Masterarbeit, 2020
138 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen und historiographische Bewertungslage
2.1. Aufgeklärter Absolutismus
2.2. Sozialdisziplinierung
2.3. Volksbildung und Volksschule
3. Absolutistische Herrscher im Vergleich
3.1. Friedrich II.
3.1.1. Ausgangssituation
3.1.2. Selbstverständnis und Staatsziel
3.2. Katharina II.
3.2.1. Ausgangssituation
3.2.2. Selbstverständnis und Staatsziel
3.3. Wesentliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede
4. Volksschulen als Staatsveranstaltung in Preußen und Russland
4.1. Preußen
4.1.1. Preußens langer Weg zur Volksbildung
4.1.2. Die Volksschule unter Friedrich II.
4.1.3. Umsetzung & Herausforderung
4.1.4. Wunsch und Wirklichkeit
4.2. Russland
4.2.1. Russlands steiniger Weg zur Volksbildung
4.2.2 Die Volksschule unter Katharina II.
4.2.3. Umsetzung & Herausforderung
4.2.4. Wunsch und Wirklichkeit
4.3. Wesentliche Gemeinsamkeiten und berechtigte Unterschiede
5. Die Volksschule als Instrument der Sozialdisziplinierung?
6. Resümee
Das Ziel der Arbeit ist es, das Verhältnis zwischen den individuellen Staatszielen und der Handhabung der Volksbildung in Preußen und Russland im 18. Jahrhundert zu analysieren, um zu prüfen, inwiefern die Gestaltung der Volksschulen als Maßnahme der Sozialdisziplinierung verstanden werden kann.
3.1.2. Selbstverständnis und Staatsziel
Als Sohn eines jähzornigen, misshandelnden Vaters blühte Friedrich II. auf, als er mit 28 Jahren den Thron bestieg. Er zog die großen Denker Europas an seinen Hof, während er Preußen als dominierende Militärmacht weiter ausbaute. War sein Vater Friedrich Wilhelm I. ein Mann von eiserner Disziplin gewesen, dessen militärische Begeisterung an Fanatismus grenzte, so schien sein Sohn auf den ersten Blick sein genaues Gegenteil zu sein. Der junge Friedrich war ein talentierter Musiker, ein Liebhaber von Philosophie und Poesie und ein Bewunderer der Franzosen, deren Sprache und Kultur seine zukünftige Herrschaft zutiefst prägen sollten. Allerdings lassen sich hinsichtlich ihrer Politik auch Gemeinsamkeiten zwischen dem „Philosophenkönig“ und seinem Vater, dem „Soldatenkönig“, feststellen, wie sich im Laufe dieses Kapitels zeigen wird.
In den späten 1740er Jahren begann Friedrich mit dem Bau eines extravaganten Sommerschlosses in Potsdam bei Berlin. Als Hommage an seine frankophilen Neigungen erhielt es den französischen Namen „Sanssouci“ – sorgenfrei. Friedrich stellte sich sein Anwesen als eine Art (privates) Versailles für Berlin vor, als einen Ort, der dem Genuss der Künste und der Erforschung der neuesten Tendenzen des aufklärerischen Denkens gewidmet sein sollte. Dem Ruf des selbsternannten „Philosophen von Sanssouci“ folgten Europas Intellektuelle nur zu gerne – als bedeutendster Vertreter der Aufklärung und Gast in Sanssouci ist jedoch sicherlich François-Marie Arouet, besser bekannt unter seinem Pseudonym Voltaire, zu nennen. Insbesondere Voltaire trug stark dazu bei, dass Friedrich als aufgeklärter Monarch in die Geschichte einging – zum einen war er es, der Friedrich den Beinamen „der Große“ verlieh, zum anderen führte er den Begriff "siècle de Frédéric" für Friedrichs Regierungszeit ein. Der rege Austausch mit seinen internationalen, aufgeklärten Gästen ermöglichte es Friedrich, als „Privatperson“ aufgeklärte Prinzipien zu debattieren und diese, zumindest zu Teilen, in seine Politik als Staatsmann einzubringen.
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Ursprünge der deutschen Schulbildung durch die Reformen des 18. Jahrhunderts und fragt nach der Rolle der Volksschule als Instrument zur Sozialdisziplinierung.
2. Begriffsbestimmungen und historiographische Bewertungslage: Definition der zentralen Konzepte Aufgeklärter Absolutismus, Sozialdisziplinierung sowie Volksbildung und Volksschule im historischen Diskurs.
3. Absolutistische Herrscher im Vergleich: Analyse von Friedrich II. und Katharina II. hinsichtlich ihrer Herkunft, Herrschaftsstile, Staatsziele und ihres Selbstverständnisses als Monarchen.
4. Volksschulen als Staatsveranstaltung in Preußen und Russland: Detaillierte Darstellung der Entstehung, Implementierung und praktischen Umsetzung des Volksschulwesens in beiden Ländern unter Berücksichtigung der Herausforderungen.
5. Die Volksschule als Instrument der Sozialdisziplinierung?: Synthese der Ergebnisse zur Frage, ob das Schulwesen gezielt zur Disziplinierung der Untertanen eingesetzt wurde.
6. Resümee: Fazit über die Effektivität und die langfristige Bedeutung der Bildungsreformen für die Staatsentwicklung und das Individuum.
Aufgeklärter Absolutismus, Sozialdisziplinierung, Volksschule, Volksbildung, Friedrich II., Katharina II., Preußen, Russland, Schulpflicht, Reformen, Pietismus, Staatsziel, Untertanen, Aufklärung, Bildungsgeschichte
Die Arbeit untersucht das Bildungswesen im 18. Jahrhundert in Preußen und Russland und fragt, ob die Einführung staatlich gelenkter Volksschulen primär pädagogischen Zielen diente oder ein Instrument zur Disziplinierung der Bevölkerung war.
Die zentralen Themen sind der Aufgeklärte Absolutismus, die Konzepte der Sozialdisziplinierung sowie die Entwicklung von staatlichen Grundschulsystemen und die Staatsziele der Monarchen Friedrich II. und Katharina II.
Das Hauptziel ist die Analyse, inwiefern die Bildungsreformen unter Friedrich II. und Katharina II. trotz unterschiedlicher Ausgangslagen als eine einheitliche Strategie zur Sozialdisziplinierung interpretiert werden können.
Die Arbeit verwendet eine historisch-analytische Methode, basierend auf dem Vergleich (Komparatistik) der beiden Staaten und einer kritischen Auswertung zeitgenössischer Schriften und Regierungsdokumente.
Im Hauptteil werden sowohl die ideologischen Grundlagen der Monarchen als auch die konkrete Umsetzung und die praktischen Schwierigkeiten bei der Etablierung des Volksschulwesens (Gesetze, Lehrpläne, Lehrermangel) in Preußen und Russland detailliert beschrieben.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Aufgeklärter Absolutismus, Sozialdisziplinierung, Preußisch-Russischer Bildungsvergleich und Staatsführung geprägt.
Katharina II. entschied sich für das österreichische Vorbild, da sie eine reibungslosere Adaption für die multinationale Gesellschaft ihres Reiches erwartete und zudem die russisch-orthodoxe Kirche Argwohn gegen das "atheistische Berlin" hegte.
Werke wie "Der Kinderfreund" in Preußen oder "Von den Pflichten des Menschen und Bürgers" in Russland dienten dazu, den Kindern Gehorsam, Pflichtbewusstsein, Ordnung und christliche Werte zu vermitteln, anstatt ein eigenständiges kritisches Denken zu fördern.
Die Autorin kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Weder konnten flächendeckende, effiziente Schulsysteme etabliert werden, noch erreichten sie die breite Masse der Bevölkerung; langfristig legten sie jedoch wichtige Grundsteine für die spätere staatliche Bildung.
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