Diplomarbeit, 2002
107 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Was ist Mediation?
2.1 Kurze Begriffsdefinition
2.2 Zentrale Elemente der Mediation
2.2.1 Neutralität des Mediators:
2.2.2 Freiwilligkeit der Teilnahme
2.2.3 Akzeptanz:
2.2.4 Offenheit
2.2.5 Vertraulichkeit:
2.2.6 Eigenverantwortlichkeit:
2.2.7 Win/Win-Lösung:
2.2.8 Einvernehmliche Lösung:
2.3 Anzeigen und Gegenanzeigen für den Einsatz von Mediation
2.4 Abgrenzung von anderen Konfliktlösungs-möglichkeiten, Beratung und Therapie
3 Wie hat sich Mediation entwickelt?
3.1 Historische Ursprünge
3.2 Geburt der heutigen Mediationsbewegung
3.3 Mediation in Deutschland
3.3.1 Anfänge und Entwicklung
3.3.2 Stand der Verbände, Arbeitskreise und Institute
3.3.3 Die Mediationsausbildung
4 Mediation – ein pädagogisches Konzept?
4.1 Kriterien eines pädagogischen Konzepts
4.1.1 Grundbegriffe: Erziehung, Bildung und Lernen
4.1.2 Ziele und Mittel
4.1.3 Rahmenbedingungen
4.1.4 Die Rollen der Beteiligten
4.1.5 Sprache, Interaktion und Kommunikation
4.2 Das Grundkonzept der Mediation
4.2.1 Grundannahmen
4.2.1.1 Perspektivengebundenheit und Perspektivenwechsel
4.2.1.2 Prozeßhaftes Denken
4.2.1.3 Der Konfliktbegriff
4.2.1.4 Die Dynamik der Eskalation
4.2.2 Konfliktanalyse und Konfliktbehandlung
4.2.2.1 Konflikttypen
4.2.2.2 Der Mediationsplan
4.2.3 Phasen der Mediation
4.2.3.1 Vorbereitung und Einleitung:
4.2.3.2 Sachverhaltsklärung – „Fact-Finding“
4.2.3.3 Kreativphase / Optionsentwicklung
4.2.3.4 Verhandlung / Entscheidungsfindung
4.2.3.5 Festhalten der Ergebnisse
4.3 Mediationsstile
4.3.1 Mediationsvarianten als Antwort auf differente Anforderungen
4.3.2 Der Transformationsansatz als Mediationsstil mit pädagogisch-therapeutischem Anspruch
4.3.2.1 Hauptbegrifflichkeiten der Transformativen Mediation
4.3.2.2 Transformative Mediation und Humanistische Pädagogik
4.3.2.3 Transformative Mediation und ihre Möglichkeiten in den Disziplinen der Pädagogik
4.4 Anwendung der pädagogischen Kriterien auf das Konzept der Mediation
5 Aktuelle Anwendungsbereiche von Mediation in (sozial-)pädagogischen Arbeitsfeldern
5.1 Mediation als Arbeitsmittel der Sozialen Arbeit
5.2 Mediation in Jugendhilfe, Hilfen zur Erziehung, Kindschaftsrecht und Trennungs- und Scheidungsberatung
5.3 Täter – Opfer – Ausgleich (TOA)
5.4 Mediation in Schulprogrammen
5.5 Mediation in der interkulturellen Pädagogik
6 Perspektiven der Mediation
7 Schluß / Fazit
Die Diplomarbeit untersucht, inwieweit Mediation als pädagogisches Konzept in erziehungswissenschaftlichen Arbeitsfeldern fungieren kann. Das primäre Ziel besteht darin, Kriterien eines pädagogischen Konzeptes zu definieren, diese auf das Mediationsverfahren anzuwenden und zu analysieren, ob Mediation Prozesse von Erziehung und Bildung nachhaltig abzubilden vermag.
4.2.1.1 Perspektivengebundenheit und Perspektivenwechsel
Menschen unterliegen unweigerlich einer Perspektivengebundenheit: Sie können immer nur eine Position in einer Situation einnehmen. Sie müssen sogar eine Position einnehmen, d.h. durch die Eingebundenheit in eine Situation und das Zusammenspiel mit der Persönlichkeit und den Erfahrungen wird automatisch eine Position bzw. eine Perspektive generiert. Diese kann zwar durch emotionale oder kognitive Prozesse verändert werden, man kann aber trotzdem nie zwei Perspektiven gleichzeitig einnehmen.
Diese Erkenntnis ist eine Grundlage der Mediation: Die Perspektivengebundenheit jeglicher Erkenntnis ist gleichzeitig die Daseinsberechtigung aller Interessen und Perspektiven.
Im Konfliktfall ist das Akzeptieren dieser Daseinsberechtigung schwierig. Durch die persönliche emotionale Eingebundenheit und durch die Tradition, im Konfliktfall „gewinnen“ zu wollen, wird eine – wenn auch nur teilweise – Perspektivenübernahme als Verletzung oder (Gesichts-)Verlust verstanden, ein Schwarz-Weiß-Denken wird gefördert.
Mediation kann und soll hier Abhilfe schaffen. Sie soll die Wahrnehmung und das Denken flexibilisieren. Den Teilnehmern soll sie das Hineindenken in die Bezugssysteme des Anderen (, aufgrund derer er seine Meinungen bildet und Urteile fällt,) ermöglichen oder erleichtern. Als Handlungsrahmen kann Mediation Abwertungen mildern, dadurch Verlustgefühle mildern und so eventuell Veränderungstendenzen begünstigen.
1 Einleitung: Darstellung der Relevanz von Mediation zur Konfliktlösung und Formulierung der Forschungsfrage, ob Mediation ein pädagogisches Konzept darstellt.
2 Was ist Mediation?: Definition des Begriffs, Vorstellung zentraler Mediationselemente wie Neutralität und Freiwilligkeit sowie Abgrenzung zu anderen Beratungsformen.
3 Wie hat sich Mediation entwickelt?: Überblick über historische Ursprünge und die Entwicklung der Mediationsbewegung in den USA und Deutschland.
4 Mediation – ein pädagogisches Konzept?: Theoretische Herleitung pädagogischer Konzepte anhand der Begriffe Erziehung, Bildung und Lernen sowie Analyse des Mediationskonzepts unter pädagogischen Aspekten.
5 Aktuelle Anwendungsbereiche von Mediation in (sozial-)pädagogischen Arbeitsfeldern: Praktische Untersuchung der Mediation in Sozialarbeit, Jugendhilfe, beim Täter-Opfer-Ausgleich sowie in Schulen und interkulturellen Kontexten.
6 Perspektiven der Mediation: Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Mediation in Verwaltung, Wirtschaft und psychosozialen Bereichen.
7 Schluß / Fazit: Zusammenfassende Bewertung der transformativen Mediation als pädagogisches Konzept und Einordnung in den humanistischen Ansatz.
Mediation, Konfliktlösung, Pädagogik, Soziale Arbeit, Transformative Mediation, Erziehung, Bildung, Sozialkompetenz, Empowerment, Recognition, Täter-Opfer-Ausgleich, Gewaltprävention, Schulmediation, Perspektivenwechsel, Humanistische Pädagogik
Die Arbeit untersucht die Eignung der Mediation als pädagogisches Konzept zur Konfliktlösung in verschiedenen sozialen und pädagogischen Arbeitsfeldern.
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Elemente der Mediation, ihre historische Entwicklung, die pädagogische Fundierung sowie ihre Anwendung in Jugendhilfe, Strafjustiz und Schule.
Ziel ist es zu klären, ob Mediation über die reine Konfliktlösung hinaus erzieherische und bildende Prozesse anstößt und somit als pädagogisches Konzept gelten kann.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der pädagogische Grundbegriffe auf die Prinzipien der Mediation angewendet werden, ergänzt um die Auswertung existierender Anwendungsbeispiele.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung pädagogischer Kriterien, die detaillierte Beschreibung des Grundkonzepts der Mediation und die Untersuchung spezifischer Arbeitsfelder wie Schule und Täter-Opfer-Ausgleich.
Besonders prägend sind die Begriffe Transformative Mediation, Empowerment, Recognition, Sozialkompetenz und das humane Menschenbild in der Pädagogik.
Die transformative Mediation wird als diejenige Variante identifiziert, die aufgrund ihres Fokus auf Persönlichkeitsentwicklung und Kompetenzstärkung am ehesten als pädagogisches Konzept bezeichnet werden kann.
Die Autorin sieht in der Schulmediation eine große Chance für eine konstruktive Konfliktkultur, weist jedoch darauf hin, dass sie oft noch als reine Ergänzung oder Modellprojekt statt als ganzheitliches pädagogisches Programm fungiert.
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