Bachelorarbeit, 2018
75 Seiten, Note: 1,3
1 Hintergrund der Arbeit
2 Ziele und Aufbau
3 Geflüchtete in Deutschland
3.1 Statistische Angaben zu Flucht und Asyl
3.2 Lebensverhältnisse von Geflüchteten in Deutschland
4 Solidarität in Deutschland
4.1 Definition und Begriffsklärung
4.2 Gründe für die Entstehung von Solidarität
4.2.1 Begriffserklärung Motiv und Motivation
4.2.2 Komponenten solidarischen Verhaltens
4.3 Solidarität in der heutigen Zeit
5 Die Untersuchung – Ziele und Fragestellung
6 Vorüberlegungen
7 Methode
7.1 Stichprobe und Aufbau der Studie
7.2 Messinstrumente
8 Darstellung der Ergebnisse
8.1 Voranalyse
8.2 Hauptanalyse
8.2.1 Ergebnisse der Häufigkeitenanalyse
8.2.2 Ergebnisse des T-Test bei einer unabhängigen Stichprobe
8.2.3 Ergebnisse der bivariaten Korrelation
8.2.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
9 Diskussion
10 Theoretische und praktische Konsequenzen für die Soziale Arbeit
11 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Forschungsfrage, welche Gründe dazu führen, dass sich Menschen mit Geflüchteten solidarisieren. Dabei wird der Einfluss von aktivierten sozialen Motiven im Vergleich zu Leistungsmotiven auf das Solidaritätsempfinden experimentell analysiert, um Potenziale für die Soziale Arbeit im Kontext von Fluchtmigration aufzuzeigen.
4.2.2 Komponenten solidarischen Verhaltens
Um den motivationalen Gründen für Solidarität näher zu kommen, soll ein Definitionsversuch von Bierhoff und Fetchenhauer vorangestellt werden, an dem sich orientiert wird. Sie sagen, dass „Solidarität ein emotional getöntes Handlungsmuster kennzeichnet, dessen Motivation altruistisch ist und dass die Idee von Gerechtigkeit zu Grunde legt, der sich die handelnde Person verpflichtet fühlt.“ (Bierhoff/ Fetchenhauer, 2001, S.10).
Eine Idee von Gerechtigkeit
Die Vorstellungen einer Person von Gerechtigkeit spielen bei der Beantwortung von Verteilungs- und Verfahrensfragen eine zentrale Rolle (vgl. Gollwitzer et. al., 2009, S. 175). Diese können über unterschiedliche Situationen hinweg generalisiert und somit als relativ stabil betrachtet werden (vgl. Schmitt et al., 2005, S. 202-211). Durch empirische Studien wurde bereits belegt, dass die Sensibilität für Ungerechtigkeit eine Erklärung für soziale Phänomene, wie beispielsweise Altruismus oder solidarisches Verhalten liefern kann (vgl. Gollwitzer et al., 2005, S. 183-201). Dementsprechend tragen Gerechtigkeitsvorstellungen dazu bei, ob sich Menschen solidarisch für Geflüchtete einsetzten oder dies unterlassen. Interindividuelle Unterschiede wurden vor allem zum Mittelpunkt der Gerechtigkeitsforschung seit den achtziger Jahren. Wahrnehmungen, Bewertungen und Reaktionen auf (Un-) Gerechtigkeit rückten ins Zentrum der Untersuchungen und führten zu den etablierten Konstrukten eines Glaubens an eine gerechte Welt (GWG) und der Sensibilität für Ungerechtigkeit (ebd. S. 181). Um eine Sensibilität für Ungerechtigkeit besser einbetten zu können, bietet sich das Konzept der relativen Privilegierung und Deprivation6 an. Man geht dabei davon aus, dass sich die Lebensverhältnisse in einer Gesellschaft in ihrer Qualität unterscheiden und diese Unterscheidung in der Bevölkerung wahrgenommen wird (vgl. Reichle/ Schmitt, 1998, S.88).
1 Hintergrund der Arbeit: Einführung in die aktuelle Fluchtmigration nach Deutschland und die daraus resultierende gesellschaftliche Debatte sowie die Spaltung der Gesellschaft.
2 Ziele und Aufbau: Definition der Forschungsfrage und Erläuterung der zweiteiligen Struktur der Arbeit in Theorie und empirisches Experiment.
3 Geflüchtete in Deutschland: Statistische Betrachtung der Fluchtmigration und Analyse der durch soziale Ungleichheit geprägten Lebensverhältnisse von Geflüchteten.
4 Solidarität in Deutschland: Theoretische Herleitung des Solidaritätsbegriffs, der Motivationspsychologie und der Bedeutung von Gerechtigkeitsvorstellungen für solidarisches Verhalten.
5 Die Untersuchung – Ziele und Fragestellung: Darstellung des empirischen Forschungsvorhabens zur Untersuchung der Aktivierung sozialer versus leistungsorientierter Motive.
6 Vorüberlegungen: Ableitung der Hypothesen basierend auf dem Forschungsstand zum Mindset-Priming und den zu erwartenden Motivauswirkungen.
7 Methode: Beschreibung des Feldexperiments mittels Fragebogens, der Stichprobenzusammensetzung und der verwendeten Messinstrumente.
8 Darstellung der Ergebnisse: Auswertung der Daten aus Vor- und Hauptanalyse, inklusive Häufigkeits- und Korrelationsanalysen der Variablen.
9 Diskussion: Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund der fehlenden Signifikanz und kritische Betrachtung des methodischen Vorgehens.
10 Theoretische und praktische Konsequenzen für die Soziale Arbeit: Ableitung von Handlungsansätzen wie Aufklärungsarbeit, Nutzung ehrenamtlicher Potenziale und sozialpolitische Forderungen.
11 Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der Erkenntnisse und Aufzeigen von Potenzialen für zukünftige Forschungen in diesem Feld.
Solidarität, Geflüchtete, Fluchtmigration, Soziale Arbeit, Motivationspsychologie, Mindset-Priming, soziale Ungleichheit, Gerechtigkeitssensibilität, Altruismus, ehrenamtliches Engagement, prosoziales Verhalten, Identifikation, Leistungsmotiv, Anschlussmotiv, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.
Die Bachelorarbeit untersucht die psychologischen und sozialen Faktoren, die die Solidarität der deutschen Bevölkerung gegenüber Geflüchteten beeinflussen und fördern können.
Die Arbeit verknüpft Erkenntnisse aus der Migrationsforschung mit sozialpsychologischen Theorien zu Solidarität, Motivation, Gerechtigkeitsempfinden und der Rolle des ehrenamtlichen Engagements.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage: "Welche Gründe führen dazu, dass sich Menschen mit Geflüchteten solidarisieren?"
Es wurde ein experimentelles Feldexperiment (Feldstudie) mit Mindset-Priming und Fragebögen durchgeführt, ergänzt durch quantitative statistische Analysen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Rahmen zu Solidaritätsmotiven und einen empirischen Teil, der die Auswirkungen von Priming auf soziale Einstellungen untersucht.
Die zentralen Begriffe sind Solidarität, Geflüchtete, Motivationspsychologie, Gerechtigkeitssensibilität und Soziale Arbeit.
Die Arbeit postuliert, dass die moderne, auf Konkurrenz ausgerichtete Gesellschaft Leistungsmotive stärker aktiviert, was tendenziell zu Lasten altruistischer Solidarität gehen könnte.
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit von Aufklärungsarbeit und der Förderung von Kontakten zwischen Geflüchteten und der Mehrheitsgesellschaft, um Vorurteile abzubauen.
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