Examensarbeit, 2007
121 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsfrage
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Kindheit im Wandel
2.1 Geschichte der Kindheit
2.2 Kindheit heute
2.2.1 Veränderungen der familialen Lebenswelt
2.2.2 Veränderungen der räumlich- soziale Lebenswelt
2.2.3 Veränderungen der medial- kommerzielle Lebenswelt
2.2.3.1 Fernsehen
2.2.3.2 Computer
2.2.3.3 Sonstige
2.3 Bedeutung der Bewegung für die kindliche Entwicklung
2.4 Bedeutung des Spiels für die kindliche Entwicklung
2.5 Folgen des Wandels – Sichtweisen der Kindheitsforschung
2.5.1 Die pessimistische Sichtweise – das Kind als Objekt
2.5.2 Die optimistischere Sichtweise – das Kind als Subjekt
3. Empirischer Teil
3.1 Forschungsansatz
3.2 Auswahl der Methode
3.3 Datenerhebung
3.4 Datenauswertung
4. Darstellung der Ergebnisse
4.1 Veränderte Leistungsfähigkeit
4.1.1 Spitzenkönner
4.1.2 Bewegungsmangel
4.2 Verbesserte Leistungsfähigkeit
4.2.1 Geschlechtsspezifische Unterschiede
4.2.2 Vereinssport
4.3 Ursachen
4.3.1 Familiale Einflüsse
4.3.2 Räumlich- soziale Einflüsse
4.3.3 Mediale Einflüsse
4.4 Angepasster Sportunterricht
4.4.1 Motivation
4.5 Maßnahmen und Konzeptionen
4.5.1 Institutioneller Ebene
4.5.2 Elternhaus
5. Diskussion
6. Fazit
Die Arbeit untersucht den Einfluss moderner Lebensbedingungen auf die motorische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Das primäre Ziel ist es, mittels eines Theorieteils und Experteninterviews zu analysieren, ob eine reduzierte motorische Leistungsfähigkeit existiert, welche Rolle mediale und räumliche Faktoren spielen und welche Maßnahmen zur Gegensteuerung ergriffen werden können.
1.1 Problemstellung
Mittwochvormittag, 10:30 Uhr, irgendwo in Deutschland – die Schulklingel ertönt und läutet das Ende der großen Pause ein. Vielen Schülern wird jetzt ganz mulmig zumute, denn Sport steht mal wieder auf dem Stundenplan. Einigen dämmert schon, was sie nun erwarten wird: Den Ausdauerlauf werden sie nach wenigen Metern erschöpft und nach Luft winselnd abbrechen, beim Turnen werden sie sich mit Mühe und Not über die Geräte quälen, und im abschließenden Ballspiel will sie mal wieder keiner in die Mannschaft wählen.
Was früher noch als Ausnahme galt – scheint heute bittere Realität zu sein – traut man der aktuellen Berichterstattung zahlreicher Medien. Das Fernsehen berichtet vom „Verschwinden der Sinne“ (N3, Reinhard Kahl), in den Zeitungen wird von der „Generation Grobmotorik“ (Süddeutsche Zeitung 02.07.2002), der „kranken Generation“ (TV Hören und Sehen), von „Medienfreaks und Körperwracks“ oder der „Generation von Weichlingen, Schlaffis und Stubenhockern“ gesprochen. Der Zustand der heutigen Heranwachsenden wird als „fett und krank“ (Spiegel Special 4/1997) und „früh angeknackst“ (Die Zeit 2/1997) tituliert. Der motorische Entwicklungs- und Leistungsstand der jetzigen Kinder und Jugendlichen – so auch das Ergebnis vieler wissenschaftlicher Studien und Schuleingangsuntersuchungen hat besorgniserregende Formen angenommen – sogar „unsere Volksgesundheit ist in Gefahr“, denn gesundheitliche Probleme wie Übergewicht, Adipositas oder Diabetes seien stark auf dem Vormarsch.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die motorische Entwicklung von Kindern ein und stellt die Problemstellung, die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit vor.
2. Kindheit im Wandel: Das Kapitel behandelt den historischen Wandel des Kindheitsbegriffs sowie aktuelle Veränderungen in familialen, räumlichen und medialen Lebenswelten und deren Bedeutung für Bewegung und Spiel.
3. Empirischer Teil: Hier wird das qualitative Forschungsdesign der Arbeit erläutert, einschließlich der Expertenauswahl, der Methode der Experteninterviews sowie der Vorgehensweise bei der Datenerhebung und -auswertung.
4. Darstellung der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Erkenntnisse aus den Interviews, unterteilt in die Kategorien Leistungsfähigkeit, Ursachen, Sportunterricht und Maßnahmen.
5. Diskussion: Die Ergebnisse der empirischen Untersuchung werden kritisch reflektiert und in den Kontext der aktuellen Kindheitsforschung eingeordnet.
6. Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert die Arbeit und stellt fest, dass die motorische Entwicklung komplexen Einflussfaktoren unterliegt, die differenziert betrachtet werden müssen.
Kindheit, motorische Entwicklung, Bewegungsmangel, Mediatisierung, Lebensbedingungen, Experteninterview, Sportunterricht, Kindheitsforschung, Spielverhalten, Übergewicht, Sozialisation, motorische Leistungsfähigkeit
Die Arbeit untersucht den Wandel der Kindheit in den letzten Jahrzehnten und analysiert, wie sich veränderte Lebensbedingungen auf die motorische Entwicklung von Heranwachsenden auswirken.
Die zentralen Themen sind der Einfluss von Medien, die Veränderung familialer und räumlicher Strukturen, die Bedeutung von Bewegung und Spiel sowie die Wahrnehmung motorischer Defizite durch Fachkräfte.
Die Forschungsfrage lautet, ob Experten eine reduzierte motorische Leistungsfähigkeit bestätigen können, welche Ursachen sie dafür sehen und welche Maßnahmen zur Entgegenwirkung sinnvoll sind.
Die Arbeit verwendet einen qualitativen Forschungsansatz. Es wurden Experteninterviews mit Lehrkräften, einer Kindergärtnerin, einer Physiotherapeutin und einer Kinderärztin geführt.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Abriss zum Kindheitsbegriff und zum Wandel der Lebenswelten, gefolgt vom empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Experteninterviews dargestellt und diskutiert werden.
Die wichtigsten Begriffe sind Kindheit, motorische Entwicklung, Bewegungsmangel, Mediatisierung, Lebensbedingungen und Experteninterview.
Die Mehrheit der Experten beobachtet eine Verschlechterung, insbesondere in koordinativen Bereichen. Einige Experten relativieren dies jedoch und weisen darauf hin, dass die physischen Leistungsgrundlagen auch früher nicht flächendeckend exzellent waren.
Die Experten betonen die hohe Vorbildfunktion der Eltern. Ein aktiver Lebensstil der Eltern korreliert häufig mit einer besseren motorischen Entwicklung der Kinder, wobei auch die Förderung durch spezielle Angebote in frühen Jahren entscheidend ist.
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