Bachelorarbeit, 2020
48 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Produktivität – Begriffsdefinition und OECD–Staaten im Vergleich
3 Erklärungsansätze zum rückläufigen Produktivitätswachstum in Deutschland
3.1 Methodisches Vorgehen
3.2 Strukturwandel der Volkswirtschaft
3.2.1 Forschungsstand
3.2.2 Empirische Auswertung
3.3 Demografischer Wandel
3.3.1 Forschungsstand
3.3.2 Empirische Auswertung
3.4 Digitalisierung und IKT
3.4.1 Forschungsstand
3.4.2 Empirische Auswertung
3.5 Forschungsquote
3.5.1 Forschungsstand
3.5.2 Empirische Auswertung
3.6 Investitionsquote
3.6.1 Forschungsstand
3.6.2 Empirische Auswertung
3.7 Weitere Erklärungen
3.7.1 Produktivitätsdivergenzen zwischen den Unternehmen
3.7.2 Ausschöpfung technologischer Potenziale
3.7.3 Einfluss der Geldpolitik
3.7.4 Arbeitsmarkt und Beschäftigung
4 Implikationen für die Wirtschaftspolitik
5 Schlussbewertung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen des rückläufigen Produktivitätswachstums in Deutschland und ausgewählten OECD-Staaten. Ziel ist es, die Entwicklung dieses Wachstums aufzuzeigen, die bedeutendsten Erklärungsansätze für Deutschland darzustellen und mittels linearer Korrelationsanalysen mögliche Zusammenhänge zwischen ökonomischen Hypothesen und dem Produktivitätswachstum zu prüfen.
3.2 Strukturwandel der Volkswirtschaft
In entwickelten Volkswirtschaften nimmt der Anteil des Dienstleistungssektors an der Gesamtwirtschaft eine immer bedeutendere Rolle ein. Die theoretische Grundlage bildet unter anderem die von Jean Fourastié (1969) mitentwickelte Drei–Sektoren–Hypothese, welche den langfristigen Strukturwandel der Wirtschaftssektoren in einer Volkswirtschaft beschreibt. Der Ansatz untergliedert die Entwicklung einer Ökonomie in drei Phasen. In der ersten Phase ist diese vor allem durch die Rohstoffgewinnung gekennzeichnet. Der primäre Sektor, also zum Beispiel die Agrarwirtschaft und die Gewinnung von Bodenschätzen, nimmt einen Großteil der wirtschaftlichen Aktivität ein. Aufgrund von Produktivitätssteigerungen durch technischen Fortschritt werden durch Automatisierung immer weniger Erwerbspersonen im primären Sektor benötigt und die freiwerdende Arbeitskraft verlagert sich in den sekundären Sektor. Dieser ist vor allem gekennzeichnet durch die Verarbeitung von Rohstoffen, bzw. die industrielle Wertschöpfung. Auch in diesem Sektor führt technischer Fortschritt zu einer Automatisierung, wodurch weniger Erwerbspersonen in diesen beiden Sektoren benötigt werden. Dies hat nun zu einer Verlagerung der Erwerbspersonen hin in den tertiären Sektor zur Folge. Abbildung 2 zeigt die Entwicklung des Dienstleistungssektors in Deutschland, gemessen als relativer Anteil der Erwerbspersonen an der Gesamtzahl der Erwerbspersonen.
So stieg in Deutschland der Anteil der Erwerbspersonen im Dienstleistungssektor an der Gesamtzahl der Erwerbsbevölkerung von 42,06% im Jahre 1970 auf einen Wert von 67,09% im Jahr 2019 an und unterliegt fast durchgängig einem Aufwärtstrend. Die Hypothese zur sektoralen Entwicklung von Fourastié (1969) lässt sich anhand der Entwicklung der Erwerbspersonen im Dienstleistungssektor vereinfacht darstellen und eine Tertiarisierung der Volkswirtschaft gemessen an den Erwerbspersonen kann festgestellt werden. Der primäre und sekundäre Sektor zeichnen sich durch Produktivitätssteigerungen aufgrund von technischem Fortschritt aus, weswegen Erwerbspersonen rationalisiert und durch den verstärkten Automatisierungsprozess substituiert werden können. Der Dienstleistungssektor hingegen ist weniger von Produktivitätssteigerungen gekennzeichnet. Dies begründet sich vor allem bei personenbezogenen Dienstleistungen in der schlechten Substituierbarkeit von menschlicher Arbeit durch Maschinen und der limitierten Implementierung von technischen Innovationen bei eben diesen Tätigkeiten (Weber et al., 2017).
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Rückgang des Produktivitätswachstums in Deutschland und anderen OECD-Staaten, stellt die Forschungsfrage und erläutert den Aufbau der Untersuchung.
2 Produktivität – Begriffsdefinition und OECD–Staaten im Vergleich: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Produktivität, beleuchtet deren Bedeutung für den Lebensstandard und gibt einen Überblick über die langfristige Wachstumsentwicklung in den OECD-Ländern.
3 Erklärungsansätze zum rückläufigen Produktivitätswachstum in Deutschland: Dieser Hauptteil analysiert empirisch und literaturbasiert verschiedene Erklärungsfaktoren für das nachlassende Produktivitätswachstum, wie Strukturwandel, Demografie, IKT, Forschungsinvestitionen und geldpolitische Rahmenbedingungen.
4 Implikationen für die Wirtschaftspolitik: Hier werden auf Basis der vorangegangenen Analyse wirtschaftspolitische Maßnahmen diskutiert, die das Produktivitätswachstum stimulieren könnten, einschließlich Förderungen für Innovationen und Unternehmensgründungen.
5 Schlussbewertung: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und resümiert, dass der Rückgang des Produktivitätswachstums auf einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Faktoren beruht, das durch gezielte politische Maßnahmen adressiert werden sollte.
Produktivitätswachstum, OECD-Staaten, Deutschland, Strukturwandel, Drei-Sektoren-Hypothese, demografischer Wandel, Digitalisierung, IKT-Investitionen, Forschungsquote, Investitionsquote, Arbeitsproduktivität, Innovation, Unternehmensgründungen, Geldpolitik, Arbeitsmarkt
Die Arbeit befasst sich mit den Gründen für das langfristig rückläufige Produktivitätswachstum in Deutschland sowie in anderen OECD-Staaten und analysiert deren Zusammenhänge.
Die Arbeit behandelt unter anderem den sektoralen Strukturwandel, demografische Verschiebungen, die Rolle von Investitionen in IKT und Forschung, sowie unternehmensspezifische Produktivitätsdivergenzen.
Ziel ist es, die Entwicklung des Produktivitätswachstums aufzuzeigen und durch lineare Korrelationsanalysen zu prüfen, wie sich verschiedene wirtschaftliche Erklärungsansätze statistisch mit dem Rückgang verhalten.
Die Arbeit verwendet eine Kombination aus einer fundierten Literaturstudie und einer quantitativen empirischen Analyse mittels Korrelationskoeffizienten nach Pearson unter Berücksichtigung von verzögerten Effekten.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Erklärungsansätze (z.B. Strukturwandel, Demografie, Digitalisierung, Forschungs- und Investitionsquoten), die jeweils theoretisch erläutert und im Anschluss empirisch ausgewertet werden.
Wichtige Schlagworte sind Produktivitätswachstum, OECD, Strukturwandel, Demografie, Digitalisierung, IKT, FuE-Ausgaben und Investitionsquote.
Das Jahr 1991 gilt als statistischer Bruch in den Daten, weshalb die statistische Auswertung zur besseren Vergleichbarkeit in verschiedene Zeiträume unterteilt wurde.
Baumol erklärt, dass der Dienstleistungssektor oft geringere Produktivitätszuwächse als die Industrie aufweist, was bei einem zunehmenden Anteil dieses Sektors an der Gesamtwirtschaft zu einem Sinken des aggregierten Produktivitätswachstums führt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

