Bachelorarbeit, 2020
90 Seiten, Note: 1,2
1. Einführung
1.1 Hintergrund und Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Methodik und Aufbau
2. Grundstruktur und Auswirkungen der Textil- und Bekleidungsindustrie
2.1 Begriff und Branchenstruktur
2.2 Die Fast Fashion Industrie
2.3 Auswirkungen der Fast Fashion Industrie
2.3.1 Sozioökonomische Auswirkungen
2.3.2 Ökologische Auswirkungen
2.4 Fast Fashion vs. Slow Fashion
3. Das Konzept der Kreislaufwirtschaft
3.1 Herkunft und Definition der Kreislaufwirtschaft
3.2 Cradle-to-Cradle
3.2.1 Dimensionen der Kreislaufwirtschaft
3.3 Closed-Loop-System
4. Die Kreislaufwirtschaft als alternatives Geschäftsmodell
4.1 Nachhaltige Geschäftsmodellinnovationen
4.2 Zirkuläre Geschäftsmodelle
4.2.1 Treiber, Prinzipien und Strategien
4.2.2 ReSOLVE
4.3 Die Verbindung von Zirkularität und Nachhaltigkeit
4.4 Zirkuläre Geschäftsmodelltypen
4.4.1 Circular Business Model Canvas
4.4.2 Fünf zirkuläre Geschäftsmodelle nach Lacy und Rutqvist
4.5 Chancen und Barrieren zirkulärer Geschäftsmodelle
5. Die Kreislaufwirtschaft in der Bekleidungsindustrie
5.1 Definition des Begriffs Textile Kreislaufwirtschaft
5.2 Post-Retail Initiativen
5.3 Das 5 R-Konzept des textilen Wertschöpfungskreislaufes
5.3.1 Redesign und Reimagine
5.3.2 Reduce
5.3.4 Reuse
5.3.5 Recycle
5.4 Zusammenfassung und Fazit
6. Fallstudie Patagonia, Inc.
6.1 Methodische Vorgehensweise
6.1.1 Auswahl des Unternehmens
6.1.2 Erhebung der Daten
6.1.3 Datenanalyse und Interpretation
6.2 Einzelfallanalyse Patagonia, Inc.
6.2.1 Allgemeine Angaben zum Unternehmen
6.2.2 Zirkuläres Geschäftsmodell von Patagonia, Inc.
6.3 Erfolgspotenzial Analyse
6.4 Handlungsempfehlungen für Bekleidungsunternehmen
7. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Bachelorthesis zielt darauf ab, das Potenzial zirkulärer Geschäftsmodelle in der globalen Textil- und Bekleidungsindustrie zu untersuchen, um dem linearen "Take-Make-Dispose"-Modell entgegenzuwirken und Lösungen für Probleme wie kurze Produktlebenszyklen und hohen Ressourcenverbrauch zu finden.
Die Fast Fashion Industrie
In Folge der Internationalisierung und dem Aufkommen des Fast-Fashion-Systems in den 1990ern hat die Modebranche in den vergangenen 25 Jahren viele Veränderungen erfahren (vgl. Schulze, 2015). Dieser Trend führte zu einer Entwicklung vom traditionellen Angebot saisonaler Kollektionen hin zu einer wöchentlichen Auswahl neuer Produkte mit immer kürzeren Produktlebenszyklen sowie einem stetig wachsenden Massenkonsum (vgl. Remy et al., 2016; EMF, 2017; Henninger, 2015). Fast Fashion wird davon bestimmt aktuelle, modisch ausgerichtete Trends von agierenden Designern im hohen Preissegment zu kopieren, diese innerhalb weniger Wochen zu produzieren und zu einem vielfach günstigeren Preis auf dem Markt anzubieten (vgl. Schulze, 2015). Führende Fast Fashion Unternehmen wie Inditex, Nike, H&M oder Adidas weisen ein stetiges Wachstum auf und generieren Milliarden Umsätze innerhalb kürzester Zeit (vgl. Stamm et al., 2019).
Zwischen den Jahren 2000 bis 2015 verdoppelte sich der Gesamtkonsum der globalen Bekleidungskäufe von etwa 50 Milliarden Bekleidungsstücken auf mehr als 100 Milliarden und wird mit fortsetzendem Wachstum bis 2050 schätzungsweise 160 Millionen Tonnen erreichen (vgl. EMF, 2017; Remy et al., 2016; Greenpeace e.V., 2017b). Gleichzeitig sank in den Jahren dabei die Anzahl und Dauer wie oft ein Kleidungsstück im Schnitt getragen wird (vgl. EMF, 2017). Des Weiteren kam es im Vergleich zu steigenden Preisen anderer Konsumgüter, in Folge der expandierenden Mittelschicht, seit Beginn des Jahrhunderts zu einer Preissenkung für Textilien und Bekleidung (vgl. Remy et al., 2016; WRAP, 2018).
Aktuell werden weniger als ein Prozent der zur Herstellung von Kleidung verwendeten Materialien in einem geschlossenen Kreislauf zu neuer Kleidung recycelt. Dies führt zu einem wirtschaftlichen Verlust von mehr als 87 Milliarden Euro jährlich in Form von Material (vgl. EMF, 2017; Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), 2019). Weltweit werden lediglich 20 Prozent der Kleidungsabfälle gesammelt, um wiederverwendet oder recycelt zu werden, während die restlichen 80 Prozent verbrannt oder deponiert werden. Dabei variiert die Infrastruktur für die Sammlung in Bezug auf Umfang und Effizienz, was zu großen Unterschieden zwischen den Ländern führt.
1. Einführung: Definition der Forschungsfrage und Einbettung in den Kontext des Ressourcenverbrauchs der Modebranche.
2. Grundstruktur und Auswirkungen der Textil- und Bekleidungsindustrie: Analyse der globalen Wertschöpfungsketten und der negativen sozioökonomischen sowie ökologischen Folgen der Fast Fashion Industrie.
3. Das Konzept der Kreislaufwirtschaft: Theoretische Herleitung des Circular Economy Modells, inklusive Cradle-to-Cradle und Closed-Loop-Systemen.
4. Die Kreislaufwirtschaft als alternatives Geschäftsmodell: Vorstellung von Strategien und Modellen wie dem Circular Business Model Canvas und dem ReSOLVE-Framework.
5. Die Kreislaufwirtschaft in der Bekleidungsindustrie: Untersuchung von Post-Retail Initiativen und dem 5 R-Konzept für eine zirkuläre textile Wertschöpfung.
6. Fallstudie Patagonia, Inc.: Empirische Analyse des Unternehmens Patagonia als Vorreiter für zirkuläre Geschäftsmodelle in der Outdoor-Branche.
7. Fazit und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Transformation der Branche.
Kreislaufwirtschaft, Circular Economy, Textilindustrie, Bekleidungsindustrie, Fast Fashion, Nachhaltigkeit, Geschäftsmodellinnovation, Patagonia, Ressourcenverbrauch, Cradle-to-Cradle, Closed-Loop-System, Wertschöpfungskette, Recycling, Produktlebenszyklus, Nachhaltige Entwicklung
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation der globalen Textil- und Bekleidungsindustrie von einem linearen Wirtschaftsmodell hin zu einer zirkulären Kreislaufwirtschaft, um ökologische und soziale Missstände zu minimieren.
Zu den zentralen Themen gehören die Fast Fashion Problematik, das Konzept der Circular Economy, verschiedene zirkuläre Geschäftsmodelltypen sowie deren praktische Umsetzung anhand des 5 R-Konzepts und des Circular Business Model Canvas.
Die Forschungsfrage lautet: „Wie können Bekleidungsunternehmen das Problem kürzerer Produktlebenszyklen sowie wachsenden Mengen an Ressourcenverbrauch lösen und zu einer nachhaltigeren Bekleidungsindustrie beitragen?“
Die Arbeit kombiniert einen theoretischen Teil mit einer empirischen Einzelfallanalyse (Fallstudie) des Unternehmens Patagonia, Inc., wobei die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring zur Auswertung verwendet wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des zirkulären Wirtschaftens, die Analyse der Auswirkungen der Fast Fashion Industrie und die detaillierte Fallstudie zu Patagonia, Inc., inklusive einer Untersuchung ihres Worn Wear Programms.
Wesentliche Begriffe sind Kreislaufwirtschaft (Circular Economy), Textil-Wertschöpfungskette, Nachhaltigkeit, zirkuläre Geschäftsmodelle und die Transformation hin zur ökologischen Verantwortung in der Bekleidungsproduktion.
Patagonia wurde aufgrund seiner Vorreiterrolle gewählt, da das Unternehmen bereits umfassend und erfolgreich zirkuläre Praktiken wie kostenlose Reparaturen und recycelte Materialien in sein Geschäftsmodell integriert hat und 2017 den „Accenture Strategy Award for Circular Economy“ gewann.
Das Worn Wear Programm verlängert den Produktlebenszyklus durch Reparaturen und den Weiterverkauf gebrauchter Kleidung, wodurch der Neukonsum reduziert und Ressourcen geschont werden.
Politische Rahmenbedingungen, wie der Aktionsplan zur Kreislaufwirtschaft der Europäischen Kommission, sind essenziell, um Anreize für Unternehmen zu schaffen und nationale Grenzen bei der Umsetzung zirkulärer Praktiken zu überwinden.
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