Examensarbeit, 2008
57 Seiten, Note: 2,0
1. Christentum und Islam als konkurrierende Religionen
2. Die Schriften des Islam
2. 1 Der Koran
2. 2 Die Entstehungsgeschichte des Koran
3. Zentrale Propheten in Bibel und Koran
3. 1 Abraham
3. 2 Mose
3. 3 König David in Bibel und Koran
3. 4 Jesus und Maria im Koran
3. 5 Die Analogie zwischen Jesus und dem Koran
3. 6 Mohammed
3. 7 Exkurs: Die Prophetenlegenden
4. Die Glaubensinhalte des Islam
4. 1 Die Schöpfung im Koran
4. 2 Sünde und Verzeihung
5. Endgültigkeit und Universalitätsanspruch von Christentum und Islam
5. 1 Das jüdisch- christliche Offenbarungsverständnis
5. 2 Das Offenbarungsverständnis des Islam
6. Geschöpflichkeit und Würde des Menschen
6. 1 Der Mensch als Diener und Bundespartner Gottes
6. 2 Der Mensch als Stellvertreter Gottes auf Erden
6. 3 Der Mensch als Sünder
6. 3. 1 Satan (iblīs) als Verführer des Menschen im Koran
6. 3. 2 Gott setzt Grenzen: Der verbotene Baum
6. 3. 3 Die Verführung des Menschen
6. 3. 4 Die Menschen übertreten das göttliche Gebot
6. 3. 5 Die gefallenen Menschen entdecken ihre Scham
6. 3. 6 Gott stellt die Menschen zur Rede
6. 3. 7 Die Ankündigung einer dauernden Feindschaft zwischen Mensch und Satan sowie zwischen Mensch und Mensch
6. 3. 8 Folgen des Sündenfalls für die Menschen
7. Das Problem der Trinität
7. 1 Trinität aus der Sicht des Islam
7. 2 Bedeutung der Trinität für das Christentum
8. Grundlagen für den Dialog zwischen Christentum und Islam
Die vorliegende Arbeit untersucht die theologischen Kongruenzen sowie Differenzen zwischen Christentum und Islam in Bezug auf ihre Grundideen. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, das Verhältnis zwischen Bibel und Koran zu klären und die Grundlagen für einen interreligiösen Dialog zwischen beiden Glaubensrichtungen aufzuzeigen.
3. 1 Abraham
Christentum, Judentum und der Islam gelten als abrahmitische Religionen, da sie auf Abraham zurückgehen, der den Monotheismus begründet hat. Im Koran gibt es keine fortlaufende Erzählung über Abraham, sodass man seinen Lebensweg aus verstreuten Angaben im Koran rekonstruieren muss. Dies könnte einerseits bedeuten, dass das AT und NT beim Leser bekannt und deswegen nicht erläutert werden mussten. Andererseits wäre es aber auch denkbar, dass die beiden Schriften dem Autor nur in Auszügen bekannt waren. Dieser Umstand stellt die Forschung bis heute vor Rekonstruktionsprobleme.
Laut Bibel und Koran entdeckt Abraham als Anhänger Noahs den Monotheismus und versucht seinem Volk diesen zu lehren und den Dienst an anderen Göttern zu unterzubinden. Dabei zerstört er etliche Götzenbilder, was die Obrigkeit aufmerksam werden lässt. König Nimrod lässt ihn in einen brennenden Ofen stecken, doch wird Abraham von Gott gerettet. Danach wird ihm durch geheimnisvolle Besucher die Geburt seines Sohnes angekündigt, der später für Gott geopfert werden soll. Der Sohn heißt aber nicht wie in der Bibel Isaak, sondern Ismael, der Stammvater des Islam. Abraham, der seinen Sohn als Zeichen seiner Frömmigkeit opfern will, besteht die Probe, die Gott ihm auferlegt hat, woraufhin er von Ismael ablässt. Später errichten Vater und Sohn im Tal von Mekka die Ka’aba, das Ziel der islamischen Wallfahrt.
1. Christentum und Islam als konkurrierende Religionen: Das Kapitel beleuchtet das schwierige Verhältnis der Weltreligionen und die Notwendigkeit theologischer Kenntnisse zur Einordnung aktueller Konflikte.
2. Die Schriften des Islam: Hier wird der Koran als letzte Offenbarung in der Überlieferungslinie der Schriften und seine Entstehungsgeschichte analysiert.
3. Zentrale Propheten in Bibel und Koran: Dieses Kapitel vergleicht prophetische Gestalten wie Abraham, Mose, David und Jesus, um theologische Essenz und Unterschiede herauszuarbeiten.
4. Die Glaubensinhalte des Islam: Darstellung der Säulen des Islam, des Gottesbildes und des Verständnisses von Schöpfung, Sünde und Verzeihung.
5. Endgültigkeit und Universalitätsanspruch von Christentum und Islam: Untersuchung des Konkurrenzverhältnisses durch den Offenbarungsanspruch beider Religionen.
6. Geschöpflichkeit und Würde des Menschen: Analyse der Anthropologie, wobei die Rolle des Menschen als Diener, Stellvertreter und Sünder im Vergleich thematisiert wird.
7. Das Problem der Trinität: Erörterung der islamischen Kritik an der Trinitätslehre und die christliche Sichtweise als Versuch, Gott in seiner historischen und universalen Zuwendung zu verstehen.
8. Grundlagen für den Dialog zwischen Christentum und Islam: Fazit über die Möglichkeiten des interreligiösen Dialogs auf Basis gemeinsamer Gottesverständnisse und Heilsanliegen.
Abraham, Bibel, Christentum, Dialog, Gott, Islam, Koran, Monotheismus, Mohammed, Offenbarung, Prophet, Schöpfung, Sünde, Trinität, Universalitätsanspruch
Die Arbeit analysiert die theologischen Wechselwirkungen zwischen den abrahamitischen Religionen Christentum und Islam unter besonderer Berücksichtigung ihrer Schriften, Bibel und Koran.
Zentrale Felder sind der Vergleich prophetischer Figuren, das Offenbarungsverständnis, das Konzept der Sünde und das Problem der Trinität im Kontext des Monotheismus.
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Differenzen in der theologischen Grundstruktur beider Religionen aufzuzeigen, um Grundlagen für einen konstruktiven Dialog zu schaffen.
Die Arbeit nutzt einen komparativen religionswissenschaftlichen Ansatz, bei dem Textstellen aus Bibel und Koran direkt gegenübergestellt und durch wissenschaftliche Sekundärliteratur kontextualisiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu prophetischen Gestalten, anthropologischen Grundfragen wie Sünde und Geschöpflichkeit sowie der Auseinandersetzung mit dem Gottesbegriff, inklusive der Trinitätslehre.
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Offenbarung, Monotheismus, Abraham, Prophetie, Trinität und den Dialog zwischen Christentum und Islam definieren.
Der Autor stellt dar, dass Jesus im Koran zwar als Prophet und Diener Gottes hohe Verehrung genießt, jedoch als menschliches Geschöpf gilt, wodurch das christliche Konzept der Gottessohnschaft und Inkarnation im Islam grundsätzlich abgelehnt wird.
Der Vergleich verdeutlicht die unterschiedliche anthropologische Sicht: Während das Christentum das Konzept der Erbsünde als universelle Belastung nutzt, fokussiert der Koran stärker auf die eigenverantwortliche Umkehr des Einzelnen vor Gott.
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