Masterarbeit, 2019
128 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen und grundsätzliche Motivation der Finanzmarktregulierung
2.1 Abgrenzung und Einordnung von Finanz- und Bankenmärkten
2.1.1 Volkswirtschaftliche Bedeutung und Funktionen der Finanzintermediation
2.1.2 Zentrale Charakteristika von Finanzmärkten
2.1.3 Systematik des Bankgeschäfts
2.1.4 Struktur und Aufbau von Bankenmärkten
2.2 Motive und Ziele der (De-)Regulierung des Finanzsektors
2.2.1 Rückblick Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrise
2.2.2 Makroökonomisches und finanzielles Umfeld
2.2.3 Überblick gegenwärtiger Risikofaktoren für die Finanzstabilität
3 Die europäische Finanzmarktregulierung im internationalen Kontext
3.1 Basel III
3.1.1 Kapitalanforderungen
3.1.2 Liquiditätsvorgaben
3.2 Institutionelle Struktur der europäischen Finanzmarktaufsicht und die Elemente der Europäischen Bankenunion
3.2.1 Einheitlicher Bankenaufsichtsmechanismus
3.2.2 Einheitlicher Bankenabwicklungsmechanismus
3.2.3 Gemeinsame Einlagensicherung
4 Diskussion von Deregulierungspotenzialen am Beispiel gegenwärtiger Herausforderungen und Maßnahmen der Finanzmarktregulierung
4.1 Disproportionalität der Bankenregulierung
4.1.1 Exkurs: Ertragslage deutscher Kreditinstitute
4.1.2 Regulierungs- und Aufsichtskosten
4.1.3 Wettbewerbs- und Fusionsdruck im deutschen Bankenmarkt
4.2 Externalitäten der Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen
4.2.1 Wechselwirkung zwischen Finanzstabilität, Kapitalkosten und Profitabilität
4.2.2 Auswirkungen auf die Kreditvergabe
4.3 Regulierungsarbitrage
4.3.1 Verlagerung von Risiken auf den Schattenbankensektor
4.3.2 Trade-off zwischen Systemstabilität und internationaler Wettbewerbsfähigkeit
5 Schlussfolgerungen
5.1 Fazit
5.2 Ausblick
Die Arbeit untersucht die Zweckmäßigkeit der gegenwärtigen Finanzmarktregulierung im Bankensektor und beurteilt die potenzielle Notwendigkeit von Deregulierungsmaßnahmen unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob die durch Regulierungen angestrebte Finanzstabilität die damit verbundenen Kosten hinsichtlich der Beeinträchtigung volkswirtschaftlicher Funktionen der Finanzmärkte rechtfertigt.
2.1.1 Volkswirtschaftliche Bedeutung und Funktionen der Finanzintermediation
Ein Unternehmer benötigt i. d. R. (zusätzliches) Kapital, um seine Geschäftsideen zu verwirklichen. Ähnliches gilt für schon am Markt bestehende Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb erhalten, Innovationen vorantreiben und Gewinne erzielen wollen. Derartige Finanzierungsbedürfnisse charakterisieren Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, private Haushalte und Staaten als Defiziteinheiten. Umgekehrt haben Überschusseinheiten ein Interesse daran, ihr überschüssiges Kapital zu investieren und es den Defiziteinheiten für die Finanzierung ihrer Projekte zur Verfügung zu stellen. Dem unmittelbaren Aufeinandertreffen von Defizit- und Überschusseinheiten stehen in der Realität jedoch diverse Hemmnisse entgegen, die für die potenziellen Vertragspartner – wenn überhaupt – nur mit hohen Kosten überbrückbar wären.
Außer der bloßen Identifikation eines entsprechenden Kontrahenten beträfe dies bei der Überlassung bzw. Aufnahme von Fremdkapital, beispielsweise in Form eines Darlehens, mitunter Informationen in Bezug auf die Bonität des Schuldners sowie die Gestaltung und Überwachung des Schuldverhältnisses. Aber auch eine Kapitalanlage oder -aufnahme über die Anschaffung bzw. Ausgabe von Wertpapieren sowie deren Übertragung und Verwahrung bedürften – neben einer rechtlichen Grundlage – eines zwischengeschalteten Intermediäres. Kurzum: In einer Welt ohne Finanzmärkte und -intermediäre würden Ideen nicht umgesetzt, überschüssiges Kapital nicht investiert.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik nach der Finanzkrise 2008 ein und skizziert die Fragestellung nach der Zweckmäßigkeit der aktuellen Regulierungsmaßnahmen.
2 Theoretische Grundlagen und grundsätzliche Motivation der Finanzmarktregulierung: Dieses Kapitel erarbeitet die theoretischen Grundlagen der Finanzintermediation und beleuchtet die Motive sowie Ziele der Regulierung des Finanzsektors.
3 Die europäische Finanzmarktregulierung im internationalen Kontext: Hier werden die internationalen Standards nach Basel III sowie die institutionelle Architektur der Europäischen Bankenunion detailliert dargestellt.
4 Diskussion von Deregulierungspotenzialen am Beispiel gegenwärtiger Herausforderungen und Maßnahmen der Finanzmarktregulierung: Dieser Hauptteil analysiert disproportionale Auswirkungen der Regulierung, Externalitäten von Anforderungen und die Problematik der Regulierungsarbitrage.
5 Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen, zieht ein Fazit zu den Deregulierungspotenzialen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.
Finanzmarktregulierung, Bankenregulierung, Basel III, Europäische Bankenunion, Finanzstabilität, Deregulierung, Eigenkapitalanforderungen, Liquiditätsvorgaben, Kosten-Nutzen-Analyse, Schattenbanken, Regulierungsarbitrage, Systemrelevanz, Kreditvergabe, Einlagensicherung, Bankenmarkt
Die Arbeit befasst sich mit den aktuellen Herausforderungen und Regulierungsmaßnahmen im europäischen Finanz- und Bankensektor und prüft kritisch, ob eine Deregulierung aufgrund potenzieller Ineffizienzen notwendig ist.
Die zentralen Themen umfassen die Regulierung nach Basel III, die Europäische Bankenunion, die Kostenbelastung durch regulatorische Anforderungen sowie die Auswirkungen auf Kreditvergabe und Wettbewerbsfähigkeit.
Die zentrale Frage lautet, ob die Notwendigkeit einer Deregulierung besteht und ob die Nutzen einer Regulierung, wie etwa die Finanzstabilität, die damit verbundenen Kosten für die Banken übersteigen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse aktueller Wirtschaftsberichte, wobei insbesondere eine Kosten-Nutzen-Betrachtung regulatorischer Eingriffe angewandt wird.
Der Hauptteil analysiert die Proportionalität der Regulierung, die Kostenbelastung für unterschiedliche Institutsgruppen, die Auswirkungen auf Eigenkapital und Kreditvergabe sowie das Risiko der Regulierungsarbitrage.
Die Arbeit lässt sich primär über die Schlagworte Finanzmarktregulierung, Basel III, Europäische Bankenunion, Systemstabilität und Proportionalität definieren.
Das deutsche Drei-Säulen-System wird aufgrund seiner hohen Relevanz für die bankenorientierte deutsche Volkswirtschaft besonders hervorgehoben, um die spezifische Betroffenheit kleiner und mittlerer Institute durch die Regulierung zu verdeutlichen.
Der Autor verneint die pauschale Notwendigkeit einer Deregulierung, sieht jedoch punktuellen Modifizierungsbedarf zur Entlastung kleinerer Institute und zur Erhöhung der Proportionalität.
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