Bachelorarbeit, 2020
38 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung: Die derzeitige Welt internationaler Organisationen
2 Gerechtigkeitstheorien
2.1 Gerechtigkeitstheoretische Ideen von der Antike bis heute
2.2 John Rawls kontraktualistischer Gerechtigkeitsansatz
2.2.1 ‚Eine Theorie der Gerechtigkeit‘
2.2.2 ‚Das Recht der Völker‘
2.3 Martha C. Nussbaums Vorstellung einer achtbaren globalen Gemeinschaft
2.3.1 Kritik an Rawls und den globalen Erweiterungen seiner Theorie
2.3.2 Der Fähigkeitenansatz
3 Die UN von ihrer Gründung bis heute
4 Bewertung unserer globalen Struktur durch Nussbaum
4.1 Die Unverzichtbarkeit von Institutionen
4.2 Anspruch und Realität der UN
4.3 Nussbaums kosmopolitisches Ideal
5 Fazit: Theorien, die unserer komplexen Welt gerecht werden
Die vorliegende Arbeit untersucht das Gerechtigkeitskonzept der Philosophin Martha Nussbaum und analysiert, wie dieses als Maßstab für die Bewertung internationaler Institutionen, insbesondere der Vereinten Nationen (UN), sowie des modernen Kosmopolitismus dienen kann.
2.3.1 Kritik an Rawls und den globalen Erweiterungen seiner Theorie
Nussbaum setzt sich immer wieder mit der Theorie Rawls auseinander, da sie seine dort ausgebreitete Idee eines Gesellschaftsvertrags überzeugender findet als sämtliche andere Theorien. Trotzdem plädiert sie zur Lösung des Problems globaler Gerechtigkeit für einen neuen Ansatz, da sie überzeugt ist, eine solche Lösung sei nicht mit kontraktualistischen Vorannahmen umzusetzen (vgl. Nussbaum 2010: 211).
Bereits in seinem Hauptwerk – Eine Theorie der Gerechtigkeit – geht Rawls selbst skizzenhaft auf eine konkrete Anwendung seiner Ideen auf globaler Ebene ein. Kern seiner Theorie ist jedoch, dass ein Gesellschaftsvertrag von sich gleichenden Parteien auf gegenseitigen Vorteil abgeschlossen wird, damit ein kooperatives Zusammenleben innerhalb eines Staates möglich ist. Auf globale Ebene übertragen würde dies bedeuten, dass sich gleichende Staaten auf ein kooperatives Zusammenleben einigen. Diese Analogie ist für Nussbaum aus mehreren Gründen unzulässig. Denn davon auszugehen, dass sämtliche Regierungen ihr gesamtes Volk vertreten, Staaten selbstgenügsam seien, kein Staat in der Lage sei, andere zu beherrschen und der Status quo der Staaten grundsätzlich legitim sei – das ist eine verzerrte Vorstellung unserer tatsächlichen Welt. In dieser gibt es eine Reihe von Regierungen, welche nicht beanspruchen können, die Belange ihrer gesamten Gesellschaft zu repräsentieren, Staaten sind in sämtlichen Bereichen mit anderen Staaten vernetzt, allein die G8 beherrschen de facto alle weiteren Staaten und viele Völker empfinden den Status quo in ihrem Staat als nicht legitim und lehnen sich gegen diesen auf (vgl. Nussbaum 2010: 215f.). Demzufolge ist es nicht plausibel davon auszugehen, sich gleichende durch ihre Regierenden repräsentierte Staaten kämen global zu einer Übereinkunft.
1 Einleitung: Die derzeitige Welt internationaler Organisationen: Die Einleitung beleuchtet die globale Vernetzung und die damit verbundenen Herausforderungen, die ein Nachdenken über globale Gerechtigkeit und internationale Organisationen notwendig machen.
2 Gerechtigkeitstheorien: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über gerechtigkeitstheoretische Entwicklungen von der Antike bis zur Gegenwart, mit Fokus auf John Rawls und Martha Nussbaum.
3 Die UN von ihrer Gründung bis heute: Das Kapitel zeichnet die Geschichte und Entwicklung der Vereinten Nationen als einflussreichste internationale Organisation nach und benennt bestehende Herausforderungen.
4 Bewertung unserer globalen Struktur durch Nussbaum: Hier wird Nussbaums Gerechtigkeitskonzept auf Institutionen allgemein, die UN im Speziellen und den modernen Kosmopolitismus angewandt.
5 Fazit: Theorien, die unserer komplexen Welt gerecht werden: Das Fazit fasst die Relevanz globaler Gerechtigkeitstheorien zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, verschiedene Ansätze zur Bewältigung der sozialen Komplexität unserer Welt zu nutzen.
Gerechtigkeitstheorie, Martha Nussbaum, John Rawls, Fähigkeitenansatz, Globale Gerechtigkeit, Vereinte Nationen, UN, Institutionen, Kosmopolitismus, Patriotismus, Menschenrechte, Gesellschaftsvertrag, Internationale Organisationen, Globalisierung, Ethik.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Voraussetzungen für eine gerechtere Weltordnung und analysiert, wie philosophische Gerechtigkeitskonzepte, insbesondere der Ansatz von Martha Nussbaum, zur Bewertung internationaler Institutionen genutzt werden können.
Zu den Kernbereichen gehören Gerechtigkeitstheorien, die Rolle und Legitimität internationaler Institutionen sowie das Spannungsfeld zwischen Nationalstaat, globaler Kooperation und Kosmopolitismus.
Das Ziel ist zu klären, auf welchen Grundlagen Martha Nussbaum ihren Gerechtigkeitsansatz konzipiert hat und wie sie vor diesem Hintergrund die Vereinten Nationen sowie den modernen Kosmopolitismus bewertet.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse, bei der existierende gerechtigkeitstheoretische Konzepte (insbesondere von Rawls und Nussbaum) auf aktuelle globale Strukturen und die UN angewandt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Gerechtigkeitskonzepte, eine historische und strukturelle Betrachtung der UN sowie eine kritische Bewertung der globalen Struktur durch die Linse von Nussbaums Philosophie.
Die zentralen Charakteristika sind der Fähigkeitenansatz, globale Gerechtigkeit, der Kontrast zwischen Kontraktualismus und Nussbaums Philosophie sowie die Debatte um die Legitimität der UN.
Nussbaum sieht in der UN eine notwendige Ansammlung von Institutionen, äußert jedoch deutliche Kritik an ihrer Effizienz, Korruption und der oftmals fehlenden Legitimität bei der Lösung globaler Probleme.
Nussbaum argumentiert, dass ein gesunder Patriotismus die gemeinschaftsstiftende Kraft besitzt, um Individuen dazu zu motivieren, Verantwortung über die eigenen nationalen Grenzen hinaus zu übernehmen und somit global moralisch zu handeln.
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