Bachelorarbeit, 2015
55 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Entwicklung der Fragestellung und Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau und Vorgehensweise der Arbeit
2. Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Demokratiebegriff
2.1.1 Pluralistisch-repräsentative Demokratie nach Robert A. Dahl
2.1.2 Erweiterter Demokratiebegriff: Geschlechtergerechte Demokratie
2.2 Begriffsbestimmung: Politisches System, Regime und Staat
2.3 Begriffsbestimmung: Transition, Transformation, Demokratisierung und Systemwechsel
2.4 Typologie politischer Systeme
2.4.1 Demokratische Regime
2.4.2 Autoritäre Regime
2.4.3 Totalitäre Regime
2.5 Transformationsphasen
2.5.1 Zusammenbruch des alten Systems
2.5.2 Institutionalisierung / Demokratisierung
2.5.3 Konsolidierung der Demokratie
2.6 Zusammenfassung des theoretischen Zugangs
3. Ursachen und Voraussetzungen der Demokratisierung in Taiwan 1895 bis 1986
3.1 Geschichte
3.1.1 Japanische Besatzungszeit 1895 bis 1945
3.1.2 Taiwan unter der chinesischen Nationalregierung der Kuomintang 1945 bis 1949
3.2 Sozioökonomische Entwicklung nach 1949
3.3 Politische Entwicklung 1949 bis 1986
3.3.1 Außenpolitische Entwicklung: Ein-China-Politik und außenpolitische Isolation
3.3.2 Innenpolitische Entwicklung: Sicherung der autoritären Herrschaft
3.3.3 Liberalisierung und Entstehung einer Oppositionsbewegung und -partei
3.4 Zusammenfassung
4. Der Transformationssprozess in Taiwan 1987 bis 2000
4.1 Systemübergang
4.2 Institutionalisierung: Wahlen und Verfassungsgebung
4.3 Konsolidierung der Demokratie
4.3.1 Institutionelle Konsolidierung
4.3.2 Repräsentative Konsolidierung
4.3.3 Verhaltenskonsolidierung der informellen politischen Akteure
4.3.4 Konsolidierung der Bürgergesellschaft
4.4 Zusammenfassung
5. Taiwan heute: Herausforderungen und Aussichten
5.1 Die Unabhängigkeitsfrage und der China-Faktor
5.2 Die Frage der Geschlechtergerechtigkeit
5.2.1 Ökonomische Partizipation der Frauen in Taiwan
5.2.2 Politische Partizipation der Frauen in Taiwan
6. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Faktoren, die den demokratischen Systemwechsel in Taiwan begünstigt haben, sowie die Auswirkungen dieses Prozesses auf die Lebensumstände und die politische Partizipation von Frauen, um einen Beitrag zur Transformationsforschung unter Berücksichtigung einer Genderperspektive zu leisten.
4.3.4.2 Die Frauenbewegung
Die Anfänge der Frauenbewegung in Taiwan gehen auf die frühen 1970er Jahre zurück, die Zeit, in der Taiwan noch unter Kriegsrecht regiert wurde und die Rolle der Frauen stark durch patriarchale Strukturen der japanischen Kolonialzeit und konfuzianische Werte bestimmt war. Eine Pionierrolle beim Streben nach Gleichberechtigung der Geschlechter und Frauenrechten fällt Lu Hsiu-lien zu, die während ihres Studiums in den 1970er Jahren in den USA die dortige Frauenrechtsbewegung kennenlernte und nach ihrer Rückkehr erstmals die Ideen des Feminismus in Taiwan durch zahlreiche Artikel und insbesondere ihr 1974 erschienenes Buch New Feminism eingebracht hat. Sie schaffte es durch ihre Publikationen, in der taiwanischen Gesellschaft ein Bewusstsein für die vielschichtige Unterdrückung der Frauen zu wecken, auch wenn eine koordinierte Organisation von Frauen auf Grund der staatlichen Repression noch nicht möglich war.
Im Zuge der sozioökonomischen Entwicklung und der neuen sozialen Offenheit zu Beginn der 1980er Jahre konnte die Frauenbewegung ihren gesellschaftlichen Einfluss erweitern, wobei die Frauenbewegung in der Phase des „Erwachens“ auf einer soliden theoretischen, sozialen und materiellen Basis stand, da die führenden Aktivistinnen zu dieser Zeit alle aus dem akademischen Milieu kamen und über eine sehr gute Bildung verfügten. Die Themen reduzierten sich jedoch nicht auf die Interessen dieser gut gebildeten Frauen, sondern sprachen gerade auch Probleme der Frauen unterer Schichten an. Die seit 1982 monatlich herausgebrachte Zeitschrift Awakening, in der Frauenthemen im Lichte der Gedanken des westlichen Feminismus diskutiert wurden, fand von einer wachsenden Zahl von Frauen Beachtung und trug wesentlich dazu bei, dass viele taiwanische Frauen ein neues Genderbewusstsein erlangten.
1. Einleitung: Einführung in das Thema, Herleitung der Forschungsfragen zum Transformationsprozess in Taiwan und Erläuterung der Zielsetzung unter besonderer Berücksichtigung der Genderperspektive.
2. Theoretischer Bezugsrahmen: Definition grundlegender Begriffe der Transitionsforschung und Darstellung des analytischen Mehrebenenmodells zur demokratischen Konsolidierung nach Wolfgang Merkel.
3. Ursachen und Voraussetzungen der Demokratisierung in Taiwan 1895 bis 1986: Historischer Rückblick und Analyse der sozioökonomischen sowie politischen Entwicklungen während der autoritären Ära bis zur Gründung der Oppositionspartei.
4. Der Transformationssprozess in Taiwan 1987 bis 2000: Analyse des konkreten Systemwechsels, der Institutionalisierung der demokratischen Institutionen und der Konsolidierung der Demokratie auf verschiedenen Ebenen.
5. Taiwan heute: Herausforderungen und Aussichten: Diskussion aktueller Herausforderungen wie der Unabhängigkeitsfrage gegenüber China und der Vertiefung der Geschlechtergerechtigkeit in der taiwanischen Gesellschaft.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse des Transformationsprozesses und Prognose zur weiteren Entwicklung der Demokratie in Taiwan.
Taiwan, Demokratisierung, Systemtransformation, Konsolidierung, Frauenbewegung, Geschlechtergerechtigkeit, Kuomintang, Zivilgesellschaft, Politische Partizipation, Autoritäre Herrschaft, Modernisierung, Transformation, Demokratie, Politische Kultur, Identität
Die Arbeit analysiert den demokratischen Transformationsprozess in Taiwan, ausgehend von einer autoritären Ausgangslage bis zur konsolidierten Demokratie, unter expliziter Einbeziehung einer geschlechterspezifischen Perspektive.
Die zentralen Themen umfassen die Transformationsphasen nach Wolfgang Merkel, die historische Entwicklung Taiwans, die Rolle der politischen Eliten, die Bedeutung der Zivilgesellschaft und die Fortschritte bei der Geschlechtergleichstellung.
Das Ziel ist es, die Faktoren zu identifizieren, die den Systemwechsel in Taiwan begünstigt haben, und zu untersuchen, ob dieser Prozess zu messbaren Verbesserungen der Lebensumstände und der politischen Partizipation von Frauen geführt hat.
Die Arbeit wendet Erkenntnisse der politikwissenschaftlichen Transformationsforschung sowie Ansätze der Genderforschung auf das Fallbeispiel Taiwan an und nutzt eine prozessorientierte Analyse.
Der Hauptteil gliedert sich in die Identifikation der Voraussetzungen für den Systemwechsel (bis 1986), die Analyse der Transformationsphasen (Systemübergang, Institutionalisierung, Konsolidierung) sowie die Untersuchung aktueller Herausforderungen wie der Genderperspektive und der China-Beziehungen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Demokratisierung, Taiwan, Transformation, Konsolidierung, Frauenbewegung und Geschlechtergerechtigkeit charakterisiert.
Die Autorin betrachtet die Frauenbewegung als wichtiges Beispiel für eine vitalisierte Zivilgesellschaft, die maßgeblich zur Stabilisierung der jungen Demokratie beigetragen und Forderungen nach strukturellen Reformen durchgesetzt hat.
Die Arbeit sieht in den gesetzlichen Fortschritten, wie dem Arbeitsgesetz von 2001, deutliche Verbesserungen, weist jedoch darauf hin, dass eine faktische Gleichstellung und die Überwindung patriarchaler Strukturen ein langfristiger Prozess sind.
Das Militär wird als ehemaliger Vetoakteur innerhalb der KMT-Strukturen eingestuft, der jedoch erfolgreich unter zivile Kontrolle gebracht wurde und heute nicht mehr als demokratiedestabilisierender Akteur gilt.
Die ungelöste Staatlichkeitsfrage stellt eine fortwährende sicherheitspolitische Herausforderung dar, beeinflusst die nationale Identität der Bürger und zwingt das taiwanische System zu ständiger Anpassung im internationalen Kontext.
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