Bachelorarbeit, 2019
49 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
2 Was ist die CRISPR-Technologie?
3 Ethische Positionen
3.1 Definition der kategorischen Argumentationen
3.1.1 Deontologischer Ansatz
3.1.2 Ansatz der Diskursethik
3.2 Definition der konsequentialistischen Argumentationen
3.2.1 Ansatz der utilitaristischen Argumentation
3.2.2 Ansatz des Präferenzutilitarismus
4 Ethische Diskussion zur CRISPR-Technologie
4.1 Individuum und Gesellschaft
4.2 Natürlichkeit
5 Fazit
Die Arbeit untersucht die ethischen Implikationen von Keimbahninterventionen am Menschen am konkreten Beispiel der CRISPR-Technologie. Basierend auf dem Fall der in China geborenen, genetisch veränderten Zwillinge wird die Forschungsfrage beantwortet, inwieweit sich pro- und contra-Argumente aus kategorischen sowie konsequentialistischen ethischen Positionen ableiten und bewerten lassen.
3.1.1 Deontologischer Ansatz
Die Deontologie respektive die deontologische Ethik (griechisch: δέον (deon) das Erforderliche, das Gesollte, die Pflicht) bezeichnet eine ethische Position, in der die Beurteilung von Handlungen nicht (allein) nach ihren Konsequenzen erfolgt. Es treten hierbei intrinsische Motivationen in den Vordergrund der Beurteilung von Handlungen.
Die Deontologie wird auch als Pflichtethik definiert (Knoepffler, 2010: 49), da sie sich an vorgegebene Rahmenbedingungen respektive Grundüberzeugungen orientiert, denen sich die handelnden Personen grundsätzlich und aus innerer Überzeugung verpflichten. Dies können allgemein philosophische Postulate sein sowie religiöse Weltanschauungen/Dogmen. Gesellschaftlich-rechtliche Aspekte wie bspw. die Verfassung eines Staates (in Deutschland: das Grundgesetz) können hierunter ebenfalls gezählt werden.
Allen Anschauungen gemeinsam ist, dass sie als übergeordnete (oder auch als übersinnlich empfundene) Kategorien einen Leitfaden zur Handlungsweise bzw. -absicht der Subjekte vorgeben, wodurch von anderen als auch von den handelnden Personen selbst ein Verstoß gegen diesen Leitfaden negativ und ein Handeln im Sinne dieses Leitfadens als positiv beurteilt werden kann (vgl. Hardt 2019: 87). In moralischen Kategorien ausgedrückt hieße dies: Eine Handlung ist als gut zu bezeichnen, wenn sie nach den Grundsätzen des Handlungsrahmens erfolgt und als schlecht zu beurteilen, wenn sie von den gesetzten Richtlinien abweicht bzw. dagegen verstößt. Es kommt in der Betrachtung der deontologischen Ethik somit nicht auf die Folgen der Handlung an, sondern auf die intrinsische Motivation der Handelnden.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den wissenschaftlichen Aufschrei infolge der ersten CRISPR-veränderten Geburten und führt in die moralische Debatte über Keimbahninterventionen ein.
2 Was ist die CRISPR-Technologie?: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise der Genschere und deren historische Entwicklung von der Entdeckung bei Bakterien bis zur Anwendung am menschlichen Embryo.
3 Ethische Positionen: Hier werden die philosophischen Grundlagen der deontologischen, diskursethischen, utilitaristischen und präferenzutilitaristischen Ansätze detailliert definiert.
4 Ethische Diskussion zur CRISPR-Technologie: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Positionen mit dem konkreten Fall der Keimbahnintervention und analysiert Spannungsfelder wie gesellschaftliche Eugenik-Ängste, Autonomie und das Konzept der Natürlichkeit.
5 Fazit: Das Fazit bewertet die ethischen Ansätze und kommt zu dem Schluss, dass kategorische Argumente im Hinblick auf das untersuchte Experiment eine ethische Ablehnung stützen.
CRISPR-Technologie, Keimbahnintervention, Genschere, Deontologie, Utilitarismus, Präferenzutilitarismus, Bioethik, Genome Editing, Menschenwürde, Enhancement, Gentechnik, Habermas, Peter Singer, Gattungsethik, Naturverständnis
Die Arbeit behandelt die ethischen Herausforderungen und moralischen Fragestellungen, die sich aus der Anwendung der CRISPR-Technologie zur Keimbahnmanipulation am Menschen ergeben.
Die zentralen Felder umfassen die Technikfolgenabschätzung, die philosophische Einordnung in verschiedene Ethikströmungen sowie die Auswirkungen auf individuelle Autonomie und gesellschaftliche Strukturen.
Ziel ist es, den Fall der ersten genetisch veränderten Kinder (CRISPR-Babies) anhand klassischer und moderner ethischer Positionen kritisch zu reflektieren und eine fundierte ethische Einordnung vorzunehmen.
Es handelt sich um eine literaturgestützte, ethisch-philosophische Analyse, die verschiedene moraltheoretische Argumentationsstränge auf ein konkretes Fallbeispiel anwendet.
Im Hauptteil werden sowohl kategorische (deontologische und diskursethische) als auch konsequentialistische (utilitaristische) Positionen definiert und anschließend zur Bewertung des konkreten Experiments von Jiankui He herangezogen.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie CRISPR-Technologie, Keimbahnintervention, Deontologie, Utilitarismus und Bioethik definieren.
Er dient als kritischer Gegenentwurf zur genetischen Manipulation, da Habermas davor warnt, dass pränatale Eingriffe das natürliche Selbstverständnis des Menschen als autonomes Gattungswesen gefährden.
Während der klassische Utilitarismus primär auf die Lust-Leid-Bilanz fokussiert, stellt der Präferenzutilitarismus die maximale Erfüllung individueller Interessen und Wünsche in den Mittelpunkt der moralischen Bewertung.
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