Magisterarbeit, 2007
99 Seiten, Note: 1,4
1. Einleitung
1.1. Ausgangssituation und Problemstellung: Anpassungsdruck
1.2. Erkenntnisinteresse und Fragestellung
1.3. Aufbau und Vorgehensweise
2. Arbeitsmarkttheoretische Annahmen zur Flexibilisierung
2.1. Arbeitsmarktregulierung
2.2. Arbeitsmarktsegmentierung
2.3. Arbeitsmarktflexibilisierung
3. Regulation und wirtschaftlicher Wandel
3.1. Der Regulationsansatz: Entstehung und Grundannahmen
3.1.1 Akkumulationsregime und Regulationsweise
3.2. Wirtschaftlicher Wandel: Vom Fordismus zum Postfordismus
3.2.1. Fordismus: Der keyensianische Wohlfahrtsstaat
3.2.2. Krise des Fordismus: Der nationale Wettbewerbsstaat
3.3. Zwischenfazit: Flexibilisierung im Postfordismus
4. Die vergleichende Kapitalismus- und Wohlfahrtsstaatsforschung
4.1. Exkurs: Regime und Idealtypen
4.2. Varieties of Capitalism
4.2.1. Grundannahmen und zentrale Begriffe
4.2.2. Marktförmige und strategische Formen der Koordination
4.3. Zwischenfazit: Arbeitsmärkte, Flexibilisierungsformen und Wandel in den Varianten des Kapitalismus
4.4. Die drei Welten des Wohlfahrtskapitalismus
4.4.1. Entstehung und Grundannahmen
4.4.2. Die Wohlfahrtsregime
4.5. Die Beschäftigungsregime der Wohlfahrts- und Kapitalismustypen
4.6. Zwischenfazit und Ausblick
5. Arbeitsmarktflexibilisierung in Deutschland und Großbritannien
5.1. Beginn der Krise und Arbeitsmarktreformen bis 1997
5.2. Arbeitsmarktreformen unter „New Labour“ und „Rot-Grün“
6. Schluss: Konvergenz oder strategische Anpassung?
Die Arbeit untersucht die Transformation von Arbeitsmärkten im Übergang vom Fordismus zum Postfordismus und analysiert, wie unterschiedliche Wohlfahrts- und Kapitalismustypen auf den damit einhergehenden Anpassungsdruck reagieren. Der zentrale Fokus liegt auf der Frage, ob eine Konvergenz der Systeme stattfindet oder ob pfadabhängige Strategien, wie sie für Deutschland und Großbritannien charakteristisch sind, fortbestehen.
2.2. Arbeitsmarktsegmentierung
Tatsächlich kann nicht wie im neoklassischen Basismodell von einem homogenen Gesamtarbeitsmarkt ausgegangen werden. Diesem Umstand wird in segmentations theoretischen Ansätzen Rechnung getragen, in dem eine analytische Differenzierung in mehr oder weniger voneinander abgetrennte Teilarbeitsmärkte vorgenommen wird. Die spezifische Ausgestaltung der Teilarbeitsmärkte ist dabei in hohem Maße von den institutionellen Rahmenbedingungen und der damit verbundenen Koordinationsweise abhängig (Kap. 4).
Zunächst kann festgehalten werden, dass für die Unternehmen grundsätzlich die Möglichkeit besteht, einen freien Arbeitsplatz sowohl über den betrieblichen Arbeitsmarkt (intern) als auch über den Arbeitsmarkt außerhalb des Betriebes (extern) neu zu besetzen. Interne Arbeitsmärkte sind je nach Struktur im unterschiedlichen Ausmaß vor direkter Konkurrenz seitens externer Märkte geschützt. Ein gegenseitiger Austausch erfolgt nur über bestimmte Schnittstellen, den so genannten „ports of entry and exit“, durch deren Anzahl der Grad der Offenheit des internen Marktes bestimmt wird (Giesecke 2006: 104). Die Mobilität zwischen den Teilarbeitsmärkten ist daher mehr oder weniger eingeschränkt, wodurch sich wiederum die Ungleichheiten von Arbeitsmarktchancen dauerhaft manifestieren können (ebd. 98f.).
Dieses wird bei weiterer Differenzierung des Arbeitsmarktes deutlicher. Im Hinblick auf die deutsche Situation wurde diese nach Sengenberger (1987), in drei typische Bereiche untergliedert, die hinsichtlich der Mobilität, Fluktuation, Qualifikation und Weiterbildungschancen tendenziell unterschiedlichen Funktionsprinzipien folgen. Damit hängen wiederum der Öffnungsgrad zum externen Markt, die zwischenbetrieblichen Eingangsoptionen und die innerbetrieblichen Karrierechancen eng zusammen (Giesecke 2006: 105f, Becker/Hecken 2005: 142).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Anpassungsdruck auf die nationalen Arbeitsmärkte infolge des Wandels vom Nachkriegsfordismus zum Postfordismus und formuliert das Erkenntnisinteresse an der Bewältigung dieser Herausforderungen.
2. Arbeitsmarkttheoretische Annahmen zur Flexibilisierung: Dieses Kapitel kritisiert das neoklassische Modell des homogenen Arbeitsmarktes und führt stattdessen Konzepte der Arbeitsmarktsegmentierung und eine Typologie der Flexibilisierungsstrategien ein.
3. Regulation und wirtschaftlicher Wandel: Unter Anwendung des Regulationsansatzes wird der Übergang vom fordistischen Wachstumsmodell zum postfordistischen nationalen Wettbewerbsstaat als exogener Krisenfaktor analysiert.
4. Die vergleichende Kapitalismus- und Wohlfahrtsstaatsforschung: Hier werden theoretische Ansätze wie Varieties of Capitalism (VoC) und Esping-Andersens Wohlfahrtsregime eingeführt, um die institutionellen Grundlagen nationaler Differenzen zu erklären.
5. Arbeitsmarktflexibilisierung in Deutschland und Großbritannien: Dieses Kapitel vergleicht konkret die Arbeitsmarktreformen und die Entwicklung der Arbeitsbeziehungen in beiden Ländern von den 1980er Jahren bis 2005.
6. Schluss: Konvergenz oder strategische Anpassung ?: Das Fazit bewertet die Frage nach einer Konvergenz der Systeme und stellt fest, dass trotz partieller Annäherungen substanzielle Unterschiede in der Arbeitsmarktsteuerung erhalten bleiben.
Postfordismus, Arbeitsmarktflexibilisierung, Regulationstheorie, Varieties of Capitalism, Wohlfahrtsstaat, Normalarbeitsverhältnis, Arbeitsmarktsegmentierung, Beschäftigungsregime, Deutschland, Großbritannien, Strukturwandel, institutionelle Komplementarität, Standortwettbewerb, Lohnnebenkosten, Reformpolitik
Die Arbeit analysiert die Flexibilisierung von Arbeitsmärkten im postfordistischen Zeitalter und untersucht, wie Deutschland und Großbritannien als unterschiedliche Kapitalismusmodelle auf diesen wirtschaftlichen Wandel reagieren.
Zu den zentralen Themen gehören der Regulationsansatz, die vergleichende Kapitalismusforschung, Wohlfahrtsstaatsmodelle, Arbeitsmarktsegmentierung und die konkreten arbeitsmarktpolitischen Reformpfade seit den 1980er Jahren.
Die Forschungsfrage ist, ob die unterschiedlichen nationalen Systeme im Zuge der Globalisierung zu einer Konvergenz tendieren oder ob sie pfadabhängige Strategien zur Bewältigung von Beschäftigungsproblemen beibehalten.
Die Arbeit nutzt einen vergleichenden, institutionenanalytischen Ansatz, der theoretische Konzepte (VoC, Regulationsansatz) mit empirischen Entwicklungen in Deutschland und Großbritannien verknüpft.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen zur Arbeitsmarktflexibilisierung und zum Regulationsansatz dargelegt, bevor die institutionellen Besonderheiten von Deutschland und Großbritannien im Detail vergleichend analysiert werden.
Schlüsselbegriffe sind Postfordismus, Arbeitsmarktflexibilisierung, Varieties of Capitalism, Wohlfahrtsstaat und die institutionellen Besonderheiten von Deutschland und Großbritannien.
Großbritannien agiert primär über marktbasierte, liberale Mechanismen (LME-Typus), während Deutschland auf strategische Koordination, starke korporative Verbände und ein System der Mitbestimmung setzt (CME-Typus).
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Deutschland Schwierigkeiten hat, Flexibilität in den Randbereichen des Arbeitsmarktes zu schaffen, ohne die Stärken des bestehenden, auf langfristiger Qualifikation basierenden Systems in den Kernbereichen zu gefährden.
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