Examensarbeit, 2020
31 Seiten, Note: 1
Überweisungskontext
Diagnostik und Indikationsstellung
Aktuelle Anamnese
Sozialanamnese, Familienanamnese, Schulanamnese
Psychischer Befund
Störungsanamnese und Behandlungsversuche
Testpsychologische Befunde
Diagnosestellung nach ICD-10
Therapieindikation
Problemanalyse
Makroanalyse
Mikroanalyse
Therapieplanung
Therapieverlauf
Evaluation
Therapieergebnisse
Wirkfaktoren und limitierende Faktoren
Prognose
Kritische Reflexion des Falles
Zusammenfassung
Dieser Fallbericht dokumentiert den ambulanten psychotherapeutischen Prozess einer 20-jährigen Patientin mit einer mittelgradigen depressiven Episode und ängstlich-vermeidender Persönlichkeitsakzentuierung. Ziel der Arbeit ist die Darstellung des kognitiv-verhaltenstherapeutischen Vorgehens zur Symptomreduktion und Persönlichkeitsreifung.
Mikroanalyse
Im Folgenden wird eine prototypische Situation aus dem alltäglichen Leben der Patientin vorgestellt und mittels des SORKC-Modells analysiert:
Situation (S) Die Eltern beginnen nach dem gemeinsamen Abendessen in Anwesenheit der Patientin einen Streit. Der Vater verbietet der Patientin, die Situation zu verlassen.
Organismus (O) Ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsmerkmale, hohe Funktionalität und Anpassungsneigung, Harmoniestreben, geringes Selbstwertgefühl, Zurückstellen eigener Bedürfnisse, mangelnde Abgrenzungsfähigkeit
Reaktionen (R)
R phys. Anspannung und innere Unruhe, kurze Atmung, Schwitzen, kalte Hände und kalte Füße, Bauch- und Kopfschmerzen
R kogn. „Wie kann ich das wieder gut machen? Ich habe etwas falsch gemacht. Ich belaste zusätzlich. Warum mache ich immer alles falsch? Ich werde nie den Anforderungen entsprechen. Hoffentlich mache ich es nicht noch schlimmer.“
R emot. Hilflosigkeit, Angst, Trauer
R verh. Die Patientin verharrt in der Situation und versucht, sich „unsichtbar zu machen“. Sie schweigt und behält die eigene Ansicht für sich.
Kontingenz (K) Hoch
Kurzfristige Konsequenzen (kC)
kC phys. Nachlassen von körperlicher Anspannung
kC kogn. „Durch mein Schweigen belaste ich nicht mehr und alles wird wieder gut“. Die Patientin erlebt sich durch ihr Schweigen selbstwirksam und die kognitive Dissonanz lässt nach.
kC emot. Reduktion von Angst und Hilflosigkeit
kC verh. Vermeidung von Konfrontationen und Auseinandersetzungen durch das Verschweigen eigener Bedürfnisse
kC+ phys. Kurzzeitiges Gefühl der Entspannung und Erleichterung
Überweisungskontext: Schilderung der Ausgangslage und des Zuweisungswegs durch den Hausarzt aufgrund depressiver Beschwerden.
Diagnostik und Indikationsstellung: Umfassende biographische Anamnese, psychischer Befund und diagnostische Einordnung nach ICD-10 inklusive Testdiagnostik.
Problemanalyse: Darstellung der Entstehungsbedingungen der Störung mittels Makro- und Mikroanalyse im bio-psycho-sozialen Kontext.
Therapieplanung: Ableitung der Therapieziele und Wahl geeigneter kognitiv-verhaltenstherapeutischer sowie schematherapeutischer Methoden.
Therapieverlauf: Detaillierte Beschreibung der therapeutischen Sitzungen, der angewandten Techniken und der Bewältigung familiärer Krisen.
Evaluation: Zusammenfassung der Therapieergebnisse, der zentralen Wirkfaktoren und einer kritischen Reflexion des Fallverlaufs sowie der Prognose.
Kritische Reflexion des Falles: Analyse des Therapieprozesses inklusive kritischer Würdigung des Verzichts auf ein Familiengespräch.
Zusammenfassung: Kompakte Darstellung der durchgeführten Behandlung und der erzielten Symptomremission.
Kognitive Verhaltenstherapie, mittelgradige depressive Episode, ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsakzentuierung, SORKC-Modell, Schematherapie, Selbstfürsorge, Abgrenzungsfähigkeit, Krankheitsverständnis, emotionale Selbstwahrnehmung, psychotherapeutische Wirkfaktoren, Ressourcenaktivierung, dysfunktionale Kognitionen, soziale Kompetenz, Fallbericht, Symptomremission.
Die Arbeit stellt einen psychotherapeutischen Prüfungsfall dar, der die Behandlung einer 20-jährigen Patientin mit einer depressiven Episode und ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsmerkmalen detailliert beschreibt.
Neben der Behandlung der depressiven Symptomatik stehen der Aufbau von Selbstsicherheit, die Verbesserung der Abgrenzungsfähigkeit im familiären System und die Modifikation dysfunktionaler Denkmuster im Vordergrund.
Das Hauptziel war die Reduktion der depressiven Symptome, die Stimmungsstabilisierung sowie die Förderung einer gesunden Autonomie der Patientin gegenüber ihrem Elternhaus.
Es wird das kognitiv-verhaltenstherapeutische Verfahren angewandt, ergänzt durch schematherapeutische Elemente, sozialpsychologische Kompetenztrainings und Imaginationsübungen.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Problemanalyse, die konkrete Therapieplanung sowie einen chronologischen Bericht über den Verlauf der Therapiesitzungen und die angewandten Interventionen.
Kognitive Verhaltenstherapie, Depression, ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsakzentuierung, Selbstfürsorge und Schematherapie.
Die familiäre Dynamik wurde durch Rollenspiele und gezieltes Kommunikationstraining bearbeitet, um der Patientin zu helfen, eigene Bedürfnisse gegenüber den Eltern zu artikulieren und Grenzen zu setzen.
Die Magen-Darm-Beschwerden wurden als somatischer Ausdruck psychischer Belastung erkannt und deren Zusammenhang mit Stress durch Psychoedukation und medizinische Abklärung verdeutlicht.
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