Masterarbeit, 2020
76 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung und Gang der Untersuchung
2. Börsengänge (IPOs): Platzierungsverfahren und Bewertung
2.1. Platzierungsverfahren
2.1.1. Festpreisverfahren
2.1.2. Bookbuildingverfahren
2.1.3. Auktionsverfahren
2.2. Bewertung von Unternehmen
2.2.1 Discounted Cash Flow (DCF)- Verfahren
2.2.2 Multiplikatorverfahren
3 Underpricing
3.1. Einleitung und Definition
3.2. Studien zum Underpricing
3.3. Erklärungsansätze
3.3.1. Gleichgewichtsorientierte Erklärungsansätze
3.3.1.1. Informationsasymmetrien zwischen Emittent und Investoren
3.3.1.2. Informationsasymmetrien zwischen Emittenten und Emissionsbank
3.3.1.3. Informationsasymmetrien zwischen Investoren
3.3.2. Ah hoc / Sonstige Erklärungsansätze
3.3.2.1. Prospekthaftung
3.3.2.2. Kurspflegemaßnahmen
3.3.2.3. Herdenverhalten
4. Empirische Analyse
4.1. Umfang der Stichprobe und verwendete Daten
4.2. Signifikanz des Underpricings
4.3. Einfluss des Zinsniveaus auf das Underpricing
4.3.1. Zins als einzige erklärende Variable
4.3.2. Mehrfachregression unter Einbezug weiterer Variablen
5. Fazit
Diese Masterarbeit untersucht, ob das Niedrigzinsumfeld einen signifikanten Einfluss auf das Phänomen des Underpricings bei Börsengängen (IPOs) in Deutschland hat. Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu klären, ob niedrigere Zinsen die Emissionsrenditen beeinflussen oder ob andere makroökonomische Faktoren eine stärkere Erklärungskraft besitzen.
1.1. Problemstellung
Die Weltwirtschaft wurde zwischen 2007 und 2009 von einer globalen Banken- und Finanzkrise erschüttert. Zur Begrenzung der negativen Effekte auf die Konjunktur haben weltweit die Zentralbanken den Leitzins gesenkt und damit eine Niedrigzinsphase begründet. Was zunächst als kurz- bis mittelfristige Unterstützung angedacht war, erstreckt sich mittlerweile auf einen Zeitraum von über zehn Jahren. Seit 2008 sank der Leitzinssatz der europäischen Zentralbank fast kontinuierlich von damals 4,25 % auf heute 0 %. Aufgrund der im ersten Quartal 2020 aufgetretenen Corona-Pandemie ist auch zukünftig von einem weiter niedrigen Zinsniveau auszugehen.
In erster Linie soll seitens der Europäischen Zentralbank mithilfe von Leitzinsen die Preisstabilität gewährleistet werden. Geringere Zinsen – und damit Finanzierungskosten für Unternehmen – fördern und erleichtern auch die Aufnahme von Kapital durch Unternehmen. Auf diese Weise schaffen sie einen Anreiz für Investitionen. Unternehmen können auf unterschiedliche Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung zurückgreifen. Eine Variante ist der Börsengang. An der Börse wird die Nachfrage nach Kapital durch das Unternehmen mit dem Angebot von Investoren zusammengeführt. Erleichternd für Unternehmen wirkt in diesem Zusammenhang u. a., dass Investoren in einem Niedrigzinsumfeld weniger Alternativen mit attraktiver Rendite zur Verfügung stehen.
1. Einleitung: Beschreibt das makroökonomische Umfeld, insbesondere die Niedrigzinsphase seit 2008, und leitet daraus die Forschungsfrage zum Einfluss auf das Underpricing bei Börsengängen ab.
2. Börsengänge (IPOs): Platzierungsverfahren und Bewertung: Erläutert die gängigen Verfahren zur Platzierung (Festpreis, Bookbuilding, Auktion) und Methoden der Unternehmensbewertung (DCF, Multiplikatoren), die als Basis für die Preisfindung dienen.
3 Underpricing: Definiert den Begriff des Underpricings und gibt einen umfassenden Überblick über existierende Studien und theoretische Erklärungsmodelle, insbesondere unter Berücksichtigung von Informationsasymmetrien.
4. Empirische Analyse: Analysiert die Daten von 225 deutschen IPOs zwischen 2001 und 2019 und prüft mittels statistischer Tests und Regressionsmodellen den Einfluss des Zinsniveaus auf die Emissionsrendite.
5. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen, wonach das Zinsniveau keinen signifikanten direkten Erklärungsbeitrag für das Underpricing liefert und unterstreicht die Komplexität der Faktoren, die bei Börsengängen wirken.
Börsengang, IPO, Underpricing, Niedrigzinsumfeld, Emissionsrendite, Kapitalmarktforschung, Informationsasymmetrie, Unternehmensbewertung, Bookbuilding, Regressionsanalyse, Finanzkrise, Emissionspreis, Aktienmarkt, Europäische Zentralbank, Kapitalbeschaffung
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Underpricings bei Börsengängen und analysiert, welchen Einfluss das anhaltende Niedrigzinsumfeld auf die Emissionsrendite deutscher Unternehmen hat.
Zentrale Themen sind die verschiedenen IPO-Platzierungsverfahren, die theoretischen Ansätze zur Erklärung von Underpricing, wie z.B. Informationsasymmetrien, sowie eine empirische Überprüfung mittels Regressionsmodellen.
Das Ziel ist es festzustellen, ob ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Zinsniveau und der Höhe des Underpricings besteht, um die Kosten von Börsengängen im Niedrigzinsumfeld besser zu verstehen.
Es wird eine empirische Analyse von 225 deutschen IPOs im Zeitraum 2001 bis 2019 durchgeführt, die durch statistische Testverfahren wie den T-Test, den Mann-Whitney-U-Test und verschiedene Regressionsmodelle ergänzt wird.
Der Hauptteil erläutert zunächst theoretische Grundlagen der IPO-Preisfindung und des Underpricings, stellt anschließend die empirische Methodik dar und präsentiert die Ergebnisse der Regressionsanalysen, die Zinsniveau, Inflation und Marktkapitalisierung als Variablen berücksichtigen.
Schlüsselbegriffe sind Underpricing, Börsengang, IPO, Niedrigzinsumfeld, Emissionsrendite, Informationsasymmetrie und Regressionsanalyse.
Die Stichprobe wird in zwei Perioden unterteilt (vor und nach der Finanzkrise 2008), um die Auswirkungen des veränderten Zinsumfelds direkt vergleichen zu können.
Der Autor schlussfolgert, dass das Zinsniveau keinen signifikanten Erklärungsbeitrag für das Underpricing liefert, obwohl tendenziell ein negativer Zusammenhang zu beobachten ist.
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