Masterarbeit, 2020
106 Seiten, Note: gut
1 Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
1.3 Abgrenzung der Arbeit
2 Theoretischer Teil
2.1 Grundbegriffe
2.1.1 Trauer
2.1.2 Motiv
2.1.3 Kondolenz
2.2 Grundlagen der Trauer
2.2.1 Trauerprozess
2.2.2 Trauerrituale
2.2.3 Trauerkultur im Wandel
2.3 Mediatisierung der Trauer
2.3.1 Virtuelle Friedhöfe und Gedenkseiten
2.3.2 Trauerplattformen
2.3.3 Conclusion
2.4 Grundlagen der Motiv- und Mediennutzungsforschung
2.4.1 Motiv- und Bedürfnistheorien
2.4.2 Mediennutzungstheorien
2.4.3 Conclusion
3 Empirischer Teil
3.1 Auswahl der Erhebungsmethode
3.2 Forschungsdesign
3.3 Gütekriterien
3.4 Auswertungsmethodik der qualitativen, narrativen Interviews
3.5 Übersicht der Ergebnisse
3.5.1 Durchführung der narrativen Interviews
3.5.2 Übersicht der Interviewpartnerinnen und Interviewpartner
3.6 Zusammenfassende qualitative Inhaltsanalyse
3.6.1 Kategorien
3.6.2 Auswertung und Interpretation der Motive
3.6.3 Beobachtungen im Feld
4 Diskussion der Ergebnisse
4.1 Reflexion der Vorgehensweise
4.2 Reflexion der Gütekriterien
4.3 Interpretation der Ergebnisse
4.3.1 Beantwortung der Forschungsfrage
4.3.2 Reflexion der Ergebnisse
5 Fazit und kritischer Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Beweggründe von Menschen, ihr Beileid öffentlich im Internet zu bekunden, wobei der Fokus auf der Nutzung der Trauerplattform "Trauerhilfe" liegt. Ziel ist die Identifizierung und Betrachtung verschiedener Motive, die Menschen dazu veranlassen, virtuelle Kondolenzeinträge zu verfassen oder Gedenkkerzen zu entzünden.
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
Im Fokus dieser Masterthesis stehen die Identifizierung und die Betrachtung der verschiedenen Motive von Menschen, ihr Beileid öffentlich im Internet zu bekunden. Vorrangig werden die Daten von Nutzerinnen und Nutzern der Trauerplattform Trauerhilfe gewonnen. Nach Freigabe der Angehörigen werden vom jeweiligen Bestattungsunternehmen alle Traueranzeigen von Verstorbenen auf dieser Seite veröffentlicht. Diese Trauerplattform weist daher einen hohen Bekanntheitsgrad auf.
Warum sehen sich Menschen dazu veranlasst, ihre Betroffenheit und Anteilnahme bei einem Trauerfall öffentlich zu bekunden? Was bewegt sie dazu, schriftliche Einträge im virtuellen Kondolenzbuch zu verfassen oder eine virtuelle Gedenkkerze für Verwandte, gute Freundinnen und Freunde oder auch für Fremde zu entzünden?
Demnach ergibt sich folgende forschungsleitende Fragestellung: Welche Motive bewegen Menschen, virtuell zu kondolieren?
Als Hypothese wird angenommen, dass die eigene unverarbeitete Trauer eine Rolle spielt, weshalb Menschen sich regelmäßig über Trauerfälle informieren, virtuelle Kondolenzeinträge verfassen oder virtuelle Gedenkkerzen entzünden.
Im ersten Abschnitt werden die wichtigsten Begriffe, die für das Verständnis der weiteren Arbeit von Bedeutung sind, genannt und erklärt. Ferner beschäftigt sich dieser Teil mit den theoretischen Grundlagen der Trauer, mit dem Wandel und der Mediatisierung der Trauer sowie mit der Entwicklung virtueller Formen des Gedenkens an Verstorbene.
Darüber hinaus wird im Zusammenhang damit die interdisziplinäre Motiv- und Mediennutzungsforschung diskutiert. Dieser Teil der Arbeit versucht Antworten auf die Forschungsfrage sowie auf die abgeleitete Hypothese zu finden.
Im empirischen Teil werden narrative Interviews mit Nutzerinnen und Nutzern der Trauerplattform Trauerhilfe geführt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden gemäß der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet und anschließend die Ergebnisse zusammengefasst und visualisiert.
1 Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Relevanz des Themas dar, erläutert die Forschungsfrage und beschreibt das methodische Vorgehen der Arbeit.
2 Theoretischer Teil: Hier werden grundlegende Begriffe definiert, die Trauerforschung sowie die Mediatisierung der Trauer erläutert und Theorien der Motiv- und Mediennutzungsforschung vorgestellt.
3 Empirischer Teil: Dieser Abschnitt beschreibt die qualitative Forschungsmethode, das Forschungsdesign, die Gütekriterien und die Durchführung der narrativen Interviews inklusive der Kategorienbildung.
4 Diskussion der Ergebnisse: Dieses Kapitel reflektiert die gewählte Vorgehensweise sowie die Gütekriterien und interpretiert die gewonnenen Ergebnisse zur Beantwortung der Forschungsfrage.
5 Fazit und kritischer Ausblick: Hier werden die wesentlichen Erkenntnisse der Masterarbeit zusammengefasst und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Trauerkultur im Internet gegeben.
Trauer, Trauerplattform, Trauerhilfe, Kondolenz, Virtuelle Gedenkkerze, Mediennutzung, Motivforschung, Mediatisierung, Digitale Trauerkultur, Qualitative Inhaltsanalyse, Narrative Interviews, Soziale Interaktion, Trauerprozess, Motiv, Bedürfnis.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel der Trauerkultur im Internet und untersucht, aus welchen Gründen Menschen virtuelle Angebote wie Trauerplattformen nutzen.
Zentral sind die Themen Tod, Trauer und deren Mediatisierung sowie die psychologischen und sozialen Motive hinter der digitalen Kondolenz.
Das primäre Ziel ist die Identifizierung und Betrachtung der Motive, die Menschen dazu bewegen, ihr Beileid öffentlich auf Plattformen wie "Trauerhilfe" zu bekunden.
Die Autorin wählte einen qualitativen Forschungsansatz mittels narrativer Interviews, die anschließend nach der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Trauerforschung und Motivlehre sowie einen empirischen Teil, der zehn Interviews analysiert und kategorisiert.
Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Trauer, virtuelle Beileidsbekundung, Motivforschung, Mediennutzung und digitale Trauerkultur definieren.
Die Corona-Krise hat die Entwicklung hin zu virtuellen Formen des Abschiednehmens beschleunigt, da durch Kontaktbeschränkungen persönliche Beileidsbezeugungen nur begrenzt möglich waren.
Das Bedürfnis nach Spiritualität, wie z.B. der Glaube an ein Leben nach dem Tod oder eine höhere Verbundenheit, erweist sich als ein wesentliches Motiv für das Entzünden virtueller Gedenkkerzen.
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