Masterarbeit, 2020
139 Seiten, Note: 1,6
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Methodisches Vorgehen
2 Grundlagen
2.1 Definitionen
2.1.1 Thanatologie
2.1.2 Sterben
2.1.3 Tod
2.1.4 Trauer
2.2 Gesellschaftliche Entwicklungen zu Tod und Sterben
2.2.1 Tabuthema Tod
2.2.3 Wie Kinder den Tod erleben
2.2.3.1 Früher
2.2.3.2 Heute
3 Umgang mit Tod und Sterben im Kindesalter
3.1 Verlusterfahrungen von Kindern
3.2 Erfahrungen von Kindern im Umgang mit dem Tod
3.2.1 Direkte Erfahrungen
3.2.2 Indirekte Erfahrungen
3.3 Todesvorstellungen / Todeskonzepte
3.3.1 Kognitive Komponenten / Subkonzepte
3.3.2 Todeskonzepte unterschiedlicher Altersstufen
3.3.2.1 Kinder zwischen drei und fünf Jahre
3.3.2.2 Kinder zwischen sechs und acht Jahre
3.3.2.3 Kinder ab dem neunten Lebensjahr
3.4 Der Trauerprozess
3.4.1 Trauerreaktionen
3.4.2 Aufgabenmodell der Trauer nach James William Worden
4 Death Education
4.1 Grundlagen
4.2 Aufgaben und Ziele
4.3 Wirksamkeit der Death Education
5 Tod und Sterben als Sachunterrichtsthema
5.1 Aufgaben und Ziele des Sachunterrichts
5.2 Verortung im Thüringer Lehrplan
5.3 Perspektivrahmen Sachunterricht
5.4 Möglichkeiten der Einbindung in den Sachunterricht
5.4.1 Thematische Zugänge
5.4.2 Praxisbeispiele
5.4.3 Rituale in der schulischen Trauerarbeit
5.4.4 Zusammenfassung
5.5 Schwierigkeiten der Thematisierung von Tod und Sterben innerhalb der Grundschule
6 Qualitative Forschungsmethoden
6.1 Qualitative Sozialforschung
6.1.1 Begründung der Forschungsmethode
6.1.2 Theoretische Hintergründe
6.2 Erhebungsverfahren
6.2.1 Begründung der Methodenwahl
6.2.2 Das problemzentrierte Interview mit Leitfaden
6.2.3.1 Vorbereitungen
6.2.3.2 Durchführung der Interviews
6.3 Datenauswertung mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Udo Kuckartz
6.3.1 Begründung zur Wahl der Auswertungsmethode
6.3.2 Merkmale & Ablauf der qualitativen Inhaltsanalyse
6.3.2.2 Grundbegriff der „Einheiten“
6.3.3 Merkmale und Ablauf der inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse mittels induktiver Kategorienbildung
6.3.3.1 MAXQDA-Software
6.3.3.2 Vorgehen bei der Analyse
7 Ergebnisse
7.1 Beschreibung der Stichprobe
7.2 Beschreibung der Kategorien
7.2.1 Thematisierung im gesellschaftlichen/privaten Kontext
7.2.2 Thematisierung im schulischen Kontext
7.2.3 Gründe für Tabuisierung
7.2.4 Vorteile
7.2.5 Nachteile
7.2.6 Kontextueller Zusammenhang
7.2.7 Mögliche Unterrichtsthemen
7.2.8 Keine Unterrichtsthemen
7.2.9 Thematisierung in Abhängigkeit der Klassenstufe
7.2.10 Religiöser Bezug
7.2.11 Information an Eltern
7.2.12 Unterstützung des Trauerprozesses
7.2.13 Wahlrecht der Eltern
7.3 Diskussion
8 Fazit
Die Forschungsarbeit untersucht, welche Standpunkte Eltern von Grundschulkindern zur Thematisierung von „Tod und Sterben“ im Sachunterricht einnehmen und welche Bedingungen sie mit diesem Prozess verknüpfen. Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die elterliche Haltung zu gewinnen, um eine fundierte Basis für die Integration dieses sensiblen Themas in den schulischen Bildungsalltag zu schaffen.
2.2.1 Tabuthema Tod
Bis in das 20. Jahrhundert war für die meisten Menschen der Tod ein öffentliches Ereignis und dementsprechend selbstverständlicher Bestandteil des eigenen Lebens und der Gemeinschaft. Es hatte einen enormen Einfluss auf das Lebensgefühl der Menschen.
Doch in der heutigen Zeit kann man eine Ausgrenzung dieser Problematik aus dem persönlichen, familiären und gesellschaftlichen Leben erkennen (vgl. Jennessen 2007, S.7). Der Öffentlichkeitscharakter des Todes ist nicht mehr zu erkennen (vgl. Iskenius-Emmler 1988, S.47). Dies zeigt sich durch eine „gewisse Sprachlosigkeit bzw. eine gehemmte Kommunikation“ (Zingrosch, zit. nach Jennessen 2007, S.7) in Zusammenhang mit dem Thema Tod und Sterben eingesetzt hat.
Über sehr lange Zeit war es selbstverständlich, dass die Menschen ihre eigenen Sterblichkeit bewusst wahrgenommen haben und offen damit umgingen. Es ist allerdings Tatsache, dass die Menschen zu früheren Zeiten ein anderes Bild vom Tod und folglich auch ein anderes Todeskonzept verinnerlicht hatten als in der heutigen Zeit. Denn es ist nicht abstreitbar, dass heutzutage das Thema Tod oft aus dem alltäglichen Leben ausgeklammert wird (vgl. Specht-Tomann & Tropper 2000, S.22).
Der Tod ist, wie bereits erwähnt, aus dem familiären Umfeld verdrängt worden, was letztendlich dazu führt, dass der selbstverständliche Umgang mit Leben und Sterben nicht mehr unmittelbar erfahren werden kann. In Folge der Ausgliederung dieser wichtigen Lebenserfahrungen aus dem Familienumfeld bzw. eines kleinen sozialen Rahmens kommt es auf lange Sicht zur Absonderung bestimmter Gefühle, die eigentlich zum Leben der Menschen dazugehören. Das kommt daher, dass ihnen in der heutigen Zeit konkrete Erfahrungen im Umgang mit dem Tod fehlen (vgl. Specht-Tomann & Tropper 2000, S.23).
1 Einleitung: Die Arbeit problematisiert die gesellschaftliche Verdrängung des Todes und formuliert das Forschungsziel, elterliche Standpunkte zur Thematisierung im Sachunterricht zu erheben.
2 Grundlagen: Es werden zentrale Begrifflichkeiten wie Thanatologie, Sterben, Tod und Trauer definiert sowie der gesellschaftliche Wandel zum Tabuthema Tod dargelegt.
3 Umgang mit Tod und Sterben im Kindesalter: Dieses Kapitel behandelt kindliche Verlusterfahrungen, die Entwicklung von Todeskonzepten in verschiedenen Altersstufen und den Trauerprozess bei Kindern.
4 Death Education: Es werden die Grundlagen, Ziele sowie die Wirksamkeit von Death-Education-Programmen beschrieben, die als pädagogische Ansätze zur Enttabuisierung dienen.
5 Tod und Sterben als Sachunterrichtsthema: Dieses Kapitel erläutert, wie das Thema im Sachunterricht verankert werden kann, präsentiert Praxisbeispiele und diskutiert die Herausforderungen für Lehrkräfte.
6 Qualitative Forschungsmethoden: Die Arbeit begründet den Einsatz der qualitativen Sozialforschung, des problemzentrierten Interviews und der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz für die Datenerhebung und -auswertung.
7 Ergebnisse: Die empirischen Ergebnisse werden strukturiert dargestellt, wobei die verschiedenen Kategorien der elterlichen Meinungen (Thematisierung, Gründe für Tabuisierung, Vorteile/Nachteile) detailliert analysiert werden.
8 Fazit: Die Arbeit resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und unterstreicht die Notwendigkeit, das Thema Tod und Sterben kindgerecht und in enger Kommunikation mit den Eltern in den Unterricht zu integrieren.
Tod, Sterben, Trauer, Sachunterricht, Grundschule, Todeskonzepte, Elternstandpunkte, Death Education, Tabuisierung, Qualitative Inhaltsanalyse, Trauerarbeit, kindgerechte Aufklärung, Lernorte, Sozialforschung, Erziehung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Eltern von Grundschulkindern zur Integration der Thematik „Tod und Sterben“ im Sachunterricht stehen und welche Bedingungen sie dabei für wichtig erachten.
Zentrale Felder sind die gesellschaftliche Tabuisierung von Tod und Sterben, die kindliche Entwicklung von Todeskonzepten, die Möglichkeiten der schulischen Trauerarbeit und die elterlichen Erwartungen an eine transparente Kommunikation.
Das Ziel ist es, die Standpunkte der Eltern empirisch zu erfassen, um Lehrkräften Orientierung für einen sensiblen, kindgerechten Umgang mit dieser Thematik im Unterricht zu bieten.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf problemzentrierten Interviews mit Eltern basiert, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Udo Kuckartz ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Tod und Trauer, pädagogische Konzepte (Death Education) sowie eine detaillierte Auswertung der geführten Interviews zu Chancen und Herausforderungen im schulischen Kontext.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Todeskonzepte, Trauerbegleitung, elterliche Mitsprache, Sachunterricht und Enttabuisierung definiert.
Da das Thema „Tod und Sterben“ als hochsensibel empfunden wird, fordern die befragten Eltern mehrheitlich Transparenz und Information, um Ängste abzubauen und sicherzustellen, dass die schulische Thematisierung mit ihren Erziehungsvorstellungen vereinbar ist.
Ein Großteil der Eltern sieht in der Einbindung von externen Experten oder Fachkräften eine wertvolle Unterstützung, um spezifische Fragen der Kinder kompetent und sachlich zu beantworten.
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