Bachelorarbeit, 2019
233 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretische Fundierung
2.1 Definition Tanz
2.2 Definition Gymnastik
2.3 Gymnastisch-tänzerische Übungen im Sportunterricht
2.3.1 Verankerung im Sächsischen Lehrplan
2.3.2 Ein didaktischer Abriss
2.3.4 Bedeutung der Geschlechterspezifik
2.4 Aktueller Forschungsstand
3 Forschungsfrage und Hypothesen
4 Forschungsdesign: Kombination von quantitativer und qualitativer Forschung
4.1 Quantitative Forschung
4.2 Qualitative Forschung
4.3 Kombination quantitativer und qualitativer Erhebungsformen
5 Quantitative Untersuchung
5.1 Methodisches Vorgehen
5.1.1 Erhebungsinstrument: Der Fragebogen
5.1.2 Stichprobe
5.1.3 Durchführung
5.1.4 Auswertung mit Hilfe von SPSS
5.1.5 Methodenkritik
5.2 Ergebnisdarstellung
6. Qualitative Untersuchung
6.1 Methodisches Vorgehen
6.1.1 Erhebungsinstrument: das Experteninterview
6.1.2 Sample
6.1.3 Durchführung
6.1.4 Auswertung
6.1.4.1 Transkription
6.1.4.2 Die qualitative Inhaltsanalyse und Computerunterstützung durch die Software MAXQDA
6.1.5 Methodenkritik
6.2 Ergebnisdarstellung
7 Diskussion der quantitativen und qualitativen Ergebnisse
8 Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die aktuelle Bedeutung des Lernbereichs „Gymnastisch-tänzerische Übungen“ in der Grundschule aus der Sicht von Sportlehrkräften und Schülern zu untersuchen, deren Wünsche und Interessen zu analysieren und in einen aktuellen Kontext zu setzen, um daraus Ansatzpunkte für eine attraktivere Unterrichtsgestaltung zu gewinnen.
2.3.4 Bedeutung der Geschlechterspezifik
Im Zuge der Bildungsreform der 1960er Jahre wurde die Koedukation, das gemeinsame Unterrichten beider Geschlechter, in nahezu allen deutschen Schulen eingeführt. Infolgedessen sollten Jungen und Mädchen gleiche Bildungschancen ermöglicht werden und die Benachteiligung der Mädchen im deutschen Bildungssystem ein Ende nehmen. Die Koedukation wurde mit der Absicht, „Unterschiede ohne alle Gleichmacherei dort zu beheben, wo sie den jungen Menschen zum Nachteil geraten, die Defizite der jeweiligen Geschlechtsrollenkultur auszugleichen und Verständnis zu schaffen für das andere Geschlecht“ als bedeutender Schritt in Richtung Gleichberechtigung der Geschlechter verstanden. (KUGELMANN, 2007, S. 85)
Nichtsdestotrotz wird sich noch heute im Kontext Schule oftmals auf das Geschlecht berufen und danach unterschieden. BRÄU UND SCHLICKUM (2015) verweisen in diesem Zusammenhang auf die „Erwartungen im Hinblick auf Fachinteressen“, die dazu führen, dass beispielsweise Jungen bei technischen Problemen bevorzugt um Hilfe gebeten werden als Mädchen. (S. 25) „Fragt man Lehrkräfte nach ihren Erfahrungen, dann werden in der Regel ebenfalls klare Unterschiede im Verhalten beschrieben. Dabei werden Jungen im Unterricht meist als schwierig erlebt – und eher verhaltensauffällig wahrgenommen.“ (BRÄU & SCHLICKUM, 2015, S. 153) KUGELMANN (2007) begründet diesen Fortgang wie folgt:
In einer Zeit, in der die gesellschaftliche Entwicklung und die Veränderung von Normen derart schnell fortschreitet wie in der unsrigen, wo nichts mehr so sicher ist, wie es früher schien – Familie, Kirche, Arbeitsplatz, soziale Rollen, entstehen zwar Freiheiten, Offenheit und neue Chancen. […] Gleichzeitig aber erwächst aus dem schnellen Wandel auch Unsicherheit […]. Die Suche nach Halt in einer Situation, in der alles wegzurutschen droht, führt zwangsläufig zu tradierten Werten und Verhaltensweisen. Darum spiegelt die klare Einteilung der Welt in „männlich“ und „weiblich“, als bewährte Geschlechterordnung, Verlässlichkeit vor. Es wird verständlich, dass für junge Menschen der Aufbau einer eindeutigen Geschlechtsidentität eine zentrale Aufgabe der Persönlichkeitsentwicklung darstellt. (S. 81)
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Relevanz und aktuelle Bedeutung des Tanzes ein und begründet die Notwendigkeit der vorliegenden Untersuchung zur Situation des Lernbereichs in der Primarstufe.
2 Theoretische Fundierung: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Tanz und Gymnastik, verortet sie im Sportunterricht und beleuchtet sowohl die didaktischen Potenziale als auch die geschlechterspezifischen Herausforderungen.
3 Forschungsfrage und Hypothesen: Hier werden die forschungsleitende Frage sowie die vier zu prüfenden Hypothesen zur Einstellung und zum Interesse von Schülern gegenüber dem Lernbereich formuliert.
4 Forschungsdesign: Kombination von quantitativer und qualitativer Forschung: Dieses Kapitel erläutert die methodische Entscheidung für ein Mixed-Methods-Design, um sowohl die Schüler- als auch die Lehrerperspektive differenziert zu erfassen.
5 Quantitative Untersuchung: Hier wird das methodische Vorgehen der Schülerbefragung dargelegt, die Stichprobe beschrieben und die Ergebnisse zur Interessenverteilung unter den Schülern präsentiert.
6 Qualitative Untersuchung: Dieser Abschnitt behandelt die Durchführung der Experteninterviews mit Lehrkräften, die Transkription und die qualitative Inhaltsanalyse der gewonnenen Daten.
7 Diskussion der quantitativen und qualitativen Ergebnisse: In der Diskussion werden die empirischen Befunde beider methodischer Stränge zusammengeführt, interpretiert und in den theoretischen Rahmen eingeordnet.
8 Ausblick: Der Ausblick fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt Empfehlungen für weiterführende Interventionen, um den Lernbereich für alle Akteure attraktiver zu gestalten.
Sportunterricht, Grundschule, Gymnastisch-tänzerische Übungen, Tanzpädagogik, Schülerinteresse, Lehrerperspektive, Geschlechterrollen, Doing Gender, Koedukation, Mixed Methods, Sportdidaktik, Bewegungsförderung, Experteninterview, Fragebogen.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Beliebtheit des Lernbereichs „Gymnastisch-tänzerische Übungen“ im Sportunterricht an Grundschulen aus der Sicht von Schülern und Lehrern.
Zentrale Themen sind die fachdidaktische Einordnung von Tanz und Gymnastik, der Einfluss von Geschlechterstereotypen auf das Lerninteresse sowie die Möglichkeiten einer zeitgemäßen, motivierenden Unterrichtsgestaltung.
Die Forschungsfrage lautet: „Welche Bedeutung hat der Lernbereich Gymnastisch-tänzerische Übungen für Lehrer und Schüler?“ Ziel ist es, den aktuellen Ist-Zustand zu beschreiben und Ansätze für eine Steigerung der Attraktivität dieses Lernbereichs zu finden.
Es wird ein Mixed-Methods-Design eingesetzt: Die Schülerperspektive wird quantitativ über schriftliche Befragungen erhoben, während die Lehrerperspektive qualitativ mittels Experteninterviews analysiert wird.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, das methodische Forschungsdesign, die quantitative Analyse der Schülerdaten, die qualitative Auswertung der Lehrerinterviews sowie eine abschließende Diskussion der Ergebnisse.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sportunterricht, Gymnastisch-tänzerische Übungen, Geschlechterrollen, Tanzpädagogik, Schülerinteresse und Mixed Methods charakterisieren.
Die Ergebnisse zeigen, dass Jungen dem Tanzen im Sportunterricht tendenziell distanzierter gegenüberstehen und es häufiger als „Mädchensache“ kategorisieren, während Mädchen ein größeres Interesse an diesem Lernbereich bekunden.
Es zeigt sich ein starker Zusammenhang zwischen dem persönlichen Interesse, der Fachkompetenz der Lehrkraft und der Häufigkeit sowie Qualität, mit der gymnastisch-tänzerische Inhalte unterrichtet werden.
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