Masterarbeit, 2020
119 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
1.1 Einführung in die Problemstellung
1.2 Thema der Analyse
1.3 Vorgehensweise und Systematik
2 Theoretischer Rahmen
2.1 Häusliche- Pflege- Skala (Elmar Gräßel)
2.2 Akkulturationsorientierungen und heterogene Identitätsentwürfe am Beispiel jüdischer Migranten (Olga Goldenberg)
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Studiendesign
3.2 Erhebungsverfahren
3.3 Datenauswertung
3.4 Datenschutz
4 Ältere Menschen mit türkischem Migrationshintergrund und Demenz und pflegende Angehörige der zweiten Generation in Deutschland
4.1 Demenz
4.1.1 Begriffsdefinition und Stadien
4.1.2 Formen
4.2 Dementiell Erkrankte mit türkischem Migrationshintergrund
4.3 Pflegende Angehörige von Demenzerkrankten mit türkischem Migrationshintergrund
5 Interview- Ergebnisse
5.1 Pflegende Angehörige der zweiten Generation mit türkischem Migrationshintergrund
5.1.1 Aktuelle Lage und Inanspruchnahme professioneller Unterstützungsangebote
5.1.2 Einschätzung der Bereitschaft der dritten Generation zur Pflegeübernahme
5.1.3 Alternative Formen von Pflege und Betreuung im eigenen Fall
5.1.4 Wünsche an das deutsche Gesundheits- und Sozialwesen
5.2 Dritte Generation mit türkischem Migrationshintergrund
5.2.1 Berufliche und private Berührungspunkte mit dementiell Erkrankten
5.2.2 Stellenwert traditioneller, familiärer und religiöser Normen und Werte
5.2.3 Bereitschaft zur Pflege von Angehörigen und Inanspruchnahme professioneller Hilfe
5.2.4 Alternative Formen von Pflege und Betreuung im eigenen Fall
5.2.5 Wünsche an das deutsche Gesundheits- und Sozialwesen
5.3 Experten mit türkischem Migrationshintergrund
5.3.1 Einschätzung der Situation pflegender Angehöriger der zweiten Generation türkischer Herkunft
5.3.2 Vergleich der Lebenswelten pflegender Angehöriger türkischer Herkunft und ohne Migrationshintergrund
5.3.3 Einschätzungen zur Veränderung traditioneller Familienstrukturen und zum Generationenwechsel
5.4 Identitätsentwürfe türkischer Migranten der zweiten und dritten Generation und Folgen für die Bereitschaft familiärer Pflegeübernahme
6 Zusammenfassung und Ausblick
7 Diskussion
Diese Masterarbeit untersucht die Bereitschaft der dritten Generation türkischer Migranten in Deutschland, die Pflege dementiell erkrankter Familienangehöriger zu übernehmen, und vergleicht diese mit der zweiten Generation. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, ob ein Generationenwechsel im Versorgungshandeln stattfindet und wie Identitätsentwürfe sowie kulturelle Orientierungen die Pflegeentscheidungen beeinflussen.
1.1 Einführung in die Problemstellung
Durch den Wirtschaftsboom nach dem Zweiten Weltkrieg stieg in Deutschland der Bedarf an Arbeitskräften, unter anderem im landwirtschaftlichen Sektor und im Bergbau. Vor diesem Hintergrund wurde ein Anwerbeabkommen von Gastarbeitern zwischen Deutschland und Ländern wie Italien, Griechenland, Spanien, Portugal, Tunesien, dem ehemaligen Jugoslawien und im Jahr 1961 auch mit der Türkei unterzeichnet (vgl. Kaiser, C. 2009, S. 31). Da in den 1960er Jahren in der Türkei sowohl eine hohe Arbeitslosigkeit herrschte als auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Umbrüche zu beobachten waren, bewarben sich viele Menschen für eine Stelle in Deutschland. Somit immigrierten die ersten türkischen Gastarbeiter nach Deutschland, innerhalb zwölf Jahren belief sich ihre Zahl auf ca. 900.000 (vgl. Luft, S. 2014). 1973 wurde bedingt durch die Ölkrise und die damit einhergehenden schlechten Wirtschaftslage ein Anwerbestopp verfügt (vgl. Hunn, K. 2006, S. 20). Bei den zugewanderten Menschen handelte es sich hauptsächlich um Schreiner, Maschinenschlosser, Bauern und Bauarbeiter (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung o.J.). Diese Arbeitsmigranten verfolgten das Ziel, in Deutschland Geld zurückzulegen, im ihren Lebensabend wieder in der Heimat zu verbringen (vgl. Dibelius, O./ Uzarewicz, C. 2006, S. 46). Sie gingen nicht davon aus, dass sie in Deutschland eine neue Heimat finden und somit auf Dauer hier sesshaft würden. Der Ursprung dieser veränderten Entwicklung lag im Familiennachzug. Die Kinder wurden eingeschult, viele absolvierten eine Ausbildung oder ein Studium und wurden anschließend selbst Eltern von schulpflichtigen Kindern. Somit entwickelte sich aus diesen Gastarbeiterfamilien eine langfristige Kultur in Deutschland. Heute leben deutschlandweit ca. 20,8 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund und von diesen sind heute ca. zwei Millionen 65 Jahre und älter (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung 2019; Destatis Statistisches Bundesamt 2019, S. 22 f.). Personen, die einen türkischen Migrationshintergrund aufweisen, bilden mit ca. 2,8 Millionen die größte Migrantengruppe (vgl. Keser, G. 2018, S. 8; Yilmaz- Aslan, Y. 2018, S. 238). Die Gastarbeitergeneration hat bereits das Ruhestandsalter erreicht.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext der Arbeitsmigration aus der Türkei nach Deutschland und leitet die aktuelle Problematik der zunehmenden Pflegebedürftigkeit in dieser Bevölkerungsgruppe her.
2 Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel stellt die „Häusliche- Pflege- Skala“ von Elmar Gräßel zur Belastungserfassung sowie das Akkulturationsmodell nach John W. Berry und Olga Goldenberg als theoretische Basis vor.
3 Methodisches Vorgehen: Hier wird das qualitative Forschungsdesign der Studie beschrieben, welches auf leitfadengestützten Experten- und Betroffeneninterviews an den Standorten Gelsenkirchen und Dinslaken basiert.
4 Ältere Menschen mit türkischem Migrationshintergrund und Demenz und pflegende Angehörige der zweiten Generation in Deutschland: Es werden medizinische Grundlagen der Demenz vermittelt und die spezifische Lebenssituation der türkischstämmigen älteren Generation sowie ihrer pflegenden Angehörigen analysiert.
5 Interview- Ergebnisse: Das Kernkapitel präsentiert die empirischen Erkenntnisse aus den Interviews mit der zweiten Generation, der dritten Generation und Experten bezüglich Pflegebereitschaft und Unterstützungsbedarfen.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Die wesentlichen Ergebnisse werden resümiert und Empfehlungen für eine kultursensible Weiterentwicklung des deutschen Gesundheitssystems gegeben.
7 Diskussion: Dieses Kapitel reflektiert die Studienergebnisse vor dem Hintergrund der theoretischen Modelle und diskutiert die Implikationen für Forschung, Politik und die zukünftige Versorgungspraxis.
Demenz, Migration, Türkischer Migrationshintergrund, Pflegeübernahme, Zweite Generation, Dritte Generation, Gastarbeiter, Pflegende Angehörige, Akkulturation, Kultursensibilität, Familienstrukturen, Generationenvertrag, Altenpflege, Versorgungslandschaft, Identitätsentwürfe.
Die Arbeit befasst sich mit der Bereitschaft von Nachkommen türkischer Migranten in der zweiten und dritten Generation, die Pflege ihrer demenzkranken Angehörigen in Deutschland zu übernehmen.
Zentral sind der Generationenvergleich bei der Pflegebereitschaft, der Einfluss von Akkulturation und Identitätsentwürfen sowie die Notwendigkeit kultursensibler Versorgungsangebote.
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob die dritte Generation die familiäre Pflegeaufgabe weiterhin als zentrale Hauptverantwortung ansieht oder ob ein Wandel im Versorgungshandeln stattfindet.
Die Arbeit nutzt ein qualitatives Forschungsdesign, bestehend aus problemzentrierten, leitfadengestützten Experteninterviews und Interviews mit pflegenden Angehörigen beider Generationen.
Der Hauptteil analysiert die aktuelle Situation pflegender Angehöriger, deren Belastungen, die Einschätzungen zur dritten Generation sowie die Wünsche an das Gesundheitswesen unter Berücksichtigung kultureller und religiöser Aspekte.
Kernbegriffe sind Demenz, Migration, türkischer Migrationshintergrund, Pflegeübernahme, Akkulturation, Generationenvertrag und kultursensible Pflege.
Die Arbeit zeigt, dass religiöse Werte und das Pflichtgefühl gegenüber den Eltern bei vielen Angehörigen der zweiten Generation einen starken Anker für die Pflege bilden, während bei der dritten Generation eine stärkere Abwägung zwischen familiärer Bindung und individuellen Lebenszielen stattfindet.
Die dritte Generation ist sich der Demenzproblematik bewusst und grundsätzlich pflegebereit, priorisiert jedoch ihre eigenen Lebens- und Berufsziele und ist eher als die Vorgängergeneration bereit, frühzeitig professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
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