Fachbuch, 2021
102 Seiten
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1 Einleitung
1.1 Entstehung und Bedeutung der New Economy
1.2 Medien und Mediennutzung im Wandel
1.3 Zielsetzung und Abgrenzung
2 Veränderung der Ansprache und Verhalten der Rezipienten aus Sicht der Medien- und Kommunikationswissenschaft
2.1 Konsumenten, Kaufverhalten und Kaufprozesse – ein wissenschaftlicher Überblick
2.1.1 Begriffsdefinitionen: Konsument, Konsumentenverhalten & Kaufprozess
2.1.2 Kaufentscheidungstypen
2.1.3 Konsumentenverhalten aus Sicht der Neuromarketings
2.1.4 Bedeutung von multimedialen Faktoren in der heutigen Medienumwelt
2.2 Marketing- und Kommunikationsstrategien im Wandel
2.2.1 Marketingverständnis
2.2.2 Im Wandel der Zeit – der Weg zum heutigen Marketing
2.2.3 Marketinginstrumente 2.0
2.3 Nudging als moderner Neuromarketingansatz
2.3.1 Definition
2.3.2 Status quo: Nudges in Politik, Gesundheit und Wirtschaft
2.3.3 Nudging in der Kritik - der Weg in eine digitale Dystopie?
3 Nudging – eine neue Grundlage zur Entscheidungsbeeinflussung?
3.1 Kriterien und Vorgehen
3.2 B2B – Dropbox, Hubspot & SIEMENS AG
3.3 B2C – Amazon, Otto & Verivox
4 Darstellung der Ergebnisse
5 Schlussbetrachtung und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Zusammenhang zwischen Werbewirkung und Konsumentenverhalten zu analysieren und zu untersuchen, ob der Nudge-Ansatz aus der Verhaltensökonomie neue Möglichkeiten für das Online-Marketing zur Konsumentenbeeinflussung bietet.
2.3.1 Definition
„Kleine und scheinbar unwichtige Details können großen Einfluss darauf haben, wie Menschen sich verhalten. Eine gute Faustregel ist, davon auszugehen, dass alles wichtig ist.“127 Der Begriff „Nudging“ beziehungsweise „Nudge“ leitet sich dabei aus dem Englischen ab und bedeutet übersetzt anstoßen oder stupsen.128 Mithilfe eines solchen Schubs soll auf etwas aufmerksam gemacht, an etwas erinnert oder vorsichtig gewarnt werden.129 Es wird davon ausgegangen, dass Menschen in unterschiedlichen Situationen über eine große Anzahl an Handlungsmöglichkeiten verfügen und dabei häufig Fehler begehen beziehungsweise sich sogar irrational verhalten.130
Erstmals wurde der Begriff des Nudge im Jahr 2008 vom US-Ökonom und Wirtschaftswissenschaftler Richard H. Thaler und dem Rechtswissenschaftler Cass Sunstein in ihrem Buch „Nudge – Improving Decisions about Health, Wealth and Happiness“ eingehend thematisiert.131 Eine einheitliche Definition lässt sich aufgrund des jungen Forschungsfeldes in der Literatur bisher nur schwer ausmachen, jedoch gibt es verschiedene Quellen, die eine ähnliche Betrachtung der Begrifflichkeit vertreten. Thaler und Sunstein selbst verstehen als Nudge „[…] any aspect of the choice architecture that alters people’s behavior in a predictable way without forbidding any options or significantly changing their economic incentives.“132 Nudging kann als eine Technik der Verhaltensbeeinflussung verstanden werden, die in erster Linie das menschliche Verhalten auf vorhersagbare Weise versucht zu beeinflussen, ohne dabei allerdings auf explizite Verbote, Gebote oder anderer ökonomische Anreize zurückzugreifen.133 134 „[…] Durch eine behutsame, quasi „minimalinvasive“ Umgestaltung der Entscheidungssituation […]“ sollen komplexe Entscheidungen erleichtert oder Selbstkontrollprobleme reduziert werden - stets mit der Wahrung der individuellen Entscheidungsfreiheit.135
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den Wandel der Mediennutzung durch das Internet und führt in die Relevanz der Untersuchung des Nudge-Ansatzes für die moderne Konsumentenbeeinflussung ein.
2 Veränderung der Ansprache und Verhalten der Rezipienten aus Sicht der Medien- und Kommunikationswissenschaft: Dieses Kapitel liefert einen theoretischen Überblick zum Konsumentenverhalten, den Wandel von Marketingstrategien und führt in die Grundlagen des Neuromarketings und des Nudgings ein.
3 Nudging – eine neue Grundlage zur Entscheidungsbeeinflussung?: Hier werden Kriterien für die Analyse von Nudges festgelegt und eine Untersuchung der Websites ausgewählter B2B- und B2C-Unternehmen vorgenommen.
4 Darstellung der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Ergebnisse der Stichprobenanalyse und differenziert zwischen den Nudge-Einsätzen in B2B- und B2C-Bereichen.
5 Schlussbetrachtung und Ausblick: Diese Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, reflektiert kritisch über die ethischen Herausforderungen des Nudgings und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten.
Nudging, Neuromarketing, Konsumentenverhalten, Online-Marketing, Entscheidungsarchitektur, Verhaltensökonomie, B2B, B2C, Conversion-Optimierung, Medienwandel, Informationsgesellschaft, digitale Transformation, Werbewirkung, User Experience, Defaults.
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen im E-Commerce Erkenntnisse aus der Verhaltensökonomie und dem Neuromarketing, speziell den Nudge-Ansatz, nutzen, um das Konsumentenverhalten gezielt zu beeinflussen.
Die zentralen Felder umfassen den Medienwandel, die Evolution des Marketings, psychologische Grundlagen der Kaufentscheidung sowie die praktische Anwendung von Nudges im Internet.
Das Ziel ist es, den aktuellen Status von Nudging als Methode zur Konsumentenbeeinflussung in B2B- und B2C-Unternehmen zu analysieren und zu klären, ob dies eine tragende Rolle im zukünftigen Online-Marketing spielen kann.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung des Themas sowie eine Stichprobenanalyse von Unternehmenswebsites (B2B und B2C) zur Identifikation spezifischer Nudge-Elemente.
Der Hauptteil analysiert theoretische Modelle des Konsumentenverhaltens, die Entwicklung des Marketings hin zur digitalen Orientierung und detailliert die konkreten Nudge-Implementierungen bei Unternehmen wie Dropbox, HubSpot, Siemens, Amazon, Otto und Verivox.
Die wichtigsten Begriffe sind Nudging, Neuromarketing, Online-Marketing, Entscheidungsarchitektur und Konsumentenverhalten.
Während B2B-Websites verstärkt auf informative Nudges und lange Entscheidungsprozesse setzen, nutzen B2C-Unternehmen häufiger Defaults, zeitlich begrenzte Angebote und visuelle Designelemente zur sofortigen Conversion.
Die Arbeit diskutiert die Kritik an der moralischen Dilemmastruktur und Manipulation, wobei Sunstein argumentiert, dass Nudges oft lediglich Informationen bereitstellen, die das Leben erleichtern, ohne die Entscheidungsfreiheit zu untergraben.
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