Bachelorarbeit, 2020
67 Seiten, Note: 1.3
1. Einleitung
1.1 Vorgänger der Bindungstheorie: Psychoanalytische Annahmen
1.1.1 Die Theorie von Freud
1.1.2 Die Theorie von Erikson
2. Bindung im Kindesalter
2.1 Die Bindungstheorie von Bowlby
2.2 Das Konzept der Bindungsstile nach Ainsworth
2.3 Entdeckung des vierten Bindungsstils durch Main
2.4 Bindung an Mutter und Vater im Vergleich
3. Bindung im Erwachsenenalter
3.1 Die Entdeckung der Bindungsstile Erwachsener durch Hazan und Shaver
3.2 Bindungsstile und Partnerschaft
4. Studie
4.1 Methode
4.2 Interview
4.3 Instruktion
4.4 Leitfaden
4.5 Transkription
4.6 Hypothesen
4.6.1 Übereinstimmung zwischen der Bindung an die Eltern in der Kindheit und der Bindung an einen Partner im Erwachsenenalter
5. Fallstudie „Frau D.“
5.1 Analyse
5.1.1 Dimensionen der inhaltlichen Analyse
5.2 Kategorisierung
5.2.1 Kategorisierung Bindungsstil in der Kindheit
5.2.2 Kategorisierung Bindung in Partnerschaft
6. Allgemeine Diskussion
6.1 Diskussion der Ergebnisse des Vergleichs zwischen der erinnerten Bindung an die Eltern in der Kindheit und der Bindung an einen Partner im Erwachsenenalter
6.1.1 Vergleich erinnerte Vater-Kind-Bindung und Partnerschaft
6.1.2 Vergleich erinnerte Mutter-Kind-Bindung und Partnerschaft
7. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen frühen Bindungserfahrungen zu den Eltern in der Kindheit und dem Bindungsverhalten in Partnerschaften im Erwachsenenalter. Ziel ist es zu analysieren, ob sich Bindungsstile aus der Kindheit auf die Gestaltung und Qualität aktueller Liebesbeziehungen auswirken.
3.1 Die Entdeckung der Bindungsstile Erwachsener durch Hazan und Shaver
Eine der zentralen Thesen der Bindungstheorie ist, wie bereits dargestellt, die Annahme, dass enge Beziehungen im gesamten Leben von Bedeutung sind, wobei die Rolle der kindlichen Bindung an die Eltern im Erwachsenenalter von der Bindung an einen Liebespartner übernommen wird.
Hazan und Shaver (1987) übertrugen von dieser Annahme ausgehend die Verhaltensmuster, die als Grundlage der Klassifikation bei Kindern dienten, in für die Beziehungen Erwachsener angemessene Verhaltensweisen. Angelehnt an die Arbeiten von Ainsworth et al. (1978) beschrieben sie drei Bindungsstile, die sie ihren Probanden zur Selbstklassifizierung vorlegten. Zur Überprüfung entwickelten sie das in Tabelle 1.3 wiedergegebene Messinstrument, mit dem die partnerschaftbezogene Bindung von Erwachsenen erfasst werden kann.
Wie aus Tabelle 1.3 ersichtlich, gehen Hazan und Shaver ebenso wie Ainsworth et al. von drei Bindungsstilen aus, deren übliche Bezeichnungen sie beibehalten. Die drei Stile werden jeweils in einem kurzen Abschnitt skizzenhaft charakterisiert, wobei Hazan und Shaver die von Ainsworth et al. beschriebenen grundlegenden Elemente jedes Stils aufgreifen und auf das Erleben und Verhalten von Erwachsenen in Paarbeziehungen übertragen. So wird beispielsweise das anklammernde Verhalten eines ängstlich-ambivalenten Kindes in der Fremden Situation transformiert in die Aussage eines Erwachsenen, dass er/sie im allgemeinen mehr Nähe wünschen als andere. Die Zuordnung zu einem Bindungsstil erfolgt mittels forced choice.
1. Einleitung: Einführung in die Bindungstheorie und die Fragestellung, inwieweit die Beziehung zu den Eltern in der Kindheit mit der Beziehung zu einem Liebespartner zusammenhängt.
2. Bindung im Kindesalter: Detaillierte Darstellung der Bindungstheorie, der Bindungsstile nach Ainsworth und der Entdeckung des desorganisierten Bindungsstils.
3. Bindung im Erwachsenenalter: Übertragung der Bindungskonzepte auf das Erwachsenenalter sowie Diskussion von Bindungsstilen in Partnerschaften.
4. Studie: Erläuterung des methodischen Vorgehens, basierend auf einer qualitativen Fallstudie, inklusive Leitfadenentwicklung und Hypothesenbildung.
5. Fallstudie „Frau D.“: Analyse und Kategorisierung der Bindungserfahrungen einer Probandin in Bezug auf ihre Eltern sowie ihre aktuelle Partnerschaft.
6. Allgemeine Diskussion: Reflexion der Ergebnisse über die Kontinuität von Bindungserfahrungen und deren Einfluss auf die Partnerwahl.
7. Zusammenfassung: Abschließende Zusammenführung der theoretischen Annahmen und empirischen Ergebnisse.
Bindungstheorie, Bindungsstile, Partnerschaft, Kindheit, Eltern-Kind-Beziehung, Erwachsenenalter, Bindungsverhalten, sichere Bindung, ängstlich-ambivalente Bindung, vermeidende Bindung, Partnerwahl, Kontinuität, qualitative Studie, Feinfühligkeit, inneres Arbeitsmodell
Die Arbeit befasst sich mit der Bindungstheorie und der Frage, ob Bindungsmuster, die in der Kindheit mit den Eltern erlebt wurden, die Beziehungsqualität und das Verhalten in Partnerschaften im Erwachsenenalter beeinflussen.
Zentrale Themen sind die Bindungstheorie nach Bowlby und Ainsworth, die Klassifizierung von Bindungsstilen (sicher, ängstlich-ambivalent, vermeidend) sowie die Übertragung dieser Konzepte auf erwachsene Paarbeziehungen.
Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit die in der Kindheit erlebten Bindungen zu den Eltern das spätere partnerschaftliche Verhalten und die Bindung an einen Liebespartner im Erwachsenenalter prägen.
Die Arbeit verwendet eine qualitative Methode, spezifisch eine Fallstudie, bei der eine Probandin anhand eines leitfadengestützten Interviews rückblickend zu ihren Kindheitserfahrungen und ihrer aktuellen Partnerschaft befragt wurde.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Bindungstheorie, die Methodik der Fallstudie (Durchführung und Auswertung des Interviews mit „Frau D.“) sowie die Diskussion der Ergebnisse bezüglich der Kontinuität von Bindungsstilen.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Bindungstheorie, Bindungsstile, Eltern-Kind-Beziehung, Kontinuität von Bindung, partnerschaftliches Verhalten und qualitative Analyse gekennzeichnet.
Die Autorin hebt hervor, dass die Bindung an den Vater in der Forschung oft vernachlässigt wurde, obwohl er eine wichtige Rolle bei der Exploration und Autonomieentwicklung des Kindes spielt, während die Mutter traditionell stärker mit der feinfühligen Fürsorge verknüpft wird.
Die Fallstudie zeigt, dass bei der Probandin eine deutliche Übereinstimmung zwischen dem unsicheren Verhalten ihres Vaters in der Kindheit und dem ambivalenten Bindungsverhalten ihres aktuellen Partners besteht, was ihre Annahme über die Fortsetzung kindlicher Bindungsmuster in späteren Partnerschaften stützt.
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