Bachelorarbeit, 2020
57 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen zur Zweisprachigkeit, Sprachverhalten und Identitätsbildung
2.1 Zweisprachigkeit
2.1.1 Begriffsklärung der Zweisprachigkeit
2.1.2 Diglossie-Konzept nach Ferguson und Fishman
2.2 Sprachverhaltensprozesse
2.2.1 Begriffsklärung: Spracherhalt, Sprachwechsel und Sprachverlust
2.2.2 Faktoren der Sprachprozesse
2.3 Identitätsbildung
2.3.1 Begriffsklärung: Identität
2.3.2 Sprache als relevante Komponente der Identitätsbildung
2.3.3 Identitätsbildung bei Zweisprachigkeit
3. Forschungsüberblick
4. Untersuchung
4.1 Der Untersuchungsgegenstand: die marokkanisch-stämmige Bevölkerung
4.2 Der Untersuchungsort: Granada, Stadtviertel Albaicín
5. Fragestellung und Hypothesen
5.1 Methodenbeschreibung
5.1.1 Probanden
5.1.2 Fragebogenstudie
5.2 Durchführung
5.3 Deskriptive Ergebnisse der Untersuchung
5.4 Diskussion
6. Fazit & Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das generationsspezifische Sprachverhalten und die Identitätsbildung der zweisprachigen marokkanisch-stämmigen Bevölkerung in Granada, um herauszufinden, inwiefern sich die Sprachkompetenzen und das Zugehörigkeitsgefühl zwischen der zweiten und dritten Einwanderergeneration unterscheiden.
1. Einleitung
„Wer spricht was und wie mit wem in welcher Sprache und unter welchen sozialen Umständen mit welchen Absichten und Konsequenzen?“ (Fishmann 1972: 15)
In der heutigen Gesellschaft dominiert überwiegend Zweisprachigkeit als Einsprachigkeit. Für die meisten Menschen ist die Migrationssituation ein ausschlaggebender Faktor, dafür dass sie sich als zweisprachig identifizieren. Aber welche Auswirkungen hat es auf das Sprachverhalten, wenn das Individuum parallel zu seiner Muttersprache bzw. Erstsprache unter Verwendung einer weiteren Sprache sozialisiert wird? Aus dieser Perspektive beobachtet die Soziolinguistik den Menschen. Mit dem obigen Zitat lassen sich die Fragestellungen der Soziolinguistik und ihr Untersuchungsgegenstand beschreiben. Mit dem Zusammentreffen der beiden Forschungsgebiete der Sprache und Gesellschaft entsteht diese junge Teildisziplin der Sprachwissenschaft, die die Beziehung der Interdependenz zwischen Sprache und Gesellschaft zum Gegenstand hat (Metzler 2016: 630). Spanien gilt seit Jahrhunderten als das beliebteste Migrationsland für die Einwanderer aus dem Nahen Osten. Jedoch existieren wenige Studien zum Sachverhalt, obwohl die Migrationssituation der marokkanischen Migranten /innen dort stark ausgeprägt ist.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Zweisprachigkeit im Kontext von Migration und Definition der Forschungsfragen zur Soziolinguistik marokkanischer Bevölkerung in Granada.
2. Theoretische Grundlagen zur Zweisprachigkeit, Sprachverhalten und Identitätsbildung: Erläuterung relevanter Konzepte wie Diglossie, Sprachverhaltensprozesse (Erhalt, Wechsel, Verlust) sowie der zentralen Rolle von Sprache bei der Identitätsbildung.
3. Forschungsüberblick: Überblick über soziolinguistische Ansätze von Fishman und Labov sowie Rezeption früherer Studien zum Sprachverhalten von Migrantengruppen.
4. Untersuchung: Vorstellung des Untersuchungsgegenstands (marokkanisch-stämmige Bevölkerung) und des Untersuchungsorts (Albaicín, Granada) als historisch gewachsenes Siedlungsgebiet.
5. Fragestellung und Hypothesen: Formulierung von fünf Arbeitshypothesen bezüglich Sprachkompetenz, Kontextabhängigkeit des Sprachgebrauchs, Sprachwechseltendenzen und Identitätszugehörigkeit.
6. Fazit & Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse, Reflektion der Hypothesen und Diskussion der hybriden Identität der marokkanischen Migranten in Granada.
Zweisprachigkeit, Sprachverhalten, Identitätsbildung, Migrationssituation, Marokkanisch, Spanisch, Sprachwechsel, Spracherhalt, Soziolinguistik, Granada, Albaicín, Diglossie, hybride Identität, Sprachkompetenz, Migrationsgenerationen.
Die Arbeit untersucht das Sprachverhalten und die Identitätsbildung der zweisprachigen marokkanischen Bevölkerung der zweiten und dritten Generation, die im Stadtviertel Albaicín in Granada lebt.
Die zentralen Themen sind der Spracherhalt des Marokkanischen, die Auswirkungen des Sprachwechsels auf das Spanische sowie die Entwicklung einer hybriden Identität durch Zweisprachigkeit.
Das Ziel ist es, generationsspezifische Unterschiede zwischen der zweiten und dritten Generation hinsichtlich ihres Sprachgebrauchs in verschiedenen Kontexten und ihrer Zugehörigkeitsgefühle zu Spanien und Marokko zu analysieren.
Die Autorin verwendet eine quantitative Forschungsmethode in Form einer soziolinguistischen Fragebogenstudie, die statistisch mit Programmen wie SPSS und Excel ausgewertet wurde.
Der Hauptteil umfasst einen theoretischen Rahmen zur Zweisprachigkeit und Identität, einen Forschungsüberblick zu soziolinguistischen Ansätzen sowie die methodische Durchführung und Auswertung der Fragebogenstudie vor Ort in Granada.
Die Begriffe Sprachwechsel, hybride Identität, Diglossie-Konzept, Sprachkompetenz und Migrationsgenerationen prägen die Analyse der Studie maßgeblich.
Das Viertel besitzt einen besonderen historischen Hintergrund durch die maurische Herrschaft und dient heute als ein historisch und architektonisch relevanter Lebensmittelpunkt für viele Einwanderer aus dem Maghreb.
Die dritte Generation weist signifikant bessere Sprachkenntnisse im Spanischen auf als die zweite Generation, da sie diese Sprache verstärkt in ihrem Bildungsalltag erwirbt.
Trotz des Einflusses des Spanischen wird das Marokkanische im privaten Kontext (Familie, Freunde, Moschee) weiter aktiv genutzt, unterstützt durch eine positive Spracheinstellung der Sprecher.
Die meisten Probanden, die sich als zweisprachig definieren, entwickeln ein doppeltes Zugehörigkeitsgefühl, was auf eine hybride Identität im Kontext der Migrationssituation hindeutet.
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