Magisterarbeit, 2007
140 Seiten, Note: 1,7
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
EINLEITUNG
I. THEORETISCHER TEIL
1. POLITIK UND MASSENMEDIEN – DIE AUSWIRKUNGEN DES MEDIENZEITALTERS AUF DIE POLITISCHE KOMMUNIKATION
2. FUNKTIONEN VON WAHLKAMPF – DIE BEGRIFFE WAHLKAMPF UND WAHLKAMPFKOMMUNIKATION
3. WAHLKAMPFKOMMUNIKATION UND DIE NEUEN HERAUSFORDERUNGEN
3.1 DER WANDEL DER WÄHLERSCHAFT
4. AMERIKANISIERUNG ODER MODERNISIERUNG DER POLITISCHER KOMMUNIKATION – DER WANDEL DES WAHLKAMPFS
4.1 BESTANDTEILE DES MODERNISIERUNGSKONZEPTES
4.1.1 DIE PERSONALISIERUNG DES WAHLKAMPFES
4.1.2 DIE MEDIATISIERUNG DES WAHLKAMPFES
4.1.3 DIE PROFESSIONALISIERUNG DES WAHLKAMPFES
4.1.4 DER MARKETING-ANSATZ IM WAHLKAMPF
4.1.5 DIE ENTIDEOLOGISIERUNG VON WAHLKAMPF
4.1.6 DIE INSZENIERUNG DES POLITISCHEN
II. EMPIRISCHER TEIL
5. EIN RÜCKBLICK AUF DIE BUNDESTAGSWAHLEN 1998 UND 2002
5.1 GEÄNDERTE VORZEICHEN IM BUNDESTAGSWAHLKAMPF 2002
6. DIE WAHLKAMPFKOMMUNIKATION DER SPD IM BUNDESTAGSWAHLKAMPF 2002
6.1 DIE ORGANISATION DER KAMPAGNE 2002 – DIE KAMPA02
6.2 WAHLKAMPFZIELE UND WAHLKAMPFSTRATEGIEN DER KAMPA02
6.3 DIE PERSONALISIERUNG DES WAHLKAMPFES
6.4 DIE MEDIATISIERUNG DES WAHLKAMPFES
6.4.1 MEDIATISIERUNG IM FERNSEHEN
6.4.2 MEDIATISIERUNG DER ÜBERREGIONALEN TAGESZEITUNGEN
6.5 DIE ENTIDEOLOGISIERUNG VON WAHLKAMPF
6.6 DIE PROFESSIONALISIERUNG DES WAHLKAMPFES
6.6.1 WAHLKAMPFMANAGER
6.6.2 WAHLKAMPFMITTEL UND WAHLKAMPFMATERIALIEN
6.7 DER MARKETING-ANSATZ IM WAHLKAMPF
6.7.1 MEDIENKAMPAGNE
6.7.2 WERBEKAMPAGNE
7. DIE ONLINE-KAMPAGNE 2002 – STRATEGIEN IM INTERNETWAHLKAMPF
8. DIE TV-DUELLE 2002 – EINE NEUE MÖGLICHKEIT DER WAHLKAMPFKOMMUNIKATION?
8.1 DAS ERSTE TV-DUELL AM 25. AUGUST 2002
8.2 DAS ZWEITE TV-DUELL AM 08. SEPTEMBER 2002
8.3 DER EINFLUSS DER MEDIENBERICHTERSTATTUNG IM ANSCHLUSS AN DIE TV-DUELLE AUF DIE WAHLENTSCHEIDUNG
9. DAS WAHLERGEBNIS – EIN ERKLÄRUNGSVERSUCH
10. FAZIT
Ziel dieser Arbeit ist die detaillierte Analyse der Wahlkampfkommunikation der SPD während des Bundestagswahlkampfs 2002, insbesondere unter Berücksichtigung der eingesetzten Strategien, Mittel und der Reaktion der Partei auf externe Ereignisse und Medienberichterstattung.
4.1.2 Die Mediatisierung des Wahlkampfes
Ein Wahlkampf ohne die Medien ist kaum vorstellbar. Zeitschriften, Fernsehen, Hörfunk und auch Internet sind unumgänglich Mittel zum Transport politischer Botschaften. Mit der Modernisierung der politischen Kommunikation, mit der Modernisierung der Wahlkämpfe, ist die Mediatisierung unzertrennlich verbunden. Nach Max Kaase ist mit der Mediatisierung von Wahlkämpfen jedoch nicht nur die zunehmende Bedeutung der modernen Medien für die Akteure der politischen Kommunikation gemeint, sondern auch die „Ausdifferenzierung spezifischer Wahlkampfstäbe in den Parteizentralen mit der Aufgabe der detaillierten Planung des Wahlkampfes vom Werbemitteleinsatz bis zum (Pseudo-) Ereignismanagement.“
Mediatisierung des Wahlkampfes heißt, dass die Parteien versuchen müssen ihre klassischen Wahlkampfereignisse so zu verändern und anzupassen, dass sie die Massenmedien erregen und so, über die Medien vermittelt, den Kontakt zur Masse der Wähler herstellen können. Dabei ist es hilfreich, Themen wie Ereignisse so zu platzieren, zu inszenieren und zu visualisieren, dass sie der Logik der Massenmedien und vor allem der Logik des Leitmediums Fernsehen genügen. So wird gerade die zwanghafte Anpassung der Politik an die Unterhaltungsanforderung des Fernsehens als Beleg für die gestiegene Mediatisierung gesehen. Das hat in erster Linie damit zu tun, dass gerade der Einfluss des Fernsehens als – zum Teil – wahlentscheidend eingestuft wird.
EINLEITUNG: Die Einleitung skizziert die Besonderheiten der Bundestagswahl 2002 als Novum und definiert das Ziel der Arbeit, die Wahlkampfkommunikation der SPD systematisch zu beleuchten.
I. THEORETISCHER TEIL: Dieser Teil legt die theoretischen Grundlagen zur politischen Kommunikation unter dem Einfluss von Massenmedien, modernen Wahlkampfstrategien und der Mediatisierung politischer Prozesse.
1. POLITIK UND MASSENMEDIEN – DIE AUSWIRKUNGEN DES MEDIENZEITALTERS AUF DIE POLITISCHE KOMMUNIKATION: Das Kapitel behandelt die zunehmende Abhängigkeit der Politik von den Selektions- und Präsentationslogiken der Medien in modernen Gesellschaften.
2. FUNKTIONEN VON WAHLKAMPF – DIE BEGRIFFE WAHLKAMPF UND WAHLKAMPFKOMMUNIKATION: Hier werden die Begriffe Wahlkampf und Wahlkampfkommunikation sowie deren Funktion im demokratischen Legitimationsprozess definiert.
3. WAHLKAMPFKOMMUNIKATION UND DIE NEUEN HERAUSFORDERUNGEN: Dieses Kapitel analysiert die veränderten Bedingungen für Parteien, wie den Wandel der Wählerschaft und die gestiegene mediale Konkurrenz.
3.1 DER WANDEL DER WÄHLERSCHAFT: Fokus auf die Erosion fester Parteibindungen und die wachsende Bedeutung von Wechselwählern in modernen Mediendemokratien.
4. AMERIKANISIERUNG ODER MODERNISIERUNG DER POLITISCHER KOMMUNIKATION – DER WANDEL DES WAHLKAMPFS: Diskussion über die Begrifflichkeiten "Amerikanisierung" und "Modernisierung" im Kontext von Wahlkampfprozessen.
4.1 BESTANDTEILE DES MODERNISIERUNGSKONZEPTES: Einführung in die zentralen Elemente der Modernisierung wie Personalisierung, Mediatisierung und professionelles Marketing.
4.1.1 DIE PERSONALISIERUNG DES WAHLKAMPFES: Untersuchung der Strategie, den Kandidaten in den Mittelpunkt der Kommunikation zu stellen, um Komplexität zu reduzieren.
4.1.2 DIE MEDIATISIERUNG DES WAHLKAMPFES: Analyse, wie politische Ereignisse an die Logik der Medien angepasst werden, um Aufmerksamkeit zu sichern.
4.1.3 DIE PROFESSIONALISIERUNG DES WAHLKAMPFES: Beschreibung der Zentralisierung und Technisierung von Wahlkampfprozessen durch Experten und spezialisierte Stäbe.
4.1.4 DER MARKETING-ANSATZ IM WAHLKAMPF: Übertragung kommerzieller Marketinginstrumente auf politische Kampagnen zur gezielten Wähleransprache.
4.1.5 DIE ENTIDEOLOGISIERUNG VON WAHLKAMPF: Erläuterung des Trends, dass ideologische Bindungen zugunsten einer flexiblen, kurzfristigen Themenorientierung in den Hintergrund treten.
4.1.6 DIE INSZENIERUNG DES POLITISCHEN: Behandlung der theatralen Inszenierung politischer Ereignisse als Mittel der modernen Aufmerksamkeitsökonomie.
II. EMPIRISCHER TEIL: Analyse der konkreten SPD-Wahlkampfstrategien 1998 und 2002 auf Basis der theoretischen Konzepte.
5. EIN RÜCKBLICK AUF DIE BUNDESTAGSWAHLEN 1998 UND 2002: Vergleich der beiden Kampagnen hinsichtlich ihrer strategischen Ausrichtung und Erfolgsfaktoren.
5.1 GEÄNDERTE VORZEICHEN IM BUNDESTAGSWAHLKAMPF 2002: Betrachtung der veränderten Rahmenbedingungen bei der Wahl 2002 im Vergleich zu 1998.
6. DIE WAHLKAMPFKOMMUNIKATION DER SPD IM BUNDESTAGSWAHLKAMPF 2002: Detaillierte Untersuchung der Organisation, Ziele und Strategien der SPD-Kampagne "Kampa02".
6.1 DIE ORGANISATION DER KAMPAGNE 2002 – DIE KAMPA02: Darstellung des Aufbaus und der Arbeitsweise der zentralen Wahlkampfzentrale.
6.2 WAHLKAMPFZIELE UND WAHLKAMPFSTRATEGIEN DER KAMPA02: Erläuterung der strategischen Säulen der SPD im Jahr 2002.
6.3 DIE PERSONALISIERUNG DES WAHLKAMPFES: Fokus auf die zentrale Rolle von Gerhard Schröder in der SPD-Kampagne 2002.
6.4 DIE MEDIATISIERUNG DES WAHLKAMPFES: Analyse der medialen Strategien in Fernsehen und Printmedien.
6.4.1 MEDIATISIERUNG IM FERNSEHEN: Untersuchung der Fernsehpräsenz und deren Bedeutung für die Kandidatenwahrnehmung.
6.4.2 MEDIATISIERUNG DER ÜBERREGIONALEN TAGESZEITUNGEN: Analyse der Berichterstattung in Qualitätszeitungen.
6.5 DIE ENTIDEOLOGISIERUNG VON WAHLKAMPF: Beobachtung der entideologisierten Ansätze in der SPD-Kampagne 2002.
6.6 DIE PROFESSIONALISIERUNG DES WAHLKAMPFES: Zusammenfassung der professionalisierten Strukturen der Kampa02.
6.6.1 WAHLKAMPFMANAGER: Rolle von Matthias Machnig als Leiter der Kampagne.
6.6.2 WAHLKAMPFMITTEL UND WAHLKAMPFMATERIALIEN: Vorstellung der eingesetzten Werbemittel.
6.7 DER MARKETING-ANSATZ IM WAHLKAMPF: Anwendung von Marketingmethoden in der SPD-Kampagne.
6.7.1 MEDIENKAMPAGNE: Einsatz von Public Relations zur Themensteuerung.
6.7.2 WERBEKAMPAGNE: Analyse der Print- und TV-Werbemittel der SPD.
7. DIE ONLINE-KAMPAGNE 2002 – STRATEGIEN IM INTERNETWAHLKAMPF: Darstellung der Bedeutung des Internets als eigenständiger Wahlkampfkanal.
8. DIE TV-DUELLE 2002 – EINE NEUE MÖGLICHKEIT DER WAHLKAMPFKOMMUNIKATION?: Untersuchung der Fernsehdebatten als neues, zentrales Element der Wahlkampfkommunikation.
8.1 DAS ERSTE TV-DUELL AM 25. AUGUST 2002: Analyse des ersten TV-Duells und dessen Wirkung.
8.2 DAS ZWEITE TV-DUELL AM 08. SEPTEMBER 2002: Analyse des zweiten TV-Duells und dessen entscheidender Wirkung.
8.3 DER EINFLUSS DER MEDIENBERICHTERSTATTUNG IM ANSCHLUSS AN DIE TV-DUELLE AUF DIE WAHLENTSCHEIDUNG: Bedeutung der Nachberichterstattung für die endgültige Wahlentscheidung.
9. DAS WAHLERGEBNIS – EIN ERKLÄRUNGSVERSUCH: Fazit und Erklärung für den Wahlerfolg der SPD trotz schwieriger Ausgangslage.
10. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Modernisierungs- und Professionalisierungsstrategien der SPD im Wahlkampf 2002.
Bundestagswahlkampf 2002, SPD, Wahlkampfkommunikation, Mediatisierung, Personalisierung, Professionalisierung, Kampa02, Politisches Marketing, Gerhard Schröder, Edmund Stoiber, TV-Duell, Online-Wahlkampf, Agenda-setting, Themenmanagement, Wahlkampfstrategie
Die Arbeit analysiert die Wahlkampfkommunikation der SPD im Bundestagswahlkampf 2002 und untersucht, wie die Partei moderne Strategien einsetzte, um trotz widriger Ausgangslage den Wahlsieg zu erringen.
Die zentralen Themen sind die Modernisierung der politischen Kommunikation, insbesondere durch Mediatisierung, Personalisierung, professionelles Marketing und den gezielten Einsatz von Internet-Kampagnen und TV-Duellen.
Das Ziel ist es, die Planung, Abläufe und Strategien der SPD-Wahlkampfkommunikation im Jahr 2002 zu durchleuchten und zu klären, wie diese zum Wahlerfolg beitrugen.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zu den Themen politische Kommunikation und Wahlkampfmodernisierung sowie eine empirische Betrachtung der Kampagne "Kampa02" und deren mediale Resonanz.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur politischen Kommunikation in modernen Medien und einen empirischen Teil, der die SPD-Kampagne 2002, die Rolle von Kanzler Schröder, Online-Strategien und TV-Duelle detailliert untersucht.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bundestagswahlkampf 2002, Kampa02, Mediatisierung, Personalisierung, Politisches Marketing und Themenmanagement charakterisiert.
Die TV-Duelle werden als zentrales, neues Wahlkampfmittel bewertet, das entscheidend dazu beitrug, Aufmerksamkeit von Sachthemen auf die Persönlichkeit der Kandidaten zu lenken und damit dem amtierenden Kanzler Schröder zu nutzen.
Die Online-Kampagne wird als erfolgreich bewertet, da sie es der SPD erstmals erlaubte, das Internet als eigenständigen Kommunikationskanal zur Mobilisierung der Mitglieder und zur schnellen Reaktion auf politische Angriffe zu nutzen.
Die Kampa02 ermöglichte eine straffe Zentralisierung und Koordination der Wahlkampfaktivitäten, wodurch die SPD geschlossen auftreten konnte, obwohl die externe Platzierung teilweise als strategischer Fehler diskutiert wurde.
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