Bachelorarbeit, 2020
56 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
1.1 Thema und Vorgehensweise
1.2 Forschung und Quellen
2. Auf den Spuren der Awaren
2.1 Die Entstehung eines Feindesbildes
2.2 Die Organisationsstrukturen der Awaren
2.2.1 Die wichtigsten Titel
2.2.2 Der „Ring“ der Awaren
3. Karl der Große und die Awaren
3.1 Die Feldzüge gegen die Awaren
3.1.1 Der Feldzug von 791
3.1.2 Nach den Feldzügen
3.2 Das Verschwinden der Awaren
4. Die Bedeutung des Awarenschatzes
5. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht den Aufstieg Karls des Großen zum Kaiser im historischen Kontext seiner Feldzüge gegen das Awarenreich. Dabei wird analysiert, wie die kriegerischen Auseinandersetzungen, die Plünderung des awarischen „Rings“ und die damit einhergehende wirtschaftliche Bereicherung die politische Position Karls stärkten und seinen Weg zur Kaiserkrönung maßgeblich beeinflussten.
Die Entstehung eines Feindesbildes
Die Geschichte der Awaren ist die Geschichte einer Völkerwanderung. Auf ihrem langen Weg aus den asiatischen Steppen bis nach Byzanz und weiter bis zu den Grenzen des Frankenreiches hat das ursprünglich nomadische Reitervolk ein bestimmtest Bild in den Köpfen der Menschen hinterlassen, denen sie begegneten. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu betonen, dass die Entstehung der stereotypen Vorstellung der Awaren als bedrohliche und brutale Krieger, die niemanden verschonen, sich durch die Jahrhunderte entwickelt hat. Wo diese Vorstellungen ihren Anfang nehmen und wie sich daraus ein Feindesbild entwickelt hat, soll hier anhand einiger Beispiele aus den Quellen vorgestellt werden. Wie die Karolinger, allen voraus Karl der Große selbst, mit diesem Bild operierte, wird in den nächsten Kapiteln gezeigt.
Widukind von Corvey schildert die Geschichte der Vorfahren der Awaren, wie diese sich angeblich zugetragen haben soll. Dabei malt er ein düsteres Bild dieses Volkes, sodass man beim Lesen einen negativen ersten Eindruck bekommt.
Als Beispiel seien hier die folgenden Aussagen aufgeführt: „[…] ferarumque more viventes, inculti et indomiti, facti sunt venatores acerrimi.“ Nachdem die Goten an andere, ihnen bis dahin unbekannte Orte gelangten und fremde Menschen sahen, beschreibt Widukind die Reaktion eben dieser Anwohner so: „Finitimae autem urbes et oppida cum ignotam multitudinem et corpora cultu habituque horrenda vidissent, daemonia esse credentes fugiebant.“ Ferner ist dann noch von Plünderungen und Morden, „von menschlicher Gier gepackt“, die Rede.
1. Einleitung: Vorstellung des Themas, der Forschungsfrage zur Bedeutung der Awarenfeldzüge für den Aufstieg Karls des Großen sowie Erläuterung der verwendeten Quellenlage.
2. Auf den Spuren der Awaren: Überblick über die Geschichte und Organisationsstrukturen des Volkes, einschließlich einer Analyse des Feindesbildes, der Bedeutung der Ämter wie des „Khagan“ und der Struktur des „Ringes“.
3. Karl der Große und die Awaren: Detaillierte Darstellung der militärischen Auseinandersetzungen, der Hintergründe der Feldzüge, des Verlaufs des Feldzugs von 791 sowie des schrittweisen Untergangs und der Assimilation des Awarenvolkes.
4. Die Bedeutung des Awarenschatzes: Analyse der Funktion des Awarengoldes als Machtmittel, das die ökonomische Basis für Karls Kaiserkrönung und seine politische Repräsentation stärkte.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, die unterstreicht, dass die Feldzüge weniger aus einer Verteidigungsnotwendigkeit heraus als vielmehr zur Erlangung von Macht, Reichtum und kaiserlicher Anerkennung geführt wurden.
Karl der Große, Awaren, Awarenfeldzüge, Awarenreich, Kaiserkrönung, Awarenschatz, Frankenkönig, Feindesbild, fränkische Reichsannalen, Einhard, Nomadenvolk, politische Macht, Expansion, Kriegspropaganda, Mittelalter.
Die Arbeit analysiert die historische Verbindung zwischen den Feldzügen Karls des Großen gegen die Awaren und seinem Aufstieg zum Kaiser.
Im Fokus stehen die Organisationsstrukturen der Awaren, die Entstehung des mittelalterlichen Feindesbildes sowie die politische und ökonomische Verwertung des Awarenschatzes durch die Karolinger.
Das Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern die Feldzüge gegen die Awaren und die damit verbundene Beute als notwendige Bedingung für Karls Streben nach der Kaiserwürde und seiner Konkurrenzfähigkeit gegenüber Byzanz zu verstehen sind.
Die Autorin stützt sich primär auf die quellenkritische Arbeit mit zeitgenössischen Annalen, wie den Annales regni Francorum und Einhards Vita Karoli Magni, ergänzt durch moderne historische Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des awarischen Volkes (Geschichte, Strukturen), den militärischen Verlauf der Kriege Karls des Großen gegen die Awaren sowie die Bedeutung der erbeuteten Schätze.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Karl der Große, Awaren, Kaiserkrönung, Awarenschatz, Expansion und Kriegspropaganda definiert.
Der „Ring“ wird als das machtpolitische Zentrum des Awarenreiches identifiziert, dessen Plünderung durch die Franken entscheidend für den finanziellen Aufstieg Karls war.
Die Arbeit zeigt auf, dass frühe Historiographen ein stereotypes Bild von „wilden Barbaren“ und „Heiden“ zeichneten, um Karls Kriege vor der christlichen Öffentlichkeit ideologisch zu rechtfertigen.
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