Masterarbeit, 2019
114 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Hintergrund und Erkenntnissinteresse der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Historische Entwicklung
2.1 Entstehung, Aufbau und Niedergang der DDR
2.2 Politische Entwicklungen
2.2.1 Bitterfelder Weg
2.2.2 Das 11. ZK-Plenum
2.3 Kulturelle Aspekte und Entwicklungen
2.3.1 Sozialrealismus in der DDR
2.3.2 Zensur und der Fall von Wolf Biermann
3 Literatur in der DDR
3.1 Diskussion um den Literaturbegriff: Gibt es DDR-Literatur?
3.2 Die Rolle der Frau und weibliche Identitätsfindung in der DDR
3.3 Weibliches Schreiben in der DDR-Zeit
3.3.1 Bedeutende Schriftstellerinnen in der DDR
3.3.1.1 Anna Seghers
3.3.1.2 Adrienne Rich
3.3.1.3 Maxi Wander
3.4 Die weibliche Sprache
3.5 Die Schriftstellerin Christa Wolf
3.5.1 Ihre Biografie
3.5.2 Ihre wichtigsten Werke und ihre Bedeutung in der DDR
3.5.3 Kritik am DDR-Staat oder eine Fürsprecherin der DDR
4 Zwischenfazit
5 Methodische Vorgehensweise
6 Erzählung Kassandra
6.1 Antiker Mythos
6.2 Inhaltsangabe
6.3 Sprachliche und inhaltliche Besonderheiten
6.3.1 Erzählablauf
6.3.2 Motive
6.4 Einordnung der Frauenfiguren und ihre Besonderheiten vor dem gesellschaftlichen Hintergrund
6.5 Vergleich zwischen dem antiken Mythos und der Nachbearbeitung
6.6 Deutung der Werkes
6.6.1 Der Übergang vom Matriarchat zum Patriarchat
6.6.2 Deutung des Werkes in Bezug auf die Reaktion aus weiblicher Sicht und die Kommunikationsfähigkeit der Frauenfiguren
7 Erzählung Medea
7.1 Antiker Mythos
7.2 Inhaltsangabe
7.3 Sprachliche und inhaltliche Besonderheiten
7.3.1 Erzählablauf
7.3.2 Das Motiv des Sündenbocks
7.4 Einordnung der Frauenfiguren und ihre Besonderheiten vor dem gesellschaftlichen Hintergrund
7.5 Vergleich zwischen dem antiken Mythos und der Nachbearbeitung
7.6 Deutung des Werkes
7.6.1 Der Übergang vom Matriarchat zum Patriarchat
7.6.2 Deutung des Werkes in Bezug auf die Reaktion aus weiblicher Sicht und die Kommunikationsfähigkeit der Frauenfiguren
8 Roman Der geteilte Himmel
8.1 Inhaltsangabe
8.2 Sprachliche und inhaltliche Besonderheiten
8.2.1 Erzählablauf
8.2.2 Motive
8.3 Einordnung der Frauenfiguren und ihre Besonderheiten vor dem gesellschaftlichen Hintergrund
8.4 Deutung des Werkes
8.4.1 Darstellung des Weiblichen und des Männlichen
8.4.2 Deutung des Werkes mit Bezug auf das Konzept des weiblichen Schreibens
8.4.3 Deutung des Werkes im Kontext der sozialistisch-realistischen Literatur
9 Zusammenfassende Analyse und Vergleich der Ergebnisse
10 Fazit
Diese Arbeit untersucht die Darstellung der Frauenrolle in der DDR-Literatur am Beispiel ausgewählter Werke von Christa Wolf. Ziel ist es zu analysieren, wie sich das Konzept des "weiblichen Schreibens" vor dem gesellschaftspolitischen Hintergrund der DDR entwickelt hat und inwiefern diese Literatur als gesellschaftskritisch gegenüber dem SED-Regime zu interpretieren ist.
2.2.1 Bitterfelder Weg
In der zweiten Phase der Entstehung der DDR, noch vor dem Siebenjahresplan, wurden Ideen generiert, wie das Wirtschafts- sowie Bildungssystem verbessert werden konnte. So hat Walter Ulbricht bereits im Rahmen des fünften Parteitages der SED im Juli 1958 davon gesprochen, sich Kultur zunutze zu machen, um die wirtschaftliche Produktivität in der DDR zu beeinflussen. Kultur sollte als ein Instrument eingesetzt werden, um die Rezipienten in der DDR nach den Vorstellungen der SED-Partei zu indoktrinieren und gleichzeitig Steigerungen in der Industrieproduktion zu erzeugen.
Auf Grund des parteibedingten Meinungsmonopols und der damit verbundenen „inoffiziellen“ Zensur in den Medien und derr Kultur galt es nun, die angespannten Beziehungen zwischen Literaten und der Partei zu verändern. Die Literatur sollte die ökonomischen Entwicklungen unterstützen und dabei helfen, die Arbeiterklasse in den kulturellen Bereich zu integrieren. Diese Forderung sollte mit einem neuen kulturpolitischen Weg erfüllt werden. Das Idealbild der SED war in dem Glauben verankert, dass die Kultur und die Wirtschaft miteinander verklammert werden sollten, um die Produktivität in beiden Bereichen unter der Kontrolle der Partei anzuregen. So sollte gleichzeitig dem Westen Deutschlands gezeigt werden, dass Ökonomie und Kultur in ihren Grundideen und der Grundmotivation miteinander konform sein können.
Als Plattform für das Umsetzen dieser Pläne diente die Autorenkonferenz des Mitteldeutschen Verlags in Bitterfeld, die am 24. April 1959 stattfand. Das neue kulturelle Programm sollte eine neue DDR-eigene kulturpolitische Bewegung repräsentieren, welche sich nicht mehr nach den Vorbildern der Sowjetunion richtete. So forderte Ulbricht weiterhin in seiner Rede die Schriftsteller dazu auf, sich in ihren Werken alltäglichen und zwischenmenschlichen Themen zu widmen, die die Arbeiter in der DDR sowohl zum Rezipieren als auch zum Produzieren ihrer eigenen Werke motivieren sollten.
1 Einleitung: Vorstellung des Erkenntnisinteresses bezüglich der Frauenrolle in der DDR und des Phänomens des weiblichen Schreibens.
2 Historische Entwicklung: Darstellung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Phasen der DDR von der Gründung bis zum Mauerfall.
3 Literatur in der DDR: Diskussion des Literaturbegriffs, der Frauenrolle und des weiblichen Schreibens sowie Porträts bedeutender Autorinnen inklusive Christa Wolf.
4 Zwischenfazit: Zusammenfassung der Erkenntnisse über das Scheitern sozialistischer Ideologie und die Rolle der Frau.
5 Methodische Vorgehensweise: Erläuterung des qualitativen-induktiven Ansatzes und der Analyseebenen zur Untersuchung der Werke.
6 Erzählung Kassandra: Analyse des Werkes unter Einbeziehung des antiken Mythos, der Sprache und der weiblichen Perspektive auf das Patriarchat.
7 Erzählung Medea: Untersuchung der Motive und gesellschaftlichen Umstände, insbesondere des Sündenbock-Motivs und der Rolle der Frau.
8 Roman Der geteilte Himmel: Interpretation des Romans als Auseinandersetzung mit der DDR-Realität und der persönlichen Identitätsfindung.
9 Zusammenfassende Analyse und Vergleich der Ergebnisse: Synthese der Untersuchungsergebnisse hinsichtlich des weiblichen Schreibens in allen drei Werken.
10 Fazit: Abschließende Reflexion über die Rolle Christa Wolfs und die Bedeutung ihrer Literatur in der DDR.
DDR-Literatur, Christa Wolf, Weibliches Schreiben, Frauenrolle, Sozialrealismus, Zensur, Patriarchat, Matriarchat, DDR-Kulturpolitik, Subjektive Authentizität, Kassandra, Medea, Der geteilte Himmel, Identitätsfindung, Feminismus.
Die Arbeit untersucht das Phänomen des "weiblichen Schreibens" in der DDR-Literatur am Beispiel von drei ausgewählten Werken der Autorin Christa Wolf.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der DDR, die politische Zensur, die spezifische Rolle der Frau in der DDR sowie die literarische Auseinandersetzung mit patriarchalen Strukturen.
Die Arbeit untersucht, wie Frauenrollen im gesellschaftlichen Kontext der DDR literarisch dargestellt werden, inwiefern diese als gesellschaftskritisch gelten können und ob sich ein spezifischer weiblicher Schreibstil feststellen lässt.
Es wird ein qualitativ-induktiver Analyseansatz gewählt, der die Texte inhaltlich-figürlich sowie sprachlich-stilistisch untersucht, gestützt durch literaturwissenschaftliche Theorien.
Der Hauptteil analysiert die Werke "Kassandra", "Medea" und "Der geteilte Himmel" hinsichtlich ihrer Erzählstrukturen, Motive und der Einordnung der Frauenfiguren vor dem Hintergrund der DDR-Wirklichkeit.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie DDR-Literatur, Christa Wolf, Weibliches Schreiben, Sozialrealismus, Zensur und Subjektive Authentizität geprägt.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Christa Wolf eine Befürworterin des Sozialismus war, sich jedoch zunehmend als kritische Beobachterin und Gegnerin des SED-Regimes positionierte, ohne das System des Sozialismus als Ganzes ablehnen zu wollen.
Die Mythen dienen Christa Wolf als indirektes Instrument, um patriarchale Machtstrukturen und deren zerstörerische Auswirkungen zu thematisieren, ohne dabei direkte, illegale Kritik an der DDR-Regierung üben zu müssen.
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