Bachelorarbeit, 2006
218 Seiten, Note: 1,0
EINLEITUNG
Forschungsstand
Problemstellung und Vorgehensweise
Verwendete Quellen
Themeneingrenzung
1. ROHSTOFFE
VERWENDETE METALLE
REINES KUPFER
Gewinnung/Verhüttung
Herkunftsorte
LEGIERUNGEN
Bronze
Messing
Bezug fertiger Legierungen oder Halbzeuge
ALTMETALL
WEITERE BENÖTIGTE METALLE
PROBIEREN UND SCHEIDEN
NATURWISSENSCHAFTLICHE BESTIMMUNG VON METALLEN
WAAGEN UND GEWICHTE
WEITERE ROHSTOFFE
2. DIE WERKSTATT
ÖFEN
Eingetiefte ovale und birnenförmige Schmelzöfen
Rechteckige mit Steinplatten ausgekleidete Ofengruben
Öfen mit geschlossenem Ofenraum und Blasebalg
Windöfen
Schachtöfen
WERKSTÄTTEN
DER ARBEITSPLATZ NACH THEOPHILUS
LAGE DER WERKSTATT IN DER STADT
3. HERSTELLUNGSMETHODEN
3. A. GUSS VON ROH- UND FERTIGTEILEN
GUSSTIEGEL
GUSSVERFAHREN
1. Guss von Barren
2. Guss von nachzuschmiedenden Rohteilen
3. Formguss
a. Wachsausschmelzverfahren
b. Guss in wiederverwendbaren Formen
ANZEICHEN FÜR GUSS AN METALLGEGENSTÄNDEN
3. B. WEITERVERARBEITUNG GEGOSSENER ROHTEILE
WERKZEUG
Werkzeuge für verschiedene Tätigkeiten
VERSÄUBERN
FEILEN
KALTVERFORMUNG
Hämmern und Treiben
Hämmer und Ambosse
Blech Hämmern
Treiben
Schmieden
Pressen und Prägen
Pressen in Matrizen oder auf Patrizen
Prägen
Draht ziehen
Zieheisen oder Nageleisen?
Blech und Draht biegen
Drehen
Trennen
Schneiden
Durchschlagen
Sägen
Bohren
VERBINDEN VON EINZELBESTANDTEILEN
Hartlöten
Weichlöten
Vernieten
Kupfer- oder Messings-Plattierung von Eisengegenständen
VERZIEREN
Muster feilen
Plastische Verzierungen
Muster punzieren
Ziselieren
Muster gravieren
Niello
Feuervergolden
Emaillieren
Steinbesatz
DURCHBRUCHARBEITEN
ZUSAMMENFASSUNG, FAZIT
QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS
LITERATUR
SCHRIFTQUELLEN
INTERNETADRESSEN
Die vorliegende Arbeit untersucht die Arbeitsorganisation in mittelalterlichen Werkstätten zur Herstellung kleiner Buntmetallgegenstände. Sie erforscht, welche spezifischen Tätigkeiten, Produktionsmittel und methodischen Ansätze notwendig waren, um Kleingeräte aus Kupfer, Bronze oder Messing zu fertigen, wobei sie archäologische Funde mit historischen metallurgischen Lehrbüchern verknüpft.
ÖFEN
Ein wesentlicher Bestandteil der Werkstätten waren die Öfen, von denen, je nach Zeitstellung und Verwendungszweck, verschiedene Modelle auszumachen sind.
Für die Herstellung kleiner Buntmetallgegenstände benötigte der Handwerker lediglich ein Holzkohlefeuer mit Blasebalg sowie eventuell einen Ofen zur Messingproduktion. Ein Holzkohlefeuer ist etwa 800°C heiß und kann bei gleichmäßiger zusätzlicher Luftzufuhr mittels Blasebalg bis zu 1.650°C erreichen. Das reicht aus, um Kupfer und Kupferlegierungen (ca. 900°-1.100°C) in Tiegeln zu schmelzen.
Leider wurden bis jetzt keine mittelalterlichen Ofenkonstruktionen mit intakten oberirdischen Aufbauten gefunden, und auch die eingetieften Bereiche wurden bei Ausgrabungen oft nur angeschnitten. Häufig werden deshalb zur Rekonstruktion von Ofenbefunden mittelalterliche oder frühneuzeitliche Quellen herangezogen, z. B. von Drescher, Janssen oder Schütte. Krabath, der sich viel mit Öfen beschäftigt hat (s.u.), meint hingegen, dass sich historische Ofenbeschreibungen und -abbildungen bis jetzt nur unzureichend mit den Bodenfunden in Übereinstimmung bringen ließen. Er hat die bis zum Jahre 2002 in Europa gefundenen 63 Buntmetallschmelzöfen von 45 Orten, basierend auf ihrem Grundriss, in 11 Typen eingeteilt. Regionale Besonderheiten konnten hierbei nicht festgestellt werden, und für eine zeitliche Entwicklung gibt es nur wenige Hinweise. Letztere ist auch schwer zu ermitteln, da für die meisten der publizierten Öfen keine sichere Datierung vorliegt. Ich habe mich bei der nun folgenden Aufstellung größtenteils an die Modellcharakterisierung Krabaths gehalten.
1. ROHSTOFFE: Das Kapitel erläutert die verschiedenen Buntmetalle wie Kupfer, Bronze und Messing, deren Legierungszusammensetzung sowie die Herkunft und Bedeutung von Altmetall für die Produktion.
2. DIE WERKSTATT: Hier werden die verschiedenen Ofentypen, wie Schmelzgruben, Windöfen und Schachtöfen, sowie die archäologische Fundsituation von Werkstattarealen detailliert analysiert.
3. HERSTELLUNGSMETHODEN: Dieses Kapitel behandelt die technischen Arbeitsschritte vom Guss über die Weiterverarbeitung wie Schmieden und Feilen bis hin zu verschiedenen Verzierungstechniken.
Buntmetall, Mittelalter, Werkstatt, Metallhandwerk, Gusstiegel, Legierung, Verhüttung, Archäologie, Schmieden, Treiben, Ziselieren, Email, Materialkunde, Rohstoffe, Produktionsmittel.
Die Arbeit analysiert die Arbeitsorganisation in mittelalterlichen Buntmetallwerkstätten und untersucht die Herstellungsprozesse kleiner Gebrauchsgegenstände.
Sie umfasst Rohstoffkunde, Ofenbau, Gusstechniken, mechanische Weiterverarbeitung und die topographische Anordnung von Handwerksbetrieben in der mittelalterlichen Stadt.
Das primäre Ziel ist es, die Tätigkeiten, Akteure und notwendigen Arbeitsmittel (Produktionsmittel) zu identifizieren, die für die Herstellung kleiner Buntmetallobjekte erforderlich waren.
Die Autorin kombiniert archäologische Ausgrabungsergebnisse, Experimente, metallurgische Analysen und die Interpretation zeitgenössischer historischer Quellen, wie die Schedula des Theophilus.
Der Hauptteil gliedert sich in Rohstoffanalyse, eine detaillierte Beschreibung der Werkstattinfrastruktur (Öfen, Arbeitsplätze) und eine systematische Darstellung der Herstellungsmethoden (Guss, Kaltverformung, Verbindungstechnik, Verzierung).
Die zentralen Begriffe sind Buntmetall, Metallhandwerk, Werkstatt, Gusstechniken (Wachsausschmelzverfahren, Formguss) und mittelalterliche Fertigungsmethoden.
Es erlaubte ab ca. 1450 eine effiziente Trennung von Silber aus silberhaltigem Kupfer, was die Rohstoffgewinnung und -reinigung im späten Mittelalter revolutionierte.
Sein Lehrbuch "Schedula Diversarium Artium" aus dem 12. Jahrhundert dient als zentrale historische Quelle, um technische Anweisungen mit archäologischen Funden abzugleichen.
Zinnhaltige Lötstellen können bei niedrigen Temperaturen zerfallen, was erklären könnte, warum bei archäologischen Fundstücken wie Fibeln oft Verbindungsteile fehlen.
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