsgeschichte in den USA
2.3 Versicherungsorientierte Organisationen und –Produkte
2.3.1 Health Maintenance Organization (HMO)
2.3.2 Point-of-Service-Produkte (POS-Produkte)
2.4 Anbieterorientierte Organisationen und –Produkte
2.4.1 Independant Practice Association (IPA)
2.4.2 Preferred Provider Organizations (PPOs)
2.4.3 Provider Sponsored Organizations (PSOs)
2.4.4 Networks
2.4.5 Integrated Delivery Systems (IDS)
2.4.6 Physician Hospital Organizations (PHOs)
2.5 Managed-Care-Instrumente
2.6 Bewertung des amerikanischen Gesundheitssystems
2.7 Entwicklung von Managed Care in Deutschland
2.8 Übertragbarkeit auf das deutsche Gesundheitswesen
3 Integrierte Versorgung
3.1 Begriff und Zielsetzung der Integrierten Versorgung
3.2 Die rechtlichen Grundlagen und Rahmenbedingungen
3.2.1 Gesundheitsreformgesetz 2000
3.2.2 Gesundheitssystemmodernisierungsgesetz (GMG) 2004
3.2.3 Gesundheitsreform 2007 (GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz)
3.3 Vertragsparteien, Vertragsarten und Vergütung
3.3.1 Vertragsparteien
3.3.2 Vertragsarten der Integrierten Versorgung
3.3.3 Vergütung zwischen den Vertragsparteien
3.4 Sozialrechtlich und parallel zulässige Versorgungsformen
4 Rahmenbedingungen, Chancen und Erfolgsfaktoren
4.1 Betriebwirtschaftliche Rahmenbedingungen
4.2 Chancen und Perspektiven für Krankenhäuser
4.3 Erfolgsfaktoren zur Umsetzung
4.3.1 Genaue Analyse und vorausschauende Planung
4.3.2 Strategie der umfassenden Kostenführerschaft
4.3.3 Strategie der Konzentration auf Schwerpunkte
4.3.4 Kooperationen und Netzwerkbildung
4.3.5 Strategische Ergänzung durch ein MVZ
4.3.6 Instrumente und Methoden zur Prozessoptimierung
4.3.6.1 Institutionelle Leitlinien
4.3.6.2 Behandlungspfade
4.3.6.3 Case Management
4.3.6.4 Disease Management
5 Innovative Versorgungsmodelle
5.1 Ein Medizinisches Versorgungszentrum am Krankenhaus
5.1.1 Entstehungsgeschichte
5.1.2 Konzeption der Versorgung
5.1.3 Management und Vergütung
5.1.4 Ergebnisse für das Klinikum und das MVZ
5.2 Vollversorgungsprojekt „Gesundes Kinzigtal“
5.2.1 Einsparcontracting
5.2.2 Leistungsinhalte des Vertrages
5.2.3 Management des Kinzigtal-Vertrages
5.2.4 Informationstechnische Anforderungen und Lösungen
6 Berufsspezifische Relevanz und kritische Aspekte
6.1 Relevanz für das Krankenhausmanagement
6.2 Relevanz für die Profession der Pflege
6.3 Kritische Aspekte und ethische Spannungsfelder
7 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit zielt darauf ab, den Begriff der "Integrierten Versorgung" zu definieren und aufzuzeigen, warum die Teilnahme an dieser Versorgungsform für Krankenhäuser unter den gegebenen betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine strategische Chance darstellt. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche Erfolgsfaktoren für eine gelungene Umsetzung maßgeblich sind und wie sich dieser strukturelle Wandel auf das Krankenhausmanagement sowie die Profession der Pflege auswirkt.
1.1 Relevanz des Themas
Die starren Grenzen zwischen dem ambulanten und stationären Sektor, knapper werdende finanzielle Ressourcen, mangelnde Effizienz, medizinisch-technischer Fortschritt, ein sich veränderndes Krankheitsspektrum und nicht zuletzt die immer älter werdende Bevölkerung und das sich verändernde soziokulturelle Umfeld führen zu wachsenden Problemen im deutschen Gesundheitswesen. Die Suche nach einem Weg aus dieser Krise ist eine der größten sozialpolitischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts (vgl. Haubrock u.a. 2000, 11). In der Vergangenheit konnten die Reformbemühungen in Deutschland nur zu kurzfristigen Kostendämpfungen und zu keinen echten Strukturveränderungen führen. Die bisherigen Gesundheitsreformen erschienen mit ihren begrenzt greifenden Maßnahmen wie blinder Aktionismus, während die Ärztinnen und Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken, Krankenkassen und die Pharmaindustrie ihre Pfründe und Privilegien verteidigten. Durch die daraus resultierenden Kostendämpfungen wurde das Auseinanderdriften von Einnahmen und Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht verhindert. Alle Versuche, die umfassenden Probleme zu lösen, erwiesen sich bisher als wenig erfolgreich (vgl. Haubrock u.a. 2000, 11; Mühlbacher 2002, 16).
Bei der Suche nach neuen Konzepten, Ideen und Organisationsformen der Leistungserbringung wurde der Blick daher auf das überwiegend marktwirtschaftlich gesteuerte Gesundheitssystem der USA gerichtet. Das in den USA entwickelte Konzept „Managed Care“ bietet Chance und Perspektive zugleich, die Probleme unseres Gesundheitssystems durch selektive anwendungsbezogene Übertragung auf das deutsche Gesundheitswesen und die Umsetzung von integrierten Versorgungskonzepten zu lösen. Die Integrierte Versorgung (IV) mit dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ ist eine Strategie, die vom deutschen Gesetzgeber mit der Gesundheitsreform 2000 in den §§ 140a ff. (siehe Anhang) des fünften Sozialgesetzbuches (SGB V) gesetzlich verankert wurde und dem Managed-Care-Ansatz entstammt (vgl. Haubrock u.a. 2000, 11; Stock u.a. 2005, 5). Die enorme Attraktivität des Managed-Care-Ansatzes liegt in der Erwartung, dass durch den Einsatz geeigneter Organisationsformen und Managementprinzipien sowohl die Kosten begrenzt werden können, als auch die Qualität der medizinischen Leistungserbringung erhöht werden kann und sich dadurch die kritische Situation des deutschen Gesundheitssystems verbessert (vgl. Amelung u.a. 2004, IX)
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die aktuelle Krise des deutschen Gesundheitssystems und die Notwendigkeit neuer Versorgungsformen, wobei das Konzept des Managed Care als vielversprechender Ansatz zur Strukturreform eingeführt wird.
2 Managed Care: Dieses Kapitel definiert Managed Care, beschreibt dessen US-amerikanische Entstehungsgeschichte und analysiert die Übertragbarkeit auf das deutsche Gesundheitswesen sowie die verschiedenen dortigen Organisationsmodelle.
3 Integrierte Versorgung: Hier werden die begrifflichen Grundlagen sowie die gesetzliche Entwicklung der Integrierten Versorgung in Deutschland seit der Gesundheitsreform 2000 detailliert dargelegt.
4 Rahmenbedingungen, Chancen und Erfolgsfaktoren: Das Kapitel analysiert die betriebswirtschaftliche Drucksituation von Krankenhäusern und erarbeitet Erfolgsfaktoren, wie etwa die Einrichtung von MVZs und die Optimierung durch Behandlungspfade, um im Wettbewerb zu bestehen.
5 Innovative Versorgungsmodelle: Anhand von zwei Praxisbeispielen, dem MVZ am Krankenhaus Lichtenberg und dem Projekt "Gesundes Kinzigtal", wird die praktische Umsetzung integrierter Versorgungsmodelle verdeutlicht.
6 Berufsspezifische Relevanz und kritische Aspekte: Dieser Abschnitt untersucht die Auswirkungen auf das Krankenhausmanagement sowie die Profession der Pflege und beleuchtet kritisch die ethischen Spannungsfelder, die mit der zunehmenden Ökonomisierung einhergehen.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Entwicklung der letzten Jahre zusammen und prognostiziert, dass die Integrierte Versorgung ein dauerhafter und zentraler Bestandteil für die Wettbewerbsfähigkeit von Krankenhäusern bleiben wird.
Managed Care, Integrierte Versorgung, Krankenhausmanagement, Gesundheitsreform, Prozessoptimierung, Patientenorientierung, Kostenführerschaft, Netzwerkbildung, Medizinisches Versorgungszentrum, Behandlungspfade, Case Management, Disease Management, sektorenübergreifend, Wettbewerb, SGB V
Die Arbeit analysiert, wie Krankenhäuser durch die Teilnahme an Modellen der "Integrierten Versorgung" – einem Ansatz, der aus dem US-amerikanischen "Managed Care" entlehnt ist – auf die zunehmende wirtschaftliche Drucksituation und den Strukturwandel im deutschen Gesundheitswesen reagieren können.
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der ökonomischen Situation von Krankenhäusern, der Definition und rechtlichen Einordnung der Integrierten Versorgung, der strategischen Prozessoptimierung sowie der Rolle, die Management und Pflege in diesem Transformationsprozess spielen.
Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie Krankenhäuser durch integrierte Versorgungskonzepte neue Chancen zur Sicherung ihrer Wirtschaftlichkeit und zur Qualitätssteigerung nutzen können, und dabei gleichzeitig die kritischen ethischen Aspekte dieser Entwicklung zu beleuchten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche unter Nutzung von Fachdatenbanken (wie medpilot und carelit), statistischen Quellen sowie einer kritischen Analyse aktueller gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen und Praxisbeispiele.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung von Managed Care, die rechtliche Verankerung der Integrierten Versorgung, die betriebswirtschaftliche Analyse der Krankenhauslandschaft sowie die Vorstellung innovativer Versorgungsmodelle (MVZ und Gesundes Kinzigtal).
Wichtige Begriffe sind Integrierte Versorgung, Managed Care, Prozessmanagement, Wettbewerbsfähigkeit, Krankenhausmanagement, sektorenübergreifende Versorgung und Patientenorientierung.
Das Management trägt die Verantwortung für die strategische Neuausrichtung hin zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen; dies erfordert den Wandel von einer reinen Funktionsorientierung zu einer durchgängigen, prozessorientierten Steuerung und die aktive Gestaltung von Kooperationen.
Das MVZ wird als eine bedeutende strategische Ergänzung für Krankenhäuser gewertet, da es die räumliche Konzentration und fachübergreifende Kooperation ermöglicht und somit einen wichtigen Baustein zur Integration der Wertschöpfungskette darstellt.
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