Magisterarbeit, 2008
106 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Einführung in die Phraseologie
1.1. Gegenstandsbereich und Grundbegriffe: Was ist ein Phraseologismus?
1.1.1. Polylexikalität
1.1.2. Festigkeit
1.1.3. Idiomatizität
1.2. Historischer Überblick der Phraseologieforschung
1.3. Aufgaben und gegenwärtiger Stand der Phraseologieforschung
2. Phraseologismen: Klassifikation und Terminologie
2.1. Basisklassifikation
2.2. Spezielle Klassen
2.2.1. Modellbildungen
2.2.2. Zwillings- und Drillingsformeln
2.2.3. Komparative Phraseologismen
2.2.4. Kinegramme
2.2.5. Onymische Phraseologismen
2.2.6. Phraseologische Termini
2.2.7. Sprichwörter und Gemeinplätze
2.2.8. Geflügelte Worte
2.2.9. Autorphraseologismen
2.3. Kollokationen
2.4. Routineformeln
3. Stilistische und pragmatische Aspekte von Phraseologismen
3.1. Variation und Modifikation
3.2. Konnotation und Polysemie
3.3. Kommunikativ-pragmatische Funktionen
4. Die JAMES BOND-Reihe und FORREST GUMP
4.1. Einleitende Bemerkungen
4.2. Der Phraseologismus „Mein Name ist Bond. James Bond.“
4.3. Der Phraseologismus „Mein Name ist Forrest. Forrest Gump.“
4.4. Der Phraseologismus „Wodka-Martini. Geschüttelt, nicht gerührt.“
5. Die MISSION: IMPOSSIBLE-Reihe
5.1. Einleitende Bemerkungen
5.2. Die Phraseologismen der Auftragsmitteilung
6. Die SAW-Reihe
6.1. Einleitende Bemerkungen
6.2. Der Phraseologismus „Ich möchte ein Spiel spielen.“
6.3. Der Phraseologismus „Leben oder sterben? Sie haben die Wahl.“
6.4. Der Phraseologismus „Das Spiel ist eröffnet.“
7. Die ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT-Reihe
7.1. Einleitende Bemerkungen
7.2. Die formelhafte Struktur der „Marty erwacht“-Sequenzen
7.3. Der Phraseologismus „Sie sind der Doc, Doc.“
8. Die Filmreihen STAR WARS und STAR TREK
8.1. Einleitende Bemerkungen
8.2. Der Phraseologismus „Möge die Macht mit dir sein.“
8.3. Der Phraseologismus „Leben Sie lange und in Frieden.“
Schlussbemerkung
Diese Arbeit untersucht den Gebrauch und die Funktion von Phraseologismen in bekannten Spielfilmreihen. Die Forschungsfrage widmet sich der Art und Weise, wie diese festen Wendungen in Spielfilmen eingesetzt, abgewandelt und vom Zuschauer als wiedererkennbare Elemente rezipiert werden.
4.2. Der Phraseologismus „Mein Name ist Bond. James Bond.“
Den Auftakt der JAMES BOND-Reihe stellt 1962 der Film 007 JAGT DR. NO dar, in dem Sean Connery in der Hauptrolle zu sehen ist. Die Figur des James Bond wird in einer im Kasino spielenden Szene eingeführt, und bereits hier fallen erstmals die berühmten Worte, über die ein Rezensent der „Internet Movie Database“ schreibt: „This could well be my favorite line in cinema history“10. Interessanterweise kommen sie sogar nach genau sieben Minuten vor (lässt man die Sekunden einmal außer Acht), also bei Zeitindex 0:07:
[Zeitindex 0:07] James Bond und Sylvia Trench sitzen an einem Black-Jack-Tisch im Spielkasino. Beide wissen bisher noch nicht, wer der andere ist.
JAMES BOND: „Ich bewundere Ihren Mut, Miss... äh...?“
SYLVIA TRENCH: „Trench. Sylvia Trench. Ich bewundere Ihr Glück, Mister...?“
JAMES BOND: „Bond. James Bond.“
Beleg 4.2.1.: Dialogausschnitt aus JAMES BOND - 007 JAGT DR. NO (1962)
James Bond stellt sich hier Sylvia Trench (und auf einer übertragenen Ebene auch dem Zuschauer) auf die gleiche Weise vor, wie sie es kurz zuvor getan hat („Trench. Sylvia Trench.“), und etabliert damit die Struktur „X. Y X.“ bzw. „Nachname. Vorname Nachname.“, die man in den nachfolgenden Filmen sofort wiedererkennt.
1. Einführung in die Phraseologie: Dieses Kapitel definiert den Forschungsbereich der Phraseologie und führt zentrale Begriffe wie Polylexikalität, Festigkeit und Idiomatizität ein.
2. Phraseologismen: Klassifikation und Terminologie: Hier wird ein Klassifikationssystem für Phraseologismen vorgestellt, das verschiedene Kategorien wie Modellbildungen, Kinegramme und Sprichwörter umfasst.
3. Stilistische und pragmatische Aspekte von Phraseologismen: Das Kapitel beleuchtet Variationen und Modifikationen von festen Ausdrücken sowie ihre konnotativen und kommunikativ-pragmatischen Funktionen.
4. Die JAMES BOND-Reihe und FORREST GUMP: Die Analyse konzentriert sich auf die wiedererkennbaren Vorstellungsfloskeln von James Bond sowie den „Wodka-Martini“-Ausspruch im Vergleich zu Forrest Gump.
5. Die MISSION: IMPOSSIBLE-Reihe: Dieses Kapitel untersucht die formelhafte Auftragsmitteilung in den Kinofilmen und deren sprachliche Varianz im Vergleich zur Fernsehserie.
6. Die SAW-Reihe: Hier steht die Einleitungsformel „Ich möchte ein Spiel spielen.“ und die Schlussformel „Das Spiel ist eröffnet.“ im Fokus der Untersuchung.
7. Die ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT-Reihe: Die Analyse behandelt die formelhaften „Marty erwacht“-Sequenzen und den Autorphraseologismus „Sie sind der Doc, Doc.“.
8. Die Filmreihen STAR WARS und STAR TREK: Abschließend werden die ikonenhaften Abschiedsformeln „Möge die Macht mit dir sein.“ und „Leben Sie lange und in Frieden.“ linguistisch analysiert.
Phraseologie, Phraseologismus, Idiomatizität, Spielfilm, James Bond, Saw, Star Wars, Star Trek, Routineformeln, Variation, Modifikation, Autorphraseologismus, Sprachwissenschaft, Filmanalyse, Kommunikation.
Die Arbeit untersucht, wie feste sprachliche Wendungen, sogenannte Phraseologismen, in Spielfilmreihen als stilistische und wiedererkennbare Markenzeichen verwendet werden.
Zu den Themen zählen die linguistische Definition von Phraseologismen, deren Klassifikation sowie die kommunikativ-pragmatische Bedeutung von Ausdrücken in Filmkontexten.
Das Ziel ist es, den Gebrauch, die Variation und die modifizierte Verwendung dieser festen Wendungen innerhalb verschiedener Filmreihen zu analysieren und deren Bedeutung für den Wiedererkennungswert der Charaktere zu klären.
Der Autor führt eine linguistische Filmanalyse durch, bei der zahlreiche Dialogausschnitte aus 50 ausgewählten Spielfilmen transkribiert und auf Basis phraseologischer Theorien ausgewertet werden.
Im Hauptteil werden konkrete Filmreihen wie James Bond, Mission: Impossible, Saw, Zurück in die Zukunft sowie Star Wars und Star Trek anhand ihrer ikonischen Phrasen detailliert untersucht.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Phraseologie, Idiomatizität, Filmreihen, Sprachvariation und kommunikativ-pragmatische Funktionen charakterisieren.
Die Variationen dienen meist der Charakterisierung der Situation oder der beteiligten Nebenfiguren; der bewusste Bruch mit der Norm kann zudem als ironisches oder selbstironisches Stilmittel eingesetzt werden.
Das erste „Doc“ steht als Abkürzung für den Doktortitel von Emmett Brown, während das zweite „Doc“ als direkte Anrede dient, was den Satz für den Zuschauer markant und unverwechselbar macht.
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