Diplomarbeit, 2008
105 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1 Konzepte des Sparverhaltens
1.1 Die Lebenszyklushypothese
1.1.1 Die Lebenszyklushypothese mit induziertem Ruhestandseintritt
1.1.2 Die Erweiterung der Lebenszyklushypothese um intergenerative Transfers
1.2 Die Keynesianische Konsumhypothese
1.3 Einkommensunsicherheit und Vorsichtsparen
1.4 Die Behavioral Life-Cycle Hypothesis
1.5 Modelle hyperbolischer Diskontierung
1.6 Faustregeln des Konsums
2 Eine Beschreibung der Sparmotive auf Grundlage der SAVE Studie
2.1 Sparmotive deutscher Haushalte auf Basis der SAVE
2.2 Sparmotive nach sozioökonomischen Merkmalen
3 Sparverhalten im Lebenszyklus
3.1 Sparquote und Vermögen im Lebenszyklus
3.1.1 Die Sparquote im Lebenszyklus
3.1.2 Vermögensbestände im Lebenszyklus
3.1.2.1 Geldvermögen im Lebenszyklus
3.1.2.2 Realvermögen im Lebenszyklus
3.2 Institutionelle Einflüsse auf die Vermögensbildung im Lebenszyklus
3.2.1 Der Einfluss des Rentensystems auf das Sparverhalten
3.2.2 Die Rolle der Sparzulagen und Steueranreize in Deutschland
3.2.3 Die Rolle des Kapitalmarktes
3.3 Zwischenfazit
4 Mögliche Erklärungsansätze für das tatsächlich gemessene Sparverhalten in Deutschland
4.1 Der Überraschungseffekt und „Habbit Formation“
4.2 Verwendung von Faustregeln
4.3 Die Berücksichtigung psychometrischer Faktoren
5 Wirtschaftspolitischer Ausblick
5.1 Die demographische Entwicklung und die Auswirkungen auf die Sparquote der Haushalte
5.1.1 Die Entwicklung der Sparquoten der Erwerbs- und Rentnerhaushalte im Einzelnen und im Gesamten
5.1.2 Eine Prognose der Sparquote bis 2050
5.1.3 Implikationen
5.2 Die Förderung der privaten Altersvorsorge in der Zukunft
Diese Diplomarbeit befasst sich mit dem Sparverhalten privater Haushalte in Deutschland und untersucht die Diskrepanz zwischen theoretischen Modellen, wie der klassischen Lebenszyklushypothese, und dem empirisch beobachtbaren Verhalten. Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Sparmotive der Haushalte zu entwickeln und zu bewerten, wie institutionelle Rahmenbedingungen sowie verhaltenspsychologische Faktoren das Sparprofil über den Lebenszyklus beeinflussen.
1.4 Die Behavioral Life-Cycle Hypothesis
In diesem Abschnitt wird das Konsum- und Sparverhalten der Haushalte aus einer anderen Perspektive beleuchtet. Die Grundidee der „Behavioral Life-Cycle Hypothesis“ (nachfolgend als „BLCH“ bezeichnet) ist im Wesentlichen die Erweiterung der klassischen Lebenzyklushypothese um eine Verhaltenskomponente, der Selbstkontrolle. Grundannahme des Modells ist, dass ein Haushalt danach strebt, heutiges und zukünftiges Einkommen und Vermögen unmittelbar zu konsumieren, obwohl dies nicht den langfristigen Interessen entspricht. Um einen zügellosen Konsum aller Ressourcen in einer Periode zu Lasten folgender Perioden zu unterbinden, bedarf es folglich eines gewissen Maßes an Selbstkontrolle. Die Aufwendung von Willenskraft zur Selbstkontrolle verursacht annahmegemäß Kosten. Aus diesem Grund entwickeln die Haushalte ein System von „mentalen Konten“ auf denen sie ihr Einkommen und Vermögen verbuchen.
Anwendung dieses Kontensystems gelingt es den Individuen, Selbstkontrolle zu geringeren Kosten zu erreichen. Im Gegensatz zur neoklassischen Annahme der Fungibilität des Geldes werden in diesem Modell das Vermögen und das Einkommen der verschiedenen Konten nicht als perfektes Substitut angesehen. In Abhängigkeit von der Einkommensart und -höhe sowie von der Häufigkeit des auftretenden Zahlungsstromes erfolgt eine Zuordnung zu den einzelnen Konten. Die Darstellung einer Entscheidungssituation, das sog. „framing“, kann somit Einfluss auf die Höhe der Ersparnis und auf die Kontozuordnung nehmen. Beispielsweise wird eine einmalige Bonuszahlung anders behandelt als eine Einkommenssteigerung, selbst wenn die Bonuszahlung vollständig antizipiert worden ist.
Einleitung: Die Arbeit erläutert die ökonomische Relevanz von Haushaltsersparnissen und identifiziert die Unzulänglichkeit klassischer Modelle zur Erklärung des tatsächlich gemessenen Sparverhaltens in Deutschland.
1 Konzepte des Sparverhaltens: Es werden verschiedene theoretische Ansätze vom klassischen Lebenszyklusmodell bis hin zu verhaltenspsychologischen Modellen wie der Behavioral Life-Cycle Hypothesis und Modellen hyperbolischer Diskontierung dargestellt.
2 Eine Beschreibung der Sparmotive auf Grundlage der SAVE Studie: Unter Verwendung der SAVE-Studie werden die Beweggründe deutscher Haushalte für das Sparen, unter Berücksichtigung sozioökonomischer Merkmale, empirisch untersucht.
3 Sparverhalten im Lebenszyklus: Dieses Kapitel analysiert das reale Sparverhalten und die Vermögensbestände deutscher Haushalte über den Lebenszyklus und bewertet den Einfluss institutioneller Rahmenbedingungen sowie des Kapitalmarktes.
4 Mögliche Erklärungsansätze für das tatsächlich gemessene Sparverhalten in Deutschland: Es wird untersucht, warum das gemessene Sparverhalten von den theoretischen Prognosen abweicht, wobei Überraschungseffekte durch Einkommenszuwächse, Faustregeln und psychometrische Faktoren analysiert werden.
5 Wirtschaftspolitischer Ausblick: Der abschließende Teil befasst sich mit den Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Sparquote und diskutiert Implikationen für eine zukunftsorientierte Förderung der privaten Altersvorsorge.
Sparverhalten, Lebenszyklushypothese, Sparmotive, SAVE-Studie, Behavioral Life-Cycle Hypothesis, Altersvorsorge, Demographischer Wandel, Kapitalmarkt, Rentensystem, Vorsichtssparen, Faustregeln, psychometrische Faktoren, Vermögensbildung, Ersparnis, Konsumglättung
Die Arbeit untersucht das Sparverhalten privater Haushalte in Deutschland und analysiert, warum theoretische Standardmodelle die empirisch messbare Realität, insbesondere die hohe Sparneigung im Alter, nur unzureichend erklären können.
Die zentralen Felder umfassen die ökonomischen Theorien zum Sparen, die empirische Auswertung von Sparmotiven (z.B. Altersvorsorge, Vorsichtssparen), die Rolle institutioneller Einflüsse wie des Rentensystems und die Auswirkungen der Demographie.
Das primäre Ziel besteht darin, einen Überblick über den Forschungsstand zu geben, das tatsächliche Sparverhalten auf Basis neuerer Daten (SAVE-Studie) zu beschreiben und die Relevanz moderner verhaltenstheoretischer Erklärungsansätze aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse bestehender Konsum- und Spartheorien und einer empirischen deskriptiven Analyse von Daten aus der SAVE-Studie sowie der Einkommens- und Verbraucherstichprobe (EVS).
Im Hauptteil werden zunächst verschiedene Sparmodelle vorgestellt, die Sparmotive deutscher Haushalte beschrieben, das Sparverhalten im Lebenszyklus analysiert und mögliche Erklärungsansätze für Abweichungen vom klassischen Modell diskutiert.
Die wichtigsten Begriffe sind Sparverhalten, Lebenszyklushypothese, Altersvorsorge, SAVE-Studie, Behavioral Life-Cycle Hypothesis und der demographische Wandel.
Die Analyse deutet darauf hin, dass die Rentnergeneration der letzten Jahrzehnte durch unerwartet hohe Rentenanpassungen überrascht wurde und zudem verhaltenspsychologische Faktoren („habbit formation“) dazu führen, dass ein Vermögensabbau im Alter ausbleibt.
Der Staat nimmt durch die Gestaltung des Rentensystems (Umlageverfahren vs. kapitalgedeckte Vorsorge) und durch direkte bzw. indirekte Sparförderungen (z.B. Riester-Rente, steuerliche Vergünstigungen) maßgeblichen Einfluss auf die Portfoliokomposition und das Sparvolumen.
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