Masterarbeit, 2017
134 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Forschungsinteresse und Stand der Forschung
3. Theoretische Hinwendung zum Forschungsthema
3.1 Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung im Schulunterricht
3.1.1 Hintergrund zur Entstehung der Umweltpädagogik als fester Bestandteil in deutschen Schulcurricula
3.1.2 Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung: Der Versuch einer Abgrenzung
3.1.3 Hemmnisse bei der Implementierung und Umsetzung von Konzepten der BNE und Umweltbildungsinhalten im Schulunterricht
3.2 Der Schulstandort Berlin
3.2.1 Umweltbildung und BNE im Berliner Schulunterricht der Sekundarstufe I
3.2.2 Die Berliner Bevölkerungsstruktur
3.3 Milieuspezifisches Umwelthandeln und milieuspezifische Umwelteinstellungen
3.3.1 Ursachen milieuspezifischer Umwelteinstellungen
3.4 Werte, Wertewandel und milieuspezifische Wertorientierungen
3.5 Umweltbezogene Wertorientierungen bei jungen Menschen
3.6 Ungleichbehandlung, Diskriminierung und Stereotype
4. Zwischenfazit
5. Empirischer Teil
5.1 Methodisches Vorgehen und Methodologie
5.2 Sampleauswahl und Auswahl der Interviewpartnerinnen
5.2.1 Auswertung der Internetauftritte der ISS aus Berlin Neukölln und Steglitz
5.2.2 Auswahl der Interviewpartnerinnen
5.3 Konzeption und Durchführung der Interviews
5.4 Auswertung der Interviews
5.5 Konzeption und Durchführung der Schüler_innenbefragung
5.6 Auswertung der Schüler_innenbefragung
5.7 Konzeption und Auswertung Wettbewerb „Klimaschule Berlin“
6. Zusammenfassung der Ergebnisse
7. Kritische Reflexion der Forschung
8. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit umwelt- und nachhaltigkeitsbezogene Themen im Schulunterricht an zwei Berliner Sekundarschulen platziert werden, die sich sozialstrukturell stark unterscheiden. Im Fokus steht dabei die Rolle der Lehrkraft sowie die Frage, welchen Einfluss die soziale und ethnisch-kulturelle Herkunft der Schülerschaft auf die Unterrichtsgestaltung und die Implementierung von Umweltbildungsinhalten nimmt.
3.1.1 Hintergrund zur Entstehung der Umweltpädagogik als fester Bestandteil in deutschen Schulcurricula
Im Zuge des starken Wachstums umweltintensiver Industrien in der Nachkriegszeit, beispielsweise in den Bereichen Energie, Chemie und Verkehr und den damit verbundenen gravierenden Umweltschäden, mehrten sich in den Industrienationen und somit auch in Deutschland Stimmen, die eine Verankerung von Umweltthemen im politischen Geschehen forderten. Die nach der Neuwahl 1969 gebildete SPD/FDP-Regierung kam diesen Forderungen mit einem Umweltprogramm nach, das unter anderem detaillierte Gesetzgebungsvorhaben mit konkreten Zielvorgaben beinhaltete. 1971 folgte in diesem Zuge die Einbeziehung eines Sachverständigenrates für Umweltfragen sowie 1974 die Gründung des Umweltbundesamtes.
Allerdings haben zu diesen Entwicklungen zum damaligen Zeitpunkt von Seiten der Politik weniger Motive zum Umweltschutz beigetragen, sondern vor allem die damals vorherrschenden ideologischen Gräben zwischen Ost und West. Denn durch die Beseitigung von Umweltproblemen sollte an industriegesellschaftliche Wohlfahrtsversprechungen angeknüpft werden. Schließlich gab es zum damaligen Zeitpunkt auch kaum bürgerschaftliches Engagement im Bereich des Umweltschutzes. Das öffentliche Bewusstsein änderte sich jedoch vor allem durch die Umweltkatastrophe von Bhopal und durch den Reaktorunfall in Tschernobyl. Die dadurch ausgelöste erhöhte Sensibilität der Bürgerinnen und Bürger für Umweltthemen, veranlasste schließlich die schwarz-gelbe Bundesregierung unter Helmut Kohl 1986 dazu, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ins Leben zu rufen. Seither ist dieses Politikressort fester Bestandteil im Politikgeschehen der Bundesrepublik. Die Belange dieses Ressorts gehen allerdings auch über das heutige Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hinaus, in andere Politikbereiche wie beispielsweise Landwirtschaft, Verkehr, Energie oder auch Bildung über.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz von Umwelt- und Klimaschutzthemen in der Gesellschaft ein und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich deren Platzierung an zwei sozial unterschiedlich geprägten Berliner Schulen.
2. Forschungsinteresse und Stand der Forschung: Es wird dargelegt, dass bisher kaum Studien zur Verknüpfung von Schüler_innenstruktur und der Platzierung spezifischer Unterrichtsinhalte existieren.
3. Theoretische Hinwendung zum Forschungsthema: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen zu Umweltbildung, Nachhaltiger Entwicklung, dem Berliner Schulstandort sowie milieuspezifischen Einstellungen und Wertorientierungen.
4. Zwischenfazit: Das Kapitel fasst zusammen, dass der schulgesetzliche Rahmen in Berlin Umweltbildung zwar ermöglicht, die praktische Umsetzung jedoch durch strukturelle Herausforderungen und die Heterogenität der Schülerschaft erschwert wird.
5. Empirischer Teil: Die Methodik der Untersuchung wird vorgestellt, die neben einer Analyse der Internetauftritte der Schulen auch narrative Interviews mit Lehrkräften und eine Schüler_innenbefragung umfasst.
6. Zusammenfassung der Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass Umweltbildung zwar erkannt wird, aber oft an mangelndem Interesse und Wissensdefiziten der Schüler_innen sowie an fehlenden Ressourcen der Lehrkräfte scheitert.
7. Kritische Reflexion der Forschung: Der Forschungsprozess wird methodisch hinterfragt, wobei insbesondere die geringe Stichprobengröße und die Grenzen der Vergleichbarkeit zwischen den Standorten thematisiert werden.
8. Fazit und Ausblick: Es wird resümiert, dass die Schule eine zentrale Instanz für die Vermittlung ökologischer Werte sein muss, um allen Schülern Teilhabe an gesellschaftlichen Mainstream-Themen zu ermöglichen.
Umweltbildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), Schulunterricht, Berlin, Sekundarschule, Schüler_innenstruktur, Milieuspezifische Umwelteinstellungen, Wertorientierung, Soziale Ungleichheit, Lehrkraft, Unterrichtsgestaltung, Migrationshintergrund, Bildungsrisiken, Umweltkommunikation, Lernbereiche
Die Arbeit untersucht die Integration von Umweltbildungsinhalten im Schulunterricht an zwei Berliner Integrierten Sekundarschulen, die sich hinsichtlich ihrer sozialen und kulturellen Schülerschaft deutlich voneinander unterscheiden.
Die Themenfelder umfassen Umweltbildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), soziale Milieus und Lebensstile, Wertewandel bei jungen Menschen sowie soziologische Aspekte der Bildungsungerechtigkeit.
Das Hauptziel ist es, herauszufinden, ob und inwiefern die soziale und ethnisch-kulturelle Herkunft der Schüler_innen einen Einfluss auf die Auswahl und Platzierung von Umweltthemen im Unterricht durch die Lehrkräfte hat.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, insbesondere narrative Interviews mit Lehrkräften, die mittels der dokumentarischen Methode nach Bohnsack ausgewertet werden, ergänzt durch eine quantitative Befragung der Schüler_innen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Umweltpädagogik und Milieutheorien sowie einen umfangreichen empirischen Teil, in dem die Schulsituation in den Bezirken Neukölln und Steglitz-Zehlendorf kontrastierend analysiert wird.
Zentrale Begriffe sind Umweltbildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Schulintegrierte Bildungsforschung, soziale Milieus und bildungssoziologische Disparitäten.
Die Lehrkraft fungiert als zentrale Instanz, die über die Auswahl der Unterrichtsinhalte entscheidet. Die Arbeit geht der Frage nach, ob Lehrkräfte dabei von stereotypen Annahmen über ihre Schülerschaft geleitet werden.
Die Autorin stellt fest, dass enorme Unterschiede zwischen den Schulen existieren und fordert dringenden Handlungsbedarf, um eine konsequent heterogene Schülerschaft berlinweit zu fördern, unabhängig von sozialen Privilegien.
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