Bachelorarbeit, 2020
60 Seiten, Note: 1.0
Einleitung
1.0 Schubert als Liedkomponist
2.0 „Der Tod und das Mädchen“: das Gedicht
2.1 Historischer Hintergrund und Entstehungsgeschichte
2.2 Die lyrische Vorlage und Versuch einer Interpretation
2.3 Die Repräsentation des Todes in Claudius’ Gedicht
3.0 „Der Tod und das Mädchen“: das Lied
3.1 Musikanalyse des Lieds
3.1.1 Zur Vertonung des Vorspiels und der Mädchen-Strophe
3.1.2 Zwischenspiel und Todes-Strophe
3.1.3 Nachspiel
4.0 Schubert und das Streichquartett
4.1 Das Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“
4.1.1 Formelle Charakteristika des 2. Satzes: über die Variationsform
4.2 Musikanalyse des zweiten Satzes „Andante con moto“
4.2.1 Thema
4.2.2 Variation 1.
4.2.3 Variation 2.
4.2.4 Variation 3.
4.2.5 Variation 4.
4.2.6 Variation 5.
4.2.7 Coda und Nachspiel
Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, wie Franz Schubert das Gedicht „Der Tod und das Mädchen“ von Matthias Claudius in seinem gleichnamigen Lied und später im zweiten Satz seines d-Moll-Streichquartetts musikalisch verarbeitet und interpretiert. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der kompositorischen Mittel, mit denen Schubert das ambivalente Verhältnis von Weiblichkeit und Tod darstellt.
3.1.1 Zur Vertonung des Vorspiels und der Mädchen-Strophe
Das Vorspiel besteht aus einer 8-taktigen Periode mit jeweils einem 4-taktigen Vorder- und Nachsatz. Im Alla-breve-Takt wird im mäßigen Tempo ein langsamer Schreittanz im Stil einer Pavane eingeführt, was auf den mittelalterlichen Volksglauben des Totentanzes hinweist. Dem sonst feierlichen bzw. pompösen Charakter der Pavane, die traditionsgemäß an besonderen öffentlichen Anlässen an Königs- und Fürstenhöfen spielt wurde, wird hier d-Moll und pp-Dynamik entgegengesetzt. Dadurch erklingt sie als introvertiert-melancholischer Trauermarsch, ähnlich wie bei Beethovens 7. Sinfonie im 2. Satz. Schubert greift nicht zufällig auf diese Tanzform zurück: Trotz der Innerlichkeit der musikalischen Ausführung wird der imposante Charakter der Pavane und des Vorspiels als Todesmotiv verwendet, um somit dessen Übermächtigkeit auf eine subtile Art anzudeuten.
In diesen ersten acht Takten sind alle Stimmen des Klaviersatzes homorhythmisch in Akkordfolgen dargestellt, in der Reihe von einer halben Note und zweier Viertelnoten (lang-kurz-kurz). Die melodische Bewegung ist minimal: In den Takten 1 und 2 bewegen sich zunächst nur die mittleren Stimmen im Terz-Abstand. Die Oberstimme verlässt ab der Mitte des zweiten Taktes den bisher liegenden Grundton und bewegt sich in den nächsten eineinhalb Takten in Sekundschritten hinauf und herunter, während der Bass zwischen Tonika und Dominante wechselt. Die vier Takte des Nachsatzes sind quasi eine Wiederholung der ersten vier; nur die Bassstimme erscheint leicht alteriert.
Einleitung: Einführung in das literarische Sujet der Begegnung von Weiblichkeit und Tod sowie die theoretische Fundierung durch den Vergleich mit historischen Darstellungen.
1.0 Schubert als Liedkomponist: Einblick in Schuberts Entwicklung als Liedkomponist und seinen Anspruch an die Vertonung lyrischer Texte.
2.0 „Der Tod und das Mädchen“: das Gedicht: Analyse des Gedichts von Matthias Claudius und seiner Einordnung in die zeitgenössische Todesthematik.
3.0 „Der Tod und das Mädchen“: das Lied: Detaillierte musikanalytische Betrachtung des Liedes unter Berücksichtigung der Struktur und der Vertonung der Textvorlage.
4.0 Schubert und das Streichquartett: Darstellung von Schuberts Weg zur Gattung des Streichquartetts und der spezifischen kompositorischen Besonderheiten seines d-Moll-Quartetts.
Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse und Würdigung von Schuberts kompositorischem Können in Bezug auf die narrative Gestaltung durch absolute Musik.
Franz Schubert, Der Tod und das Mädchen, Liedkomposition, Streichquartett, Matthias Claudius, Todesthematik, Musikanalyse, Variationsform, Romantik, Thanatos, Musikgeschichte, Intertextualität, Kompositionstechnik, Gattungsentwicklung, d-Moll.
Die Arbeit analysiert die musikalische Transformation des Gedichts „Der Tod und das Mädchen“ von Matthias Claudius durch Franz Schubert, sowohl in seiner Liedfassung als auch im zweiten Satz des Streichquartetts in d-Moll.
Zentrale Themen sind die historische Auffassung des Todes in der Kunst, die Analyse des lyrischen Textes und deren musikalischer Ausdruck durch spezifische harmonische und rhythmische Mittel.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Schubert die Stimmung und das dramatische Potenzial der lyrischen Vorlage in die abstrakte Welt der Instrumentalmusik überträgt und dabei formale Konzepte wie die Variationsform meisterhaft einsetzt.
Es handelt sich um eine musikanalytische Arbeit, die durch musikwissenschaftliche Quellen, historische Kontexte und formale Werkanalyse (Partituranalyse) fundiert ist.
Im Hauptteil werden sowohl das Lied als auch das Streichquartett detailliert analysiert, wobei besonders die Unterschiede und Parallelen in der Vertonung der Textvorlage und der strukturellen Organisation (z. B. Variationsform) untersucht werden.
Wichtige Begriffe sind „Todessymbolik“, „Musikalischer Topos“, „Variationstechnik“, „Romantische Liedästhetik“ und „Dramaturgische Gestaltung“.
Während im Lied die Sprache als expliziter Informationsträger fungiert, muss Schubert im Streichquartett das dramatische Geschehen ausschließlich durch absolute Musik, also durch musikalische Parameter wie Dynamik, Tempo und Harmonik, verdeutlichen.
Das Daktylus-Schema ist für Schubert ein wiederkehrendes, leitmotivisches Element, das in der Analyse als musikalisches Todessymbol identifiziert wird, welches Ruhe und Übermächtigkeit vermittelt.
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