Bachelorarbeit, 2006
39 Seiten, Note: 1,0
1. Wirkung medialer Gewalt
2. Ist die Katharsis–Hypothese tatsächlich widerlegt?
2.1 Entstehung und Entwicklung
2.1.1 Katharsis von Aristoteles bis Freud
2.1.2 Die Frustrations–Aggressions–Theorie
2.1.3 Belege für die Katharsis
2.1.4 Modifikation der Katharsis–Hypothese
2.2 Forschung zur Widerlegung der Katharsis–Hypothese
2.2.1 Feldstudie von Eron, Huesmann, Lefkowitz und Walder
2.2.2 Feldstudie von Milavsky, Kessler, Stipp und Rubens
2.2.3 Experiment von Berkowitz und Rawlings
2.2.4 Experiment von Berkowitz und Geen
2.2.5 Experiment von Geen, Stonner und Shope
2.2.6 Experiment von Hartmann
2.2.7 Experiment von Bandura, Ross und Ross
2.2.8 Experiment von Tannenbaum und Goranson
2.2.9 Experimente von Bushman, Stack und Baumeister
2.3 Bewertung der Studien gegen die Katharsis–Hypothese
2.3.1 Generelle Probleme der Forschung
2.3.2 Zusammenfassung der Kritikpunkte an der Forschung
2.3.3 Fazit
3. Die aktuelle Debatte um Gewalt und Jugend
Das primäre Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, die wissenschaftliche Validität der weit verbreiteten Annahme zu hinterfragen, dass das Katharsis-Konzept in der Medienwirkungsforschung bereits hinreichend widerlegt sei. Hierzu werden die zentralen, als Falsifikation dienenden Studien kritisch analysiert, um zu prüfen, ob die angewandten Methoden und theoretischen Voraussetzungen tatsächlich eine Ablehnung der Katharsis-Hypothese rechtfertigen.
2.2.1 Feldstudie von Eron, Huesmann, Lefkowitz und Walder
Die Studie 1972 haben Leonard Eron, Rowell Huesmann, Monroe Lefkowitz und Leopold Walder eine Längsschnittstudie durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen Aggression und Fernsehkonsum zu untersuchen (Eron, Huesmann, Lefkowitz & Walder 1972). In der Feldstudie wurden in einem Abstand von zehn Jahren Daten erhoben. Die Hypothese postuliert, dass die Aggression junger Erwachsener mit der Präferenz für gewaltsame Fernsehinhalte im Kindesalter positiv zusammenhängt und darüber hinaus, der Konsum solcher Sendungen eine der Ursachen für spätere Aggression darstellt.
Im Jahr 1960 bestand die ursprüngliche Gruppe der Probanden aus 875 Kindern im Alter von acht oder neun Jahren, die an einer Studie für Drittklässler teilnahmen. Die Autoren verwendeten eine Vielzahl von Variablen, wobei sie die Vorliebe für gewaltsame Fernsehprogramme und die von Gleichaltrigen eingeschätzte Aggression als besonders bedeutsam ansahen. Jedem Kind wurden zehn Fragen zu aggressivem Verhalten gestellt und es sollte jeweils mit dem Namen eines Klassenkameraden antworten, zum Beispiel: „Who pushes and shoves other children?“, „Who does not obey the teacher?“ oder „Who starts a fight over nothing?“ (Eron et al. 1972, S. 254). Um die Vorliebe der Kinder für gewaltsame Fernsehinhalte zu ermitteln, wurden die Mütter nach den drei Lieblingssendungen der Kinder gefragt. Zwei Personen unterteilten die genannten Sendungen unabhängig voneinander in gewaltsam und nicht gewaltsam.
1. Wirkung medialer Gewalt: Diese Einleitung beleuchtet die zunehmende Präsenz der Massenmedien und die daraus resultierende gesellschaftliche Debatte über deren Einfluss auf das Verhalten von Kindern und Jugendlichen.
2. Ist die Katharsis–Hypothese tatsächlich widerlegt?: Dieses Kapitel bildet das Kernstück und analysiert die historische Entwicklung des Konzepts sowie die relevanten empirischen Studien, die dieses widerlegen sollen.
3. Die aktuelle Debatte um Gewalt und Jugend: Dieses Kapitel diskutiert die Relevanz der Katharsis-Diskussion für die moderne Medienwirkungsforschung im Hinblick auf neue Medien wie das Internet und Computerspiele.
Katharsis, Medienwirkungsforschung, Aggression, Frustrations-Aggressions-Theorie, Fernsehkonsum, Laborexperiment, Feldstudie, Gewalt, Inhibitionsthese, soziale Lerntheorie, Medienkompetenz, Computerspiele, Wirkungsanalyse, Forschungsdesign, Aggressionsmessung
Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Haltbarkeit der These, dass das Katharsis-Konzept (die Annahme, dass der Konsum gewalthaltiger Medien zur Aggressionsminderung beiträgt) empirisch widerlegt sei.
Die Schwerpunkte liegen auf der Historie der Katharsis, der kritischen Auseinandersetzung mit klassischen Experimenten zur Medienwirkung und der Bewertung methodischer Probleme in der Aggressionsforschung.
Die zentrale Frage lautet: Ist das Katharsis-Konzept in der Medienwirkungsforschung tatsächlich widerlegt, oder sind die bisherigen Studien zur Falsifikation methodisch angreifbar?
Die Arbeit nutzt die Methode der Literaturanalyse und der kritischen Forschungsdiskussion, indem sie primäre Fachstudien und deren methodische Auswertungen detailliert analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Katharsis und eine detaillierte, kritische Besprechung zahlreicher Feldstudien und Laborexperimente (u.a. von Eron, Berkowitz, Feshbach und Bandura).
Kernbegriffe sind Katharsis, Medienwirkungsforschung, Aggression, Frustrations-Aggressions-Theorie, Feldstudien und methodische Validität.
Die Kritik entzündet sich an der fragwürdigen Aggressionsmessung (Fremdeinschätzung), der mangelnden Vergleichbarkeit über den Zehnjahreszeitraum und der Vereinfachung bei der Einstufung von Fernsehinhalten als "gewaltsam" oder "nicht gewaltsam".
Die Arbeit kommt zu dem Fazit, dass die untersuchten Studien methodisch zu angreifbar sind, um eine empirische Widerlegung des Katharsis-Konzepts zu begründen; es bedarf differenzierterer Ansätze zur Erforschung der Wirkungsbedingungen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

