Masterarbeit, 2019
72 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Fragestellung und methodisches Vorgehen
2.1 Forschungsstand
2.2 Terminologische Vielfalt: Vertriebene und Flüchtlinge
3. Die Vertreibung der Deutschen
3.1 Historischer Kontext, Verlauf und Folgen
3.2 Die Situation in Nordrhein-Westfalen
4. Wermelskirchen am Ende des Zweiten Weltkriegs
4.1 Demographische Entwicklung und Erwerbsstruktur
4.2 Politik und Verwaltung
5. Vertriebene in Wermelskirchen
5.1 Anzahl und Herkunft
6. Ankommen in der Fremde: 1946 – 1949
6.1 Unterbringung
6.2 Soziale und wirtschaftliche Lage
7. Neuordnung und Gestaltung: 1949 – 1957
7.1 Kommunale Betreuung und Hilfsmaßnahmen
7.2 Soziale und wirtschaftliche Lage
7.3 Entwicklung der Wohnsituation
7.4 Kultur als Integrationsfaktor
7.5 Öffentlichen Darstellung und Präsenz: Vertriebene in der Lokalpresse
8. Fazit
Die Masterarbeit untersucht die Integration von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen in der Stadt Wermelskirchen im Zeitraum von 1945 bis 1957. Das Ziel ist es, die kommunalpolitischen Herausforderungen bei der Unterbringung, die wirtschaftliche Eingliederung sowie die Rolle der Vertriebenen in den lokalen Entscheidungsprozessen und der öffentlichen Wahrnehmung detailliert zu analysieren.
1. Einleitung
„Wir fragen nicht nur, was in den Flüchtenden vor sich ging, sondern zugleich, was sich durch sie vollzog, indem sie in die Welt der Seßhaften eintraten. Denn ihr Erscheinen stört eine Welt auf, und was geschieht, das geschieht nicht nur den Geflohenen und Vertriebenen, sondern auch den anderen, denen sie ins Haus traten und denen sich ihre Unruhe mitteilte.“
Mit diesen Worten fasste die aus Ostpreußen vertriebene Soziologin Elisabeth Pfeil im Jahr 1948 ihre Untersuchungen zu den Auswirkungen des Eintreffens Millionen Vertriebener aus Mittel- und Osteuropa im Westen Deutschlands zusammen.
Die Eingliederung dieser Menschen war eine der wichtigsten Aufgaben und dringlichsten Herausforderungen der ersten Nachkriegsjahre und der jungen Bundesrepublik. Sie stellte für den neuen Staat in den Worten Konrad Adenauers „die vielleicht größte und vordringlichste soziale Frage“ und eine schwere Hypothek dar. Als „ein wichtiger Teil der Gründungskrise der Bundesrepublik“ forderte die Vertreibung der Deutschen die aufnehmenden Gebiete enorm, war die Lösung zunächst kaum abzusehen, verbunden mit der Befürchtung einer langfristigen politischen und wirtschaftlichen Destabilisierung.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Vertriebenenintegration in der unmittelbaren Nachkriegszeit ein und verortet die Forschungsfrage im Kontext der Gründungskrise der Bundesrepublik.
2. Fragestellung und methodisches Vorgehen: Hier werden das methodische Design der Fallstudie, der aktuelle Forschungsstand sowie die begrifflichen Definitionen dargelegt.
3. Die Vertreibung der Deutschen: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über den Vertreibungsprozess und beleuchtet die Situation der Ankunft und Versorgung in den westlichen Besatzungszonen, insbesondere in Nordrhein-Westfalen.
4. Wermelskirchen am Ende des Zweiten Weltkriegs: Es erfolgt eine Analyse der lokalen Ausgangslage in Wermelskirchen hinsichtlich der demographischen Struktur, der Versorgungslage und der politischen Verwaltung zu Kriegsende.
5. Vertriebene in Wermelskirchen: Dieses Kapitel fokussiert auf die statistischen Daten zu Anzahl und Herkunft der in Wermelskirchen angekommenen Vertriebenen.
6. Ankommen in der Fremde: 1946 – 1949: Die Untersuchung befasst sich mit der akuten Unterbringungsproblematik und der sozialen sowie wirtschaftlichen Lage in den ersten Nachkriegsjahren.
7. Neuordnung und Gestaltung: 1949 – 1957: Der Hauptteil analysiert die schrittweise Integration der Vertriebenen durch kommunale Maßnahmen, die wirtschaftliche Lage, die Wohnungsbaupolitik, kulturelle Integrationsfaktoren und die mediale Darstellung.
8. Fazit: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet den Integrationsprozess in Wermelskirchen als Beispiel für die kommunale Bewältigung der Vertreibungsthematik.
Vertriebene, Flüchtlinge, Integration, Wermelskirchen, Nachkriegszeit, Kommunalpolitik, Wohnungsnot, Arbeitsmarkt, Lastenausgleich, Lokalpresse, Heimatvertriebene, Wohnungsbau, Sozialpolitik, Eingliederung, Bundesrepublik Deutschland
Die Arbeit analysiert die lokale Integrationsgeschichte von Heimatvertriebenen in der Stadt Wermelskirchen in den Jahren 1945 bis 1957.
Die Schwerpunkte liegen auf der Unterbringung, der Arbeitsmarktsituation, der politischen Partizipation durch Gremien und Interessenvertretungen sowie der kulturellen Integration und medialen Wahrnehmung.
Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie eine spezifische Kommune die Herausforderungen des Zuzugs einer großen Zahl von Vertriebenen organisatorisch und sozial bewältigt hat.
Es handelt sich um eine historische Fallstudie, die primär auf lokalen Quellen wie Verwaltungsprotokollen, Stadtratsbeschlüssen und Lokalzeitungsberichten basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme zu Kriegsende, die Analyse der Ankunftsphase sowie die vertiefende Untersuchung der Jahre 1949 bis 1957 bezüglich Wohnungs-, Sozial- und Kulturpolitik.
Wichtige Begriffe sind Integration, Wohnraumbewirtschaftung, Flüchtlingsfürsorge, politischer Partizipationsprozess und die Unterscheidung zwischen Vertriebenen und Flüchtlingen.
Die Situation war durch einen akuten Mangel geprägt, der Politik und Verwaltung zu Zwangsmaßnahmen und Belegungsregelungen zwang, bis durch den Wohnungsbau in den 1950er Jahren eine schrittweise Entspannung eintrat.
Die Lokalpresse fungierte als Spiegel der öffentlichen Meinung, in der die Vertriebenen teils als notwendige Arbeitskräfte begrüßt, teils als Belastung für den angespannten Wohnungsmarkt wahrgenommen wurden.
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