Bachelorarbeit, 2019
66 Seiten, Note: 2.0
1. Einleitung
2. Synchrone Textanalyse
2.1 Synchrone Literarkritik
2.1.1 Syntaktische Analyse
2.1.1.1 Grammatikalische Syntaktik
2.1.1.2 Stilistische Syntaktik
2.1.2 Semantische Analyse
2.1.2.1 Textsemantik
2.1.3 Gliederung
2.2 Form- und Gattungskritik
2.2.1 Die Frage nach dem genus litterarium
2.2.2 „Sitz im Leben“
2.2.3 Patternanalyse nach Gerd Theißen
3. Diachrone Analyse
3.1 Motiv- und Traditionskritik
3.2 Überlieferungs- und Redaktionskritik
3.2.1 Synoptischer Vergleich
4. Einzelauslegung
5. Theologische Kritik
6. Wirkungsgeschichte
7. Literaturverzeichnis
8. Materialblätter
8.1 Tabellarische Darstellung der Pronominalverweisung
8.2 Tabellarische Darstellung der Konjunktionen
8.3 Semantische Oppositionen und Parallelen
Ziel dieser Arbeit ist die historisch-kritische Analyse der Perikope Mk 5,21-43, um die theologische Gestalt der Heilung der blutflüssigen Frau sowie der Auferweckung der Tochter des Jairus zu erfassen und die Bibel als geschichtlichen Ort zu kontextualisieren.
2. Synchrone Textanalyse
Zu Beginn ist zu klären, wo die vorliegende Perikope Mk 5,21-43 beginnt und wo sie endet. Dazu wird zunächst das Augenmerk auf die Orts-, Personen- und Handlungswechsel gerichtet. Mk 5,1 berichtet, dass „sie […] an das andere Ufer des Sees, in das Gebiet von Gerasa“ kamen. Die folgende Aussage zeigt an, dass es sich bei dem Gebiet um eine fremde, heidnische Region handelt. So wird deutlich, dass Mk 5,21 durch die Ankunft am anderen Ufer des Sees einen Ortswechsel impliziert. Dabei ist zu erwähnen, dass es sich bei dem Ortswechsel nicht allein um einen geografischen, sondern zusätzlich um einen Gebietswechsel vom heidnischen zum jüdischen Bereich handelt.
Durch die wechselnde Ortsangabe grenzt sich die vorliegende von der angrenzenden Textgröße ab. Allerdings verweist die zwar wechselnde, aber der Leserin/dem Leser gewiss nicht unbekannte Ortsangabe zusätzlich auf „Motive der vorausgegangenen Wundererzählung“ hin. So knüpft die Überfahrt über den See in V. 21 an die aus Mk 5,1 an, sowie Mk 5,18 und der Aufenthalt auf dem See im gleichbleibenden Vers an Mk 4,1, sodass die jeweiligen Textgrößen durch einen „Übergang“, nämlich auf demselben See, miteinander verknüpft sind und sich daher als eine „Art Sammelbericht“ charakterisieren lassen. Zusätzlich verdeutlicht das Adverb „wieder“ (Mk 5,21) die Verbundenheit der vorliegenden mit den vorausgegangenen Texteinheiten.
V. 12, der die Textgröße, wie bereits vermerkt, anhand eines Orts-/Gebietswechsels einleitet, stellt nachfolgend den Protagonisten Jesus vor, ehe in V. 22 eine „große Menschenmenge“ (Mk 5,21) als entsprechende Zwischenspieler auftritt, wenn der Synagogenvorsteher mit seinem Beruf, seinem Namen und durch sein dreifaches Handeln, dass er Jesus sieht, ihm zu Füßen fällt und ihn darum bittet, seiner Tochter die Hände aufzulegen. Die Tatsache, dass der Antagonist ein Synagogenvorsteher ist, unterstützt die Annahme, dass es sich um jüdisches Gebiet handelt, auf dem Jesus sich nun befindet.
1. Einleitung: Festlegung des Themas Mk 5,21-43 als narrative biblische Theologie und Definition des Ziels der historisch-kritischen Untersuchung.
2. Synchrone Textanalyse: Untersuchung der Textkohärenz, Strukturmerkmale und der Gattung der Perikope als ineinander verschachtelte Doppelgeschichte.
3. Diachrone Analyse: Analyse der Entstehungsgeschichte mittels Motiv- und Traditionskritik sowie Untersuchung der redaktionellen Arbeit des Markusevangelisten.
4. Einzelauslegung: Detaillierte exegetische Betrachtung der einzelnen Verse zur Erhellung der theologischen Bedeutung.
5. Theologische Kritik: Abschließende Wertung der theologischen Akzente, insbesondere zur eschatologischen Bedeutung und der Rolle des Glaubens.
6. Wirkungsgeschichte: Kurzer Abriss zur Bedeutung der Perikope in der Rezeptionsgeschichte der Kirche.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
8. Materialblätter: Anhänge zur vergleichenden Darstellung von Pronominalverweisungen, Konjunktionen und semantischen Oppositionen.
Markusevangelium, Jairus, Heilung, blutflüssige Frau, Wundergeschichte, Glaube, historisch-kritische Methode, Exegese, Redaktionskritik, Doppelperikope, Messiasgeheimnis, Auferweckung, Eschaton, Synagogenvorsteher, Sinnlinien.
Die Bachelorarbeit behandelt die Exegese der biblischen Perikope Mk 5,21-43, die Heilung einer blutflüssigen Frau sowie die Auferweckung der Tochter des Jairus.
Im Zentrum stehen die narrative biblische Theologie des Markusevangeliums, die Analyse von Wundertaten und die Bedeutung des Glaubens als Schlüssel zur Heilung.
Das Ziel ist, die Perikope mithilfe einer historisch-kritischen Analyse zu deuten, um die theologische Gestalt des Textes zu erfassen und Jesus im geschichtlichen Kontext des Evangeliums zu verorten.
Die Arbeit nutzt die historisch-kritische Methode, bestehend aus synchroner Textanalyse, Form- und Gattungskritik, Traditionskritik, Redaktionskritik und Einzelauslegung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine synchrone Analyse (Literarkritik, Textsemantik), eine diachrone Analyse (Motiv- und Traditionskritik, Redaktionskritik) sowie eine detaillierte Einzelverse-Exegese.
Markusevangelium, Wundergeschichte, Glaube, Exegese, Redaktionskritik und Doppelperikope sind zentrale Begriffe.
Weil zwei ursprünglich isolierte Wundererzählungen durch den Evangelisten Markus redaktionell miteinander verschachtelt wurden, um eine inhaltliche Steigerung und gegenseitige Interpretation zu erzielen.
Das Messiasgeheimnis dient bei Markus dazu, die Wunderheilungen nicht als bloße magische Akte zu missverstehen, sondern sie in den Kontext des Leidens- und Wegeskonzepts Jesu zu stellen.
Matthäus fokussiert stark auf das Wort Jesu und die Entmagisierung der Handlung, während Lukas die Vollmacht Jesu betont und soziale Aspekte oder die Rolle der Jünger leicht abwandelt.
Die Erzählung fordert dazu auf, soziale Grenzen zu überwinden, gegen den „Kult des Todes“ zu agieren und Vertrauen in die bedingungslose Zuwendung Gottes zu setzen.
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