Bachelorarbeit, 2017
44 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Emotionen
2.1.1 Emotionstheorie nach James-Lange
2.1.2 Theorie der somatischen Marker
2.2 Alexithymie
2.3 Herzschlagwahrnehmung
3. Fragestellung
4. Methoden
5. Ergebnisse
6. Diskussion
6.1 Diskussion der Literaturrecherche
6.2 Diskussion der Ergebnisse
6.2.2 Betrachtung der Studien mit gesunden Probanden
6.2.3 Betrachtung der Studien mit verschiedenen Störungsbildern
6.2.4 Vergleichbarkeit der Studien
6.2.5 Betrachtung der Stichprobengrößen
6.2.6 Betrachtung der Störungsbilder
7. Fazit
8. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Fähigkeit zur Herzschlagwahrnehmung als Komponente der Interozeption und dem Phänomen der Alexithymie. Ziel ist es, durch eine systematische Literaturrecherche zu klären, ob ein Defizit in der Wahrnehmung körperlicher Signale mit einer höheren Ausprägung von Alexithymie einhergeht.
2.1.1 Emotionstheorie nach James-Lange
Bis zum 19. Jahrhundert wurde angenommen, dass Emotionen rein mentale Prozesse seien und körperliche Erscheinungen in dieser Verbindung von keinem besonderen Wert seien (Schandry, 2011). Die ersten Begründer physiologischer Emotionstheorien waren William James (1842-1910) und Carl Lange (1834-1900). James veröffentlichte 1884 seinen bekannten Artikel „What is an emotion?“. Fast zeitgleich dazu veröffentlichte der Physiologe Carl Lange 1885 ein Buch, dass mit der Theorie von James übereinstimmte, was dazu führte, dass diese Theorie beide Namen trägt. James (1882) Überlegungen beruhen auf allen Emotionen, welche sich deutlich über körperliche Erscheinungen wiederspiegeln. Diese Emotionen sind körperlich spürbar, wenn sie auftreten. Würde man sich eine Emotion ohne all ihre körperlichen Veränderungen vorstellen, so würde nichts mehr übrig bleiben (James, 1882). Er führt an, dass die eigentliche Emotion nicht mehr als die Wahrnehmung der eigenen Körperprozesse sei.
Diese Prozesse sind die Folge eines auslösenden Reizes. So zeigt sich bei Personen, die bei Dunkelheit durch einen Wald laufen und plötzlich ein Geräusch hören, eine veränderte Atemfrequenz – der Körper begibt sich in eine Art Alarmstellung. Diese bewusst wahrgenommene Veränderung des Körpers auf den Reiz betitelt James demnach als die eigentliche Emotion. Auf diesen Artikeln folgte zahlreiche Kritik, der sich James stellen musste. Auf die Kritik an seiner Theorie stellte James noch einmal heraus, dass nicht nur der auslösende Reiz (z. B. ein Geräusch), sondern auch die Gesamtsituation (z. B. ein dunkler Wald), maßgeblicher Grund für die Körperreaktion und somit auch die Emotionsentstehung sind (Horstmann & Dreisbach, 2012). Weiterhin gab er an, dass es nicht nur die motorischen Aktivitäten seien, welche die Emotionsentstehung aktivieren, sondern erstrangig die viszeralen Veränderungen, sprich: die Reizreaktionen der inneren Organe wie Magen, Darm, Lunge oder Herz (Horstmann & Dreisbach, 2012).
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Emotionen und deren Bedeutung für den Alltag sowie Hinführung zum Phänomen der Alexithymie.
2. Theoretischer Hintergrund: Darlegung der physiologischen Emotionstheorien, des Konzepts der Alexithymie sowie der Grundlagen der Herzschlagwahrnehmung.
3. Fragestellung: Formulierung der Hypothese, dass ein Zusammenhang zwischen Alexithymie und einer verminderten Herzschlagwahrnehmung besteht.
4. Methoden: Erläuterung des systematischen Literaturrecherche-Prozesses in der Datenbank PubMed unter Anwendung spezifischer Ein- und Ausschlusskriterien.
5. Ergebnisse: Darstellung und tabellarische Zusammenfassung der ausgewerteten acht Originalstudien zu gesunden Probanden und verschiedenen Patientengruppen.
6. Diskussion: Kritische Reflexion der Methodik, der Studienergebnisse und Einordnung in den theoretischen Rahmen sowie Betrachtung der Stichprobengrößen und Störungsbilder.
7. Fazit: Bestätigung der Forschungshypothese, dass höhere Alexithymie-Werte mit einer niedrigeren Herzschlagwahrnehmung korrelieren.
8. Ausblick: Diskussion der sozialen Relevanz der Emotionswahrnehmung und Anregung zu weiterer Forschung zur Prävention psychischer Störungen.
Alexithymie, Herzschlagwahrnehmung, Emotionen, Interozeption, James-Lange-Theorie, somatische Marker, Toronto Alexithymie Skala, Herzschlagwahrnehmungsaufgabe, Psychosomatik, Affektregulation, psychische Störungen, Literaturrecherche, neuronale Korrelate, Bewusstsein, physiologische Erregung.
Die Arbeit untersucht den wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen der emotionalen Unfähigkeit, Gefühle zu identifizieren oder zu beschreiben (Alexithymie), und der Fähigkeit zur bewussten Wahrnehmung des eigenen Herzschlags (Interozeption).
Die zentralen Themen sind physiologische Emotionstheorien, das Störungsbild der Alexithymie, die neurobiologischen Grundlagen der Emotionswahrnehmung sowie die systematische Auswertung psychologischer Studien dazu.
Das Ziel ist zu prüfen, ob alexithyme Merkmale mit einer niedrigeren Herzschlagwahrnehmung korrelieren, basierend auf der Annahme, dass die Wahrnehmung körperlicher Zustände essenziell für das Emotionserleben ist.
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche in der Datenbank PubMed, bei der acht relevante Originalstudien nach spezifischen Kriterien ausgewählt und detailliert analysiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Emotionstheorien (z.B. James-Lange, somatische Marker), eine Erläuterung der Alexithymie-Messung mittels der Toronto Alexithymie Skala und eine kritische Ergebnisdiskussion der recherchierten Studien.
Wichtige Begriffe sind Alexithymie, Herzschlagwahrnehmung, Interozeption, Affektregulation sowie die Toronto Alexithymie Skala (TAS).
Die James-Lange-Theorie ist grundlegend für die Arbeit, da sie postuliert, dass Emotionen erst durch die bewusste Wahrnehmung der körperlichen Reaktion auf einen Reiz entstehen, was den Fokus auf die Interozeptionsfähigkeit rechtfertigt.
Die TAS dient als standardisiertes Instrument zur Erfassung des Alexithymie-Grades, wobei die Autorin insbesondere die drei Subskalen (Identifikation, Beschreibung, externer Denkstil) zur Interpretation der Studien heranzieht.
Ja, die Autorin weist kritisch darauf hin, dass bei klinischen Patientengruppen Komorbiditäten und insbesondere die Einnahme von Medikamenten wie Benzodiazepinen die Ergebnisse der Emotionswahrnehmung und Affektregulation verzerren können.
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