Bachelorarbeit, 2018
46 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Binationale Familien in Deutschland
2.2. Erziehung und Erziehungsstile
2.3. Bedeutung von Fähigkeiten und Kompetenzen
2.4. Das Forschungsfeld: Binationale Erziehung
2.4.1. Zur Situation von Menschen mit binationalem Hintergrund
2.4.2. Forschungsstand
3. Erziehung in monokulturellen und binationalen Familien
3.1. Erziehungsziele
3.2. Geschlechterdifferente Erziehung von Jungen und Mädchen
3.3. Einstellungen zur multikulturellen Erziehung
3.4. Erziehung zur Zweisprachigkeit
4. Erziehung in binationalen und monokulturellen Familien im Vergleich
4.1. Trends
4.2. Verschiedenheiten
5. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Erziehungsschwerpunkte in binationalen im Vergleich zu monokulturellen Familien in Deutschland, mit besonderem Fokus auf Erziehungsziele, Geschlechterrollen, Einstellungen zur Multikulturalität und den Spracherwerb.
2.4.1. Zur Situation von Menschen mit binationalem Hintergrund
Menschen mit binationalem Hintergrund fallen in der Regel aufgrund ihres nicht standarddeutschen Aussehens sowie eines ausländisch klingenden Namens auf. Sie können in Deutschland geboren sein oder im Herkunftsland eines ihrer Elternteile (vgl. Battaglia, 2000, S. 185). Ein weiterer Identifikationsfaktor ist die Sprache: Binationale „können die Sprachen beider Eltern beherrschen oder nur eine davon oder eine gut und die andere weniger gut“ (Battaglia, 2000, S. 187). Zudem können sie sich in einem oder in mehreren Ländern heimisch fühlen. Durch diese und zahlreiche weitere Identifikationsmerkmale unterscheiden sich Personen mit binationalem Hintergrund vom Gewohnten. Dies weckt das Interesse und die Neugier des Wahrnehmenden, den Hintergrund einer Person zu ergründen. Kennlernsituationen, wie auf Partys, Betriebsfeiern, im Sportverein oder bei Vorstellungsgesprächen bieten hierfür einen geeigneten Anlass (vgl. Battaglia, 2000, S. 185 ff.). „Das ist aber kein deutscher Name, oder? Wo kommt der Name denn her? Kommt der aus Spanien, der Name? Hört sich so italienisch an? Sie sehen so südländisch aus“ (Battaglia, 2000, S. 186), solche und ähnliche Fragen sind Menschen mit binationaler Herkunft in der Regel gewohnt. Diese Gespräche werden als Salienzinteraktionen bezeichnet. Hierbei sind Binationale aufgefordert, viele persönliche Details aus ihrem Leben und der Familiengeschichte preiszugeben (vgl. Battaglia, 2000, S. 186 ff). Die folgenden Aussagen sind jedoch freiwilliger Natur und verdeutlichen die kulturelle Vielfalt der Menschen mit binationalem Hintergrund:
„Ist doch toll diese Vielfalt im Blut zu haben. Niemand, der reich ist, macht sich darüber großartige Gedanken. Ich brauche keine Aufarbeitung, um mich zu finden. Ich habe mir die Frage nach meiner Herkunft ein paar Mal gestellt, bin bei meiner Mutter gelandet, und dann war die Antwort da"
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Bedeutung Deutschlands als Einwanderungsland und führt in die Thematik der binationalen Familien als Forschungsgegenstand ein.
2. Theoretischer Hintergrund: Das Kapitel erläutert die verschiedenen Dimensionen der Integration, definiert Erziehungsstile und beleuchtet die Bedeutung interkultureller Kompetenzen sowie den aktuellen Forschungsstand zu binationalen Familien.
3. Erziehung in monokulturellen und binationalen Familien: Hier werden die Erziehungsziele, die geschlechterdifferente Erziehung, Einstellungen zur multikulturellen Erziehung und die Zweisprachigkeit auf Basis einer empirischen Vergleichsuntersuchung analysiert.
4. Erziehung in binationalen und monokulturellen Familien im Vergleich: Dieses Kapitel stellt die Trends und Unterschiede zwischen den Familienmodellen gegenüber und identifiziert Gemeinsamkeiten sowie Differenzen in der Erziehungspraxis.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einem Ausblick auf künftigen Forschungsbedarf.
Binationale Familien, Erziehung, Migrationsgesellschaft, Erziehungsziele, interkulturelle Kompetenz, Mehrsprachigkeit, Integrationsforschung, Geschlechterdifferente Erziehung, Identitätsbildung, multikulturelle Erziehung, Kulturdimensionen, Familiensinn, Zweisprachigkeit, Assimilation, Sozialisation.
Die Arbeit befasst sich mit der Erziehung in binationalen Familien in Deutschland und vergleicht diese mit Erziehungsmustern in monokulturellen Familien.
Die Schwerpunkte liegen auf elterlichen Erziehungszielen, der geschlechterdifferenten Erziehung, Einstellungen zur multikulturellen Erziehung sowie der Erziehung zur Zweisprachigkeit.
Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern sich Erziehungsschwerpunkte in deutsch-deutschen, deutsch-europäischen und deutsch-islamischen Paarkonstellationen unterscheiden und welche Trends bzw. Verschiedenheiten sich daraus ableiten lassen.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung existierender Forschungsergebnisse, insbesondere eine schriftliche Befragung von 300 Familien aus dem Jahr 1997, um Erziehungssituationen und Werteorientierungen zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Erziehungsstile und Kompetenzen sowie eine detaillierte empirische Gegenüberstellung von Erziehungszielen und Sprachförderung in verschiedenen Familienformen.
Binationale Familien, Erziehung, interkulturelle Kompetenz, Mehrsprachigkeit, Migrationsgesellschaft und Integrationsforschung sind prägende Begriffe.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass deutsch-islamische Familien oft traditionellere Rollenbilder verfolgen, höhere Bedeutung auf Religiosität, Familiensinn sowie Sauberkeit legen und eine stärkere geschlechterdifferente Erziehung aufweisen.
Es wird als besonders günstige Methode für die zweisprachige Erziehung in binationalen Familien hervorgehoben, da es dem Kind ermöglicht, Sprachen und kulturelle Identitäten klarer mit den jeweiligen Elternteilen zu assoziieren.
In allen untersuchten Gruppen wird die politische Erziehung von Jungen tendenziell als wichtiger erachtet als die von Mädchen, wobei besonders in binationalen Familien westlich-islamischer Herkunft deutliche Differenzen in der Werteinschätzung erkennbar sind.
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