Diplomarbeit, 2008
250 Seiten, Note: 1,0
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
I. Erzherzog Ferdinand Maximilian – Leben und Persönlichkeit
1. Jahre der Erziehung und Sozialisierung: 1832 bis 1850
1.1 Grundsätze der habsburgischen Prinzenerziehung
1.2 Die ersten Jahre: 1832 bis 1837
1.2.1 Die Aja: Marie Luise von Sturmfeder
1.2.2 Das soziale Umfeld: Der Hofstaat
1.2.3 Der Einfluss der Eltern – Erzherzog Franz Karl und Erzherzogin Sophie
1.3 Die Ausbildung zum Erzherzog: 1838 bis 1850
1.3.1 Katholisch, adelig, international – Der Ajo Heinrich Bombelles
1.3.2 Johann Baptist Coronini-Cronberg: Ein liberaler Aristokrat?
1.3.3 Die Erzieher Ferdinand Maximilians: Timotheus Ledochowski und Franz Gorizutti
1.3.4 Liberal, konservativ, katholisch? Der Italienischunterricht durch Gian Battista Bolza
1.3.5 Der Geschichtsunterricht: Antiliberal, katholisch, germanisch, patriotisch
1.3.6 Resümee der Erziehung Ferdinand Maximilians
2. Ein Leben als „Ewiger Zweiter“: 1850 bis 1864
2.1 Ferdinand Maximilian und die Marine
2.2 Vom General-Gouverneur zum Polit-Pensionär
2.2.1 Die Ehe mit Charlotte von Belgien
2.2.2 Schloss Miramar: Habsburgisches Bollwerk oder Spleen eines Privilegierten?
2.2.3 Die letzten Jahre in Europa: Ein „politischer Pensionär“?
3. Ein großer Traum und sein rasches Ende: Ferdinand Maximilian als Kaiser von Mexiko (1864-67)
II. Das Lombardo-Venetianische Königreich 1814/15 – 1859
1. Das Lombardo-Venetianische Königreich im Vormärz: Vom Wiener Kongress zu den cinque giornate
1.1 Die Konstituierung des Lombardo-Venetianischen Königreichs und dessen institutionelle Gliederung
1.1.1 Die Kongregationen: Wen vertreten die „Vertretungskörperschaften“?
1.1.2 Die Gemeinden: „Oasen der Demokratie“?
1.1.3 Die staatlichen Behörden
1.1.4 Der Vizekönig
1.2 Die sozialen Schichten Lombardo-Venetiens im Vormärz
1.2.1 Die Adeligen, oder das Problem der Integration der lokalen Eliten in den Staat
1.2.2 Das Bürgertum: Aufstieg in die Arbeitslosigkeit?
1.2.3 Die sozial Benachteiligten: Soziale Gruppen in Bewegung
2. Opposition und Revolution: Der Widerstand gegen Österreich im Lombardo-Venetianischen Königreich
2.1 Die Opposition gegen die österreichische Herrschaft 1815-1848
2.2 Die Revolution von 1848/49 im Lombardo-Venetianischen Königreich
2.2.1 Die Vorboten des Umsturzes
2.2.2 Revolution 1848/49 auf Italienisch – Die cinque giornate von Mailand und die Repubblica veneta
3. 1848 – 1859 in Lombardo-Venetien, oder: Ein „liberaler“ General-Gouverneur und der Neoabsolutismus
3.1 Das Erbe der Revolution: Der Neoabsolutismus im Lombardo-Venetianischen Königreich
3.2 Erzherzog Ferdinand Maximilian als General-Gouverneur des Lombardo-Venetianischen Königreichs: Gekommen, um zu repräsentieren?
3.2.1 Der Amtsantritt Ferdinand Maximilians – zwischen Konvention und Konfrontation
3.2.2 Der formelle Handlungsspielraum Ferdinand Maximilians als General-Gouverneur, oder: Die Kompetenzen eines Kompetenzlosen
3.2.3 Der erzherzogliche Hof: Repräsentation als Teil der Politik
3.2.4 Das persönliche Umfeld des Erzherzogs in Lombardo-Venetien
3.2.4.1 Das nicht-italienische Umfeld des Erzherzogs: Adelige und Jugendfreunde
3.2.4.2 Das italienische Umfeld des Erzherzogs: Adelige und Intellektuelle
3.2.5 Politische Emanzipationsversuche und deren Scheitern
3.2.5.1 Das Österreichisch-italienische Königreich als Versuch einer eigenständigen „Außenpolitik“?
3.2.5.1 Die „Denkschrift über die im lom.-venet. Königreiche einzuführende Verfassungs- und Verwaltungsreform – Föderale Ansätze im Neoabsolutismus?“
3.3 Resümee von Ferdinand Maximilians General-Gouverneurat
III. Das Italien-Bild Ferdinand Maximilians im Wandel
1. Zwei (auto)biographische Quellen – „Reise-Skizzen“ und „Geschichte des Generalgouvernements 1857-1859“
1.1 Ein Erzherzog auf Reisen: Die „Reise-Skizzen“ Ferdinand Maximilians
1.1.1 Entstehungsgeschichte und Rezeption der „Reise-Skizzen“
1.1.2 Inhalt und Charakteristik der „Reise-Skizzen“
1.2 Der Rechenschaftsbericht Ferdinand Maximilians über seine Zeit als General-Gouverneur Lombardo-Venetiens (1857-59)
1.2.1 Entstehungsgeschichte und Rezeption der „Geschichte des Generalgouvernements“
1.2.2 Inhalt und Charakteristik der „Geschichte des Generalgouvernements“
2. Ferdinand Maximilians Italien-Bild(er) und deren Wandel
2.1 Methodologische Vorbemerkung
2.2. Nationale Stereotypen und die Konstruktion inferiorer „Andersartigkeit“
2.3 Zivilisatorische Mission und paternalistische Vormundschaftspflicht oder „kraftvoller Liberalismus“?
2.4 Die Utopie einer politikfreien Verwaltung, oder: Verwaltung als Politik-Ersatz
Die vorliegende Arbeit untersucht das Italienbild von Erzherzog Ferdinand Maximilian, einem Habsburger, der maßgebliche Zeit seines Lebens in Italien verbrachte. Das zentrale Forschungsziel ist es, die Einflüsse auf sein Italienbild, seinen administrativen Handlungsspielraum als General-Gouverneur des Lombardo-Venetianischen Königreichs sowie den Wandel seines Italienbildes zwischen seiner frühen Zeit als Reisender und seiner späteren Zeit als hoher habsburgischer Funktionär nachzuzeichnen.
1.2.1 Die Aja: Marie Luise von Sturmfeder
Ferdinand Maximilian erhielt dieselbe Aja wie bereits sein älterer Bruder Franz Joseph, nämlich die Baronin Marie Luise von Sturmfeder. Ihr Name wird selbst in Standardwerken zu Ferdinand Maximilian teils verschwiegen, teils wird lediglich darauf hingewiesen, dass sie die Anregung dazu gegeben habe, die Erzherzöge bereits ab dem zweiten Lebensjahr „Böhmisch lernen“ zu lassen, und dass sie als unverheiratet gebliebene empfindsame Aja [...] mit fast mütterlicher Liebe die Kinder Franz Karls betreut habe. Auch der für gewöhnlich gut informiert „Wurzbach“ weiß unter dem Stichwort „Sturmfeder, von und zu Oppenweiler, Maria Luise Gräfin (Sternkreuz-Ordensdame)“ lediglich zu berichten, dass diese am 3. Oktober 1789 in ein „altes, schwäbisch-fränkisches reichsritterliches Geschlecht“ geboren wurde, ab 1830 im Rang einer k. k. Hofdame [...] mehrere Jahre als Aja bei den durchlauchtigsten Kindern Ihrer kaiserlichen Hoheiten des Erzherzogs Franz Karl und der Frau Erzherzogin Sophie wirkte und nach Beendigung dieser Tätigkeit bis zu ihrem Tod am 10. September 1866 Hofdame der Gemahlin von Ferdinand I., Karoline Auguste, war.
1. Jahre der Erziehung und Sozialisierung: 1832 bis 1850: Dieses Kapitel beleuchtet die frühen Prägungen Ferdinand Maximilians, insbesondere das von Frömmigkeit und konservativen Grundsätzen dominierte Erziehungssystem.
2. Ein Leben als „Ewiger Zweiter“: 1850 bis 1864: Hier werden die Jahre nach seiner Ausbildung, sein Dienst in der Marine und seine Rolle als Thronfolger sowie seine Ehe mit Charlotte von Belgien untersucht.
3. Ein großer Traum und sein rasches Ende: Ferdinand Maximilian als Kaiser von Mexiko (1864-67): Dieses Kapitel fasst die letzten Lebensjahre des Erzherzogs als Kaiser von Mexiko zusammen.
1. Das Lombardo-Venetianische Königreich im Vormärz: Vom Wiener Kongress zu den cinque giornate: Eine Analyse der institutionellen und administrativen Rahmenbedingungen dieses Königreichs vor der Revolution von 1848.
2. Opposition und Revolution: Der Widerstand gegen Österreich im Lombardo-Venetianischen Königreich: Dieses Kapitel behandelt die politischen Unruhen und den Widerstand gegen die österreichische Herrschaft während des Vormärz und der Revolution 1848/49.
3. 1848 – 1859 in Lombardo-Venetien, oder: Ein „liberaler“ General-Gouverneur und der Neoabsolutismus: Eine Untersuchung des Wirkens Ferdinand Maximilians als General-Gouverneur unter den neoabsolutistischen Rahmenbedingungen.
1. Zwei (auto)biographische Quellen – „Reise-Skizzen“ und „Geschichte des Generalgouvernements 1857-1859“: Eine methodologische Auseinandersetzung mit den zentralen Quellen der Arbeit.
2. Ferdinand Maximilians Italien-Bild(er) und deren Wandel: Dieses Kapitel analysiert die Veränderung des Italienbildes des Erzherzogs im Zeitverlauf unter Anwendung kolonialistischer Denkmuster.
Erzherzog Ferdinand Maximilian, Österreichische Geschichte, Lombardo-Venetien, Kaiser von Mexiko, Erziehung, Habsburger, Neoabsolutismus, Italienbild, General-Gouverneur, Kolonialismus, Sozialisierung, Reformpolitik, Reiseliteratur, Vormärz, Risorgimento
Die Diplomarbeit untersucht das Italienbild von Erzherzog Ferdinand Maximilian unter Berücksichtigung seiner Erziehung, seiner Tätigkeit als General-Gouverneur in Norditalien und seiner persönlichen Schriften.
Die zentralen Themen umfassen die habsburgische Erziehung des 19. Jahrhunderts, die Verwaltung des Lombardo-Venetianischen Königreichs sowie die ideologische Auseinandersetzung mit der italienischen Kultur und Gesellschaft.
Das Hauptziel ist die Analyse des Wandels in Ferdinand Maximilians Italienbild – von einem jugendlichen Reisenden, der Stereotypen reproduziert, hin zu einem General-Gouverneur, der (wenn auch paternalistisch) versucht, die administrativen und sozialen Bedingungen in Norditalien zu reformieren.
Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse. Sie vergleicht primäre autobiographische Texte (Reise-Skizzen und den Rechenschaftsbericht über das Generalgouvernement) mit zeitgenössischer Sekundärliteratur und analysiert diese mithilfe theoretischer Konzepte zur Identitätskonstruktion und kolonialistischen Wahrnehmung (Osterhammel).
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Blöcke: Die Sozialisierung und Erziehung, das Lombardo-Venetianische Königreich als politisches und soziales Umfeld sowie die Analyse der Italienbilder und deren Wandel in den schriftlichen Zeugnissen.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Ferdinand Maximilian, Lombardo-Venetien, habsburgischer Neoabsolutismus, Italienbild, Erziehung und administrative Reform aus.
Die Leipziger Ausgabe, die für eine breitere Öffentlichkeit redigiert wurde, weist im Vergleich zur Erstausgabe, die lediglich für einen kleinen Kreis bestimmt war, zahlreiche Kürzungen, stilistische Änderungen und Streichungen auf, die den Charakter des Erzherzogs teilweise verschleierten.
Sein Denken war geprägt von einem paternalistischen „Sendungsglauben“. Er betrachtete das italienische Volk als „erziehungsbedürftig“, wobei er Reformen und Fortschritt von oben herab initiieren wollte, während er gleichzeitig die traditionellen Eliten in das System einzubinden versuchte.
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