Bachelorarbeit, 2017
67 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Impulsgebende und verortende Worte
1.2 Problemdarstellung
1.3 Fragestellung, Zielsetzung und Erkenntnisgewinn
2. Heranführung an den Gegenstand
2.1 Spezifikation des Problems
2.2 Spezifika und historische Beleuchtung von Tauschringen
2.3 Normative Einbettung
3. Barrieren und Bedingungen
3.1 Intern
3.1.1 Trittbrettfahrertum und opportunistische Verhaltensweisen
3.1.2 Relevanz von sozialen Kompetenzen und Einzelpersonen
3.1.3 Motive und Mitglieder von Tauschringen: Hetero- oder Homogenität?
3.1.4 Aktivität und Größe
3.1.5 Erstes Zwischenfazit
3.2 Extern
3.2.1 Kategorisierung
3.2.2 Sozioökonomische und -kulturelle Rahmenbedingungen
3.2.3 Politische und rechtliche Rahmenbedingungen
3.2.4 Zweites Zwischenfazit
4. Potenziale und Entwicklungspfade
4.1 Intern
4.1.1 Konzeptionelle Notwendigkeiten
4.1.2 Unternehmerische Entwicklungspfade
4.2 Extern
4.2.1 Strategie und Zusammenwirken verschiedener Entwicklungspfade
4.2.2 Politisches Handeln
5. Fazit: Das Transformationspotenzial von Tauschringen, Ausblick und Reflexion
Diese Arbeit untersucht das Transformationspotenzial von Tauschringen im Kontext des westlichen Konsumismus. Das Ziel ist es, Bedingungen und Barrieren zu identifizieren, unter denen Tauschringe als sozioökonomische Strukturen zur Versorgungsautarkie beitragen und somit eine nachhaltige gesellschaftliche Transformation unterstützen können.
3.1.1 Trittbrettfahrertum und opportunistische Verhaltensweisen
Die erste große Barriere besteht im Trittbrettfahrertum sowie der Opportunismusproblematik, welche eng miteinander zusammenhängen. Im Folgenden werden diese nacheinander erläutert. Dieses Problem kann als eine der Grundfragen sozialen Miteinanders eingeordnet werden, weshalb es für die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften von zentraler Bedeutung ist.
Tauschringe arbeiten komplett ohne Zinsen weder im positiven noch im negativen Bereich. Zudem ist, wenn überhaupt, ein großzügiger Überziehungsrahmen gegeben. Mitglieder können dadurch nahezu unendlich viele Leistungen beanspruchen, ohne selber eine zu erbringen. Zwar gibt es z.T. die Verpflichtung zu Ausgleichzahlungen bei Austritt, was jedoch schlicht durch Inaktivität umgangen werden kann. Daher besteht der Anreiz zum Trittbrettfahren, indem eben Leistungen in Anspruch genommen, nicht aber erbracht werden. Es ist kurzfristig stets individuell rational, sich rein nach dem Eigennutz zu verhalten. Würden allerdings alle so handeln, käme überhaupt kein Angebot zustande und der Tauschring bräche zusammen. Das wäre hingegen nicht im Sinne des individuellen Interesses ist. Individuell rationale Strategien führen zu einem für den gesamten Tauschring ineffizienten Ergebnis. Diese mangelnde Bereitstellung des Tauschringangebots kann als klassische Kollektivgutproblematik eingeordnet werden, die beinhaltet, dass öffentliche Güter, von denen niemand ausgeschlossen werden kann, nicht bereitgestellt werden.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Krisenzeit und definiert das Problem des Konsumismus als Ausgangspunkt, um das Transformationspotenzial von Tauschringen im Kontext nachhaltiger Entwicklung einzuleiten.
2. Heranführung an den Gegenstand: Dieses Kapitel spezifiziert das Problem des Konsumismus, führt Tauschringe als soziales Phänomen ein und bettet die Arbeit in das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung ein.
3. Barrieren und Bedingungen: Hier werden detailliert die internen (Trittbrettfahrertum, soziale Kompetenzen) und externen (ökonomische, politische Rahmenbedingungen) Hindernisse sowie Einflussfaktoren für Tauschringe analysiert.
4. Potenziale und Entwicklungspfade: Das Kapitel entwickelt aufbauend auf der Barrieren-Analyse konzeptionelle Notwendigkeiten und unternehmerische Ansätze, um Tauschringe effektiver als soziale Innovationen zu gestalten.
5. Fazit: Das Transformationspotenzial von Tauschringen, Ausblick und Reflexion: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, bewertet das Potenzial von Tauschringen für eine nachhaltige Transformation und reflektiert den Arbeitsprozess.
Tauschringe, Konsumismus, Soziale Innovation, Nachhaltige Entwicklung, Versorgungsautarkie, Transformationsforschung, Reziprozität, Sozialkapital, Gemeinschaftswährungen, LETS, Selbstorganisation, Herrschaftsverhältnisse, Sozioökonomische Strukturen, Nachhaltige Transformation, Informelle Ökonomie
Die Arbeit untersucht Tauschringe als alternative sozioökonomische Struktur, um dem westlichen Konsumismus entgegenzuwirken und Potenziale für eine gesellschaftliche Transformation zu identifizieren.
Die zentralen Felder umfassen Konsumismus, die soziale und wirtschaftliche Funktionsweise von Tauschringen, ihre Rolle als "soziale Innovation" sowie die politischen und institutionellen Rahmenbedingungen.
Das Ziel ist es, das Transformationspotenzial von Tauschringen zu bewerten und konkrete Ansätze zu finden, wie diese zur Versorgungsautarkie beitragen können.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse, die Konzepte aus den Wirtschaftswissenschaften, der Soziologie und der Philosophie kombiniert, ergänzt durch Ansätze der Transformationsforschung.
Der Hauptteil analysiert interne Barrieren wie Trittbrettfahrertum sowie externe Rahmenbedingungen wie staatliche Politik, gefolgt von einer Entwicklung konkreter Pfade zur internen und unternehmerischen Weiterentwicklung von Tauschringen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Tauschringe, soziale Innovation, Konsumismus, generalisierte Reziprozität und nachhaltige Entwicklung.
Die Arbeit zeigt, dass interne Kooperationsprobleme und externe Rahmenbedingungen, die stark auf Erwerbsarbeit und formelle Ökonomie ausgerichtet sind, die Verbreitung und Relevanz von Tauschringen derzeit einschränken.
Laut der Arbeit ist der Staat eine Schlüsselinstanz, die durch die Schaffung unterstützender politischer und rechtlicher Rahmenbedingungen bottom-up-Prozesse der Tauschringe fördern oder behindern kann.
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